Connys Welt … oder "higher than heaven" ;-)

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103 Tage in Japan


Hallo ihr Lieben,

langsam wird es Zeit für einen neuen, eigenen Blogeintrag. Den habe ich schon lange vor mir hergeschoben, weil ich es einfach nicht aufschreiben wollte. Denn immer, wenn irgendwas aufgeschrieben wird, ist es wahr – zumindest im Bewusstsein.  Dazu komme ich später nochmal …

103 Tage! 

Seit 103 Tagen ist meine Tochter jetzt schon in Japan! Es ist kaum zu fassen! Sie hatte sich genau vor einem Jahr für ein Auslandsjahr im Rahmen ihres Masterstudiums in Japan an ihrer Uni beworben und die Zusage bekommen. Dann ging alles ganz schnell! Es musste soooo viel erledigt werden: Reisepass mit Fotos, Visum, Reiseplanung und alles, was dazu gehört. Das letzte Jahr ist durch die ganze Planung einfach so vorbeigeflogen. Wir haben aber dennoch jeden gemeinsamen Tag sehr genossen, weil nach der Zusage absehbar war, dass sie spätestens Ende März 2019 für ein Jahr nach Yokohama ziehen wird. Das war ganz schon hart, muss ich sagen. Wir waren ja vorher maximal mal 14 Tage voneinander getrennt. Natürlich ist mir klar, dass das der normale Lauf der Dinge ist, dass Kinder ausziehen, aber trotzdem ist es nicht leicht. Das ist ja auch jetzt kein wirklicher Auszug, sondern nur ein Jahr. Was danach kommt, werden wir sehen. Sie kommt auf jeden Fall im nächsten Frühjahr erstmal wieder zurück. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten. Unsere beiden Katzen vermissen sie natürlich auch. Ich versuche, hier alles im Lot zu halten und das Beste draus zu machen. Die Sehnsucht ist natürlich auf allen Seiten da – auch von ihrer Seite. Aber glücklicherweise hat sie es super in Shonandai (so heißt der Ort) in ihrem Wohnheim angetroffen. Es ist war alles ungewohnt, aber die Leute sind super nett und sie hat auch schnell Anschluss und neue Freundinnen gefunden. Das beruhigt mich sehr und darüber freue ich mich. Glücklicherweise können wir guten Kontakt halten – WhatsApp und Skype sei Dank! 😉 Wenn ich mir vorstelle, das Ganze wäre zig Jahre vorher passiert, wo es diese Möglichkeiten noch nicht gegeben hat und man auf Briefe angewiesen wäre, die wochenlang unterwegs sind ….. unerträglich. Ich bin sehr froh und glücklich, dass wir durch die neuen Medien die Möglichkeit haben, zeitnah Bilder und Informationen auszutauschen. So ist das alles halb so schlimm. 🙂

Um nochmal auf die Sache mit dem Bewusstsein zurückzukommen. Ja, mir ist klar, dass alles einen ganz normalen Weg läuft. Sie ist ja auch erwachsen und das weiß ich schon ewig. Nur ist es halt nicht einfach, wenn man sie nicht mal eben schnell durchknuddeln kann – oder trösten mit Umarmung oder so. Dass muss alles jetzt ohne Körperkontakt sein.  Auch jetzt, wo wieder ein Todesfall in der Familie eingetreten ist. Das sind natürlich dann Momente, wo es wirklich nicht einfach ist – ganz besonders für sie – denn eine ihrer Tanten ist in der letzten Woche gestorben. (Mach’s gut, liebe Siggi).  Aber es ist, wie es ist! It ist, what it is – singt auch Johnny Logan – und wie schon so oft, haben seine Texte wieder tiefe Bedeutung in meinem Leben.  Wenn ich daran denke, dass sie noch 9 Monate lang ca. 10.000 km Luftlinie von hier weg ist – puh – da krieg ich Schnappatmung. Also stelle ich mir einfach vor, sie wäre im Urlaub. Fast so wie bei Momo

Und so denke ich immer nur an den nächsten Tag, den kommenden Abend, das kommende Wochenende und stelle mir vor, dass das einfach ein ganz normaler Urlaub wäre – und kein ganzes Jahr. Schritt für Schritt – Laufen – Atmen – Lächeln – weiter. So geht das! Es funktioniert! Und ich freue mich, wenn ich von ihr höre, lese oder Bilder und Videos von dieser wundervollen Zeit in Japan bekomme. So bin ich ganz nah bei ihr und an ihrem Leben. Es fühlt sich gut an! Es macht mich glücklich, wenn ich sehen kann, dass es ihr gut geht und sie ganz viele tolle Dinge erlebt, nette Leute kennengelernt, neue Kulturen hautnah erleben kann.

