Connys Welt … oder "higher than heaven" ;-)


Wie ich schon erwähnt habe, läuft es bei unserem Wohngeldamt nicht immer so glatt, wie es sein sollte. Ich habe vor einem Jahr den ersten Antrag gestellt, erlebe Wartezeiten bis zum endgültigen Bescheid von bis zu 6 Monaten. Außerdem wird bei uns immer ein begrenzter Leistungszeitraum festgestellt. Mir ist das nicht ganz klar, da meine Tochter noch mindestens 1 weiteres Jahr studieren wird und ich seit Jahren Rentnerin bin. Außerdem kommen Briefe beim Wohngeldamt nicht an, dauert der Postweg zwei Wochen oder Anlagen fallen auf dem Weg heraus.

Jetzt habe ich mir für den DRITTEN Antrag innerhalb EINES Jahres einen netten Brief ausgedacht:

 

Sehr geehrte Frau XPunkt,

vielen Dank für Ihre freundiche Anregung aus Ihrem Brief vom 06.08.2014, in dem Sie mir nach 6 Monaten die Genehmigung für meinen Wohngeldantrag von Mitte Februar, der merkwürdigerweise erst am 05.03. bei Ihnen eintraf und Sie somit natürlich sofort mein Februargeld gestrichen haben, obwohl ich Sie bereits schriftlich darauf hingewiesen habe, mitgeteilt haben, dass ich bereits 2 Monate vor Ablauf des Antrags (September) einen Weiterführungantrag stellen muss, um eine reibungslose Weiterführung der Auszahlung zu gewährleisten.

Für Sie, die Sie die Gabe der Hellsichtigkeit haben (was sich nachweislich in Ihren Briefen vom …. und …. nachlesen lässt, worin sie unsere Leistungen gekürzt haben, da sich unsere Lebensweise in Kürze drastisch ändern wird (ich weiß nicht, warum, da meine Tochter weiterhin wie geplant studiert und ich ledig und in Rente bin), wir dadurch unseren Anspruch verlieren und Sie wiederholt eine verkürzte Auszahlungsdauer festgelegt haben) ist es sicherlich ein ganz einfaches Unterfangen, bereits im Juli einen Antrag zu stellen, von dem Sie erst im August erfahren. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass ich diese besondere Gabe nicht habe. Dank Ihrer freundlichen Warnung mache ich mich jedoch jetzt schon innerlich darauf gefasst, zum 3. Male erst eine Zusicherung der Auszahlung frühstens 6 Monate nach Antragstellung zu bekommen (also im März nächsten Jahres). Das passt ja prima, da ich im April Geburtstag habe. Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Unterstützung eines halbjährlichen Auszahlungsmodells, bei dem voraussichtlich sogar noch im Dezember eine „Weihnachtsauszahlung“ auf uns fallen wird, da meine Tochter ernsthaft plant, noch weitere 3 Jahre zu studieren. Das können Sie aber jetzt noch nicht wissen, und schon gar nicht einplanen. Dafür habe ich Verständnis. Durch unsere schriftverkehrsreiche Zusammenarbeit konnte ich dennoch ein kleines bisschen Hellsichtigkeit erlangen, denn ich weiß jetzt schon, dass die beigefügten Unterlagen aktuelle Mietbescheinigung (ich wohne schon 34 Jahre hier und bin immer noch nicht umgezogen und es gab in den letzten 3 Monaten auch keine Mieterhöhung), aktuelle Studienbescheinigung (ebenfalls keine Änderung der Daten) und aktueller Rentenbescheid (auch hier keine Änderung) bei Ihnen nicht ankommen werden. Daher habe ich in weiser Voraussicht 5 weitere Kopien anfertigen lassen und werde sie Ihnen in gewohntem monatlichen Nachfrageintervall zukommen lassen, bis sie tatsächlich nach mindestens zweiwöchiger Reise durch unseren Ort bei Ihnen auf dem Schreibtisch landen.

Ich sehe Ihrem weiteren Schriftverkehr gelassen entgegen und erwarte bereits die gewohnte Formulierung „sollten Sie nicht innerhalb von 14 Tagen auf dieses Schreiben reagieren und uns die Unterlagen zusenden, unterstellen wir Ihnen grobe Fahrlässigkeit und streichen Ihren Anspruch“. Kein Problem, liebe Frau XPunkt. Ich habe genügend Kopien, Briefumschläge und Einschreibeanträge in meiner Wiedervorlagemappe.

Bis dann grüßt Sie ergebens

Ihre „Briefreundin“

 

Ich überlege ernsthaft, diesen Brief jetzt abzuschicken. Was meint ihr?

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Kommentare zu: "Netter Brief an die hellsichtige Dame vom Wohngeldamt" (10)

  1. Ich kann Deinen Unmut verstehen.

    Aber… naja, Du fragst danach, was wir meinen…
    Nun. Sarkasmus finde ich ja immer ganz hübsch. Mag ich. Aber ich denke, die Dame wird den Brief gar nicht erst lesen, weil er nach dem ersten Absatz mit den ganzen vielen Schachtelsätzen einfach zu schwierig nachzuvollziehen ist. Sie steckt längst nicht so in der thematik drin. Du bist halt ein Fall von vielen. Und ich glabue nicht, dass sie die zeit hat, sich damit auseinander zu setzen, was Du ihr sagen willst.
    Ich würde es klar und deutlich, mit einfachen Sätzen und gut optisch strukturiert schreiben:
    1. Was Du mit diesem Brief willst.
    2. Worüber Du Dich geärgert hast.
    3. Was sie tun soll.
    Fertig

    Ich glaube, das ist zielführender…

    Liebe Grüße und viel Erfolg!

    • Ja, du hast Recht. Das ist auf jeden Fall zielführender. Es ist einfach über mich gekommen, die ganze Wut, Enttäuschung und Verzweiflung in diesen Brief zu packen. Das musste einfach raus.

      • Verstehe ich gut.
        Ich schreibe dann auch mal Mails, die ich nicht abschicke. Oder ich habe einen kleinen Privat-Blog – quasi als Tagebuch, in dem ich mich ausk*tze…
        Manches muss einfach raus.

        • Stimmt! Aber ich hab in meiner Rage echt überlegt, ob ich das einfach abschicke. Vernünftig wäre es nicht.

          Privat-Blog ist auch eine gute Idee. Ich schreibe meinTagebuch bisher nur in Word, aber blog ist eine Alternative. 🙂

        • Deinen normalen Blog verfolge ich auch täglich mit Spannung. Und ich hab großen Respekt vor deinen großen Aufgaben, denen du dich immer stellst. Alle Achtung! 🙂 Meine Sichtweise hat sich schon so manches mal durch deine kluge Art, mit den Dingen umzugehen, geändert. Danke dafür 🙂

  2. Ich finde ihn gut aber es kann sein wie torenia
    schon erwähnt hat, dass sie ihn vielleicht nicht ganz ließt. Ich würde. aber andere wer weiß. vielleicht etwas kürzer aber Sarkasmus kann schon dabei sein. finde ich immer gut 😄

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