Natürlich mach ich mir auch Sorgen. Denn in Japan gibt es Erdbeben (3 hat sie schon mitgemacht – und auch das entsprechende Überlebenstraining bei Stufe 7 an der Uni), Taifune (auch den hatte sie schon), Starkregen und Überschwemmungen und was weiß ich noch alles. Sie hat in den vergangenen 3 Monaten schon sehr viel erlebt. Sogar den Kaiserwechsel und die neue „Reiwa“-Ära! Wahnsinn, oder? 🙂

Ich bin so stolz auf sie! 

Und da ich Japan ebenso liebe wie Irland, freue ich mich riesig mit ihr –

Abflug nach Japan – ein harter Tag und ein großer Schritt!

ihr neues Reich – 9 Quadratmeter im Wohnheim

die unglaublich tollen Toiletten in Japan mit Spülung, Bidetfunktion, Anwärmen, Musik und was weiß ich noch für Gedöns  (ich bin total begeistert davon und möchte auch so ein Wunderwerk der Toilettenkultur) 😉

 die wunderschöne, aber kurze Kirschblütenzeit

das Penisfestival Kanamara-Matsuri (japanisch かなまら祭) 😉 ,

die immens prächtige und überall gegenwärtige Blütenpracht

Tempel- und Schreinbesuche

Pokemon-Cafe, Square Enix Event, Kingdom Hearts Event, Okami/Amatarasu, Detective Conan, die überall aufgestellten Automaten mit allem möglichen Zeug drin und Kawaii-Sachen 😉

Neue Freunde, mit denen sie feiern, lachen, essen, kochen, auf dem deutschen Frühlingsfest Bier trinken und singen kann – natürlich alles auf japanisch 🙂

den mächtigen Mt. Fuji, den sie von ihrer Uni aus sehen kann und fast von ihrem Wohnheim aus auch

das gestrige Shonan Hiratsuka Tanabata Festival

Tanabata (Hoshimatsuri (“Sternenfest”) oder Sasa no sekku (“Jahresfest des Bambuszweigs”) genannt – hier sollen die Wünsche, die auf kleine Papierstreifen geschrieben und an Bambus gehängt werden, wahr werden.)

die wundervollen Stadt- und Landschaftsbilder, gepflegte Orte, Blumen überall, eine andere Welt  (und Treppen, Treppen, Treppen)

und sooo vieles mehr. 🙂  Ich glühe mit ihr vor Freude, wenn sie voller Leidenschaft davon erzählt.

Erwähnte ich schon, dass ich mega-mega-mega-stolz auf sie bin? 😉  Und total verliebt in Japan :-)  Das war ich schon damals in den 1980ern, als ich als Sekretärin bei Dr. Bebber in der Krupp Industrietechnik, Abt. Plasmatechnik, gearbeitet habe. Das war mein erster Job als Sekretärin, und hier hat mich der Japan-Virus infiziert, weil wir viel mit Japan zu tun hatten. 🙂

Und so freue ich mich einfach jedes Mal über neue Bilder (und wenn es nur die der beiden täglichen Mahlzeiten im Mädchenwohnheim sind, die Bestandteil der Unterbringung sind).

Das hier ist z.B. ein Beispiel für ein Frühstück. hmmmmm lecker 🙂

Und das ist ein Abendessen 🙂 hmmmmm auch sehr lecker 🙂

Und was ist mir mir? Neben der ganzen Planung und Organisation, die diese neue Aufgabe JAPAN mit sich bringt?

Wie gehe ich mit dieser großen Lücke um, die hier in meinem Leben, in meinem Alltag entstanden ist? Wie mit dem brennenden Gefühl der Leere tief in mir? Wie mit der Angst?

Ich übe mich im Loslassen! Das scheint ja jetzt meine Aufgabe zu sein.

Also lasse ich los – Verantwortung – Planung für zwei – Organisation für zwei. Ich lerne – langsam – für eine Person zu kochen (falls ich denn mal koche). Das lohnt sich einfach nicht und ich hab auch keinen großen Hunger mehr. Manchmal falle ich in alte Muster zurück und koche für eine ganze Kompanie. Alles schon passiert! 😉

Ich plane meinen Alltag. Langeweile gibt es nicht und gab es auch noch nie in meinem Leben. Ich miste meine Wohnung aus und leere meine Schränke meinen Keller und meinen ganzen Mist, der sich seit 1980 hier im Haus angesammelt hat.  Stück für Stück – Schritt für Schritt. Ich erkunde beim Nordic Walking neue Gegenden – gehe neue Wege – erforsche. Manchmal will ich einfach nicht vor die Tür gehen. Manchmal komme ich nicht hoch, weil ich einfach total erschöpft bin. Manchmal will ich einfach nur schlafen und manchmal kann ich es tagelang (nächtelang) nicht. Ich bin dabei, mich selbst neu zu definieren, meinen eigenen Sinn zu finden. Und ich versuche, herauszufinden, was ICH eigentlich will.  Fast mein ganzes bisheriges Leben lang (bis auf die Zeit während meiner Ausbildung, als ich alleine gewohnt habe und die ich gehasst habe) war ich für jemanden mitverantwortlich, habe mit jemandem gewohnt. Als Kind im Sauerland im Alter von 10 Jahren für meine Mutter, weil mein Stiefvater den ganzen Tag als Fernfahrer unterwegs war und meine Mutter sehr krank war. Dann mit 14, als sie gestorben war, war ich für Haushalt und Essen im Haus verantwortlich. Danach ging es immer so weiter – bis heute. Jetzt bin ich nur noch für mich und die Katzen verantwortlich. Und ich bin natürlich dafür verantwortlich, dass ich fit bin, wenn meine Tochter im nächsten Jahr wiederkommt. Wie gerne würde ich im nächsten Frühjahr hinfliegen (vage geplant ist es, aber ob es finanziell machbar sein wird, steht noch in den Sternen). Aber bis dahin miste ich hier alles aus – Werte, die nicht mehr stimmig sind – Gedöns und Gerödel, was sich angesammelt hat (weil man es irgendwann vielleicht nochmal gebrauchen kann). Ich habe früh gelernt, Sachen zu behalten, weil man ja nie weiß, ob man es irgendwann noch braucht und ob man es dann wieder neu beschaffen kann.

Jetzt bin ich aber in meinem Bewusstsein so weit, dass ich mir sage, dass es egal ist, ob ich es nochmal brauche nach vielen Jahren. Wenn es weg ist, ist es weg. Aus den Augen, aus dem Sinn – und es belastet nicht mehr.  Es gibt immer noch eine andere Option! Es gibt immer noch andere Möglichkeiten!

Plunder belastet nur! Klamotten, in die nicht mehr reinpasse, belasten mich und machen ein schlechtes Gewissen. Diese Macht möchte ich meinen Altlasten nicht mehr geben! Raus damit! Das befreit und entlastet!

Loslassen! Auf allen Ebenen! Ist nicht einfach, aber wenn man einmal das befreiende Gefühl erlebt hat, erleichtert es das Durchatmen.  Es weht frischer Wind. Neues wird möglich. Das Leben ist ein steter Wandel – jede Minute – jede Sekunde ändert sich etwas. Mitgehen oder Aufgeben? Diese Frage hat sich schon millionenmal in meinem Leben gestellt und die Antwort war immer: Mitgehen und daran wachsen! Und so mache ich das auch jetzt! Mitgehen und wachsen! Neues lernen und sich entwickeln!

Ich habe mich sogar getraut und vor einiger Zeit zum ersten Mal im Leben meine Fahrradschläuche gewechselt. Da dachte ich auch, dass ich das nicht könnte! Aber ich konnte! Mit Hilfe von Youtube und seehr viel Geduld, Tee trinken und mehreren Versuchen habe ich es geschafft. Das war ein riesiger Schritt für mich, nicht mehr zu warten, bis es jemand macht (der es versprochen hatte, aber es aus Zeitnot immer wieder verschoben und verschoben hat). Ich hab es einfach in die eigenen Hände genommen – probiert – und es geschafft. 🙂

Auch darauf bin ich stolz! Es geht also immer weiter. Lernen – mitgehen – wachsen. Manchmal scheitere ich. Auch das kommt vor. Dann stagniert alles – so wie beim Aufräumen gerade. Es ging seit 3 Wochen nicht voran. Mir fehlte die Kraft. Ich habe halb angefangen und hatte keine Energie, weiterzumachen. So stand der ganze Mist einfach im Weg herum – schlechtes Gewissen inklusive. Bis am Wochenende plötzlich wieder etwas möglich war. Mit Kleinigkeiten habe ich angefangen und dann ging es wieder. Auch damit muss ich  klar kommen. Durch meine Depression und chronische Rücken- und Fußschmerzen geht nicht immer alles so, wie ich es gerne hätte.  Aber Aufgeben ist keine Option. Also wie bei Momo – anhalten, Luft holen, warten, bis es wieder möglich ist und dann weitermachen. Schritt für Schritt. Irgendwie. Das ist das Leben! So geht das! Immer wieder neu, immer wieder aufregend, entspannend, kreativ. Ich gestalte meine Welt! Nur ich alleine! So wie jeder von uns. Niemand sonst ist dafür verantwortlich. Wie ich die Dinge sehe und bewerte, gestaltet meine Welt. Es ging vieles daneben und das hat mich auch erschüttert und umgehauen. Aber ich habe meditiert, reflektiert, neu bewertet – und dann ging es wieder weiter. Mit neuem Mut.

So – dieser Text musste jetzt einfach mal schnell geschrieben werden.

Liebe Grüße nach Shonandai, liebe Angie! Genieße deine wunderbare Zeit im Land des Lächelns. 🙂

4 Erdbeben!

Während ich das schreibe, gibt es gerade wieder eins Stufe 3, schreibt sie mir gerade mitten in der Nacht – Mist! Erwähnte ich schon, dass ich Erdbeben hasse?

hadili

🙂

Abnehm-Kurve, Stand 6.10.2016


Sie sieht’s im Moment aus. Es fällt und steigt wieder und fällt wieder – Tendenz jedoch weiterhin sinkend. 🙂

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Gegessen habe ich eigentlich fast alles, aber achtsamer, reduzierter und mit Blick auf fddb.info. Auf Weizenprodukte und Kartoffeln, Reis, Nudeln habe ich in der Regel verzichtet, aber ab und zu auch mal ein paar Plätzchen oder eine Kokosmakrone gegessen oder einen Löffel Mehl oder Paniermehl zum Kochen benutzt. Die Beilagen fehlen uns immer noch nicht. Das Kochen klappt weiterhin richtig gut. Wir waren im vergangenen Monat auch 1 x Köttbullar mit Pommes essen und 1 x hatten wir Döner (mit knackigem Brot) von unserem Lieblings-Dönermann.

Nerventechnisch waren die letzten Wochen auch wieder ziemlich hart. Wir hatten einiges durchzustehen und ich bin auch mit vielen Sachen noch nicht fertig. Leider bin ich immer sehr schnell erschöpft, kann aber trotzdem kaum schlafen. Mehr als 2 – 3 Stunden am Stück sind in pro Nacht nicht drin, wenn überhaupt. Dann bin ich wach und denke direkt wieder nach. Das kann dann schon mal wieder locker 1 – 2 Stunden oder mehr dauern, bis ich dann wieder zur Ruhe komme. Daher hat sich sportlich gesehen auch nicht sehr viel getan, weil einfach keine Zeit dafür bereit stand oder ich zu erschöpft war oder der Rücken/Kopf wieder zu sehr geschmerzt haben. Das ist ja bei mir immer so, wenn ich Sorgen habe.

Aber gestern haben wir unseren inneren Schweinehund überwunden und  waren mal wieder ganz spontan schwimmen. Wir haben zum ersten Mal das ungeliebte Hallenbad unseres Ortes ausprobiert. Ungeliebt ist es bei der Bevölkerung deshalb, weil dafür unser schönes Freibad mit Wellenbad und das alte Hallenbad, was zentral in der Innenstadt gelegen war, schließen musste. Das neue Bad ist außerhalb des Ortes am See, fast unerreichbar für Leute ohne PKW. Aber ich wollte gestern nicht so weit fahren, wie wir sonst gefahren sind. Hab momentan ein kleines Autofahren-Problem, was größere Strecken oder Autobahn angeht.

Hallenbad Toeppersee

Und daher haben wir das neue Hallenbad ausprobiert.  Das war echt schön und alles sauber. Allerdings gibt es in diesem Bad nur ein „Sportbecken“ (31 x 20 m), welches grundsätzlich nur für Vereine und Schulen geöffnet und für den Normalschwimmer gesperrt wird und ein kleineres „Bürgerbecken“ (gruseliger Name, finde ich). Das ist eher ein Planschbecken für Erwachsene, nur 15 x 20 m groß.  Es ist schon klein und ungewohnt, wenn man das große 50-m-Becken im Freibad gewohnt ist. Bahnenschwimmen in diesem „Pool“ fühlt sich da sehr komisch an. Was mich auch sehr gestört hat an diesem Bad ist die Tatsache, dass an fast allen Seitenwänden auffallend das Wort „Verboten“ steht. „Vom Beckenrand springen verboten“, „Auf die Mauer klettern verboten“ usw.. Das fand ich sehr bedrückend (kann aber auch an meiner Grundstimmung liegen). Auch die Wasserspielzeuge, die hinter Käfigen verschlossen, aber für alle gut sichtbar waren, haben mir nicht gefallen. Ich finde, da hätte man sie lieber ganz aus dem Sichtfeld nehmen sollen. Eine kleine Kiste mit Wasser-Spiel-Brettern stand allerdings auch offen zugänglich herum. So empfand ich die Grundstimmung im Hallenbad trotz roter Liegestühle und Schirmchen als ziemlich streng und nicht freundlich und gelöst. Vielleicht ist das auch der Grund, dass so wenig Leute schwimmen waren. Teilweise hatten wir das Bürgerbecken fast für uns alleine oder hatten Gesellschaft von nur  3 – 4 Personen . Aber wir haben es geschafft, fast 1,5 km zu schwimmen. Hat zwar ein paar Stunden und Beckenwechsel gedauert, aber wir waren wirklich gut und konsequent. 🙂

Mal sehen, wie es weitergeht.

Ich wünsche euch einen schönen Herbst.

Conny

Schimmelgeruch in der Küche / neuer Wasserschaden 2015?


Seit ein paar Tagen bemerke ich im Bereich der Küchenspüle Schimmelgeruch. Ich habe in den letzten 2 Tagen bereits mehrmals den Mülleimer geleert, weil ich dachte, da könnte das entstanden sein. Der Geruch ist manchmal schwächer, manchmal stärker. Ich habe auch die Spülmaschine, die daneben steht, komplett ausgeräumt, weil ich dachte, das da möglicherweise ein Spüllappen, der nicht ganz durchgetrocknet sein könnte, stockig geworden sein könnte. Da sie schon seit Jahren defekt ist, habe ich dort meine frischen Spül- und Geschirrtücher gelagert. Meine Tücher waren aber allesamt tadellos in Ordnung. Daran hat es also auch nicht gelegen. Heute morgen habe ich dann meine kleine Kartoffelkiste nach einer möglicherweise schimmeligen Kartoffel durchgesehen, aber auch da habe ich nichts gefunden.

Vor einer Stunde habe ich auf unserem Parkplatz Sohn und Tochter meiner Nachbarn, die über mir wohnen, angetroffen. Nach ein bisschen Smalltalk erwähnte die Tochter, dass sie in ihrer Küche „alles nass und schimmelig haben und evtl. sogar die Einbauküche wegwerfen müssen“. Mein erschrockenes Gesicht daraufhin war sicherlich Gold wert. Ich dachte, mir zieht jemand den Boden unter den Füßen weg. Sie schimpften über den Vermieter und wie schlecht die Wohnung mittlerweile wäre. Auf meine Frage, ob sie denn den Schaden gemeldet hätten, verneinten sie. Ihre Eltern wären jetzt schon 3 Wochen im Urlaub in der Heimat und sie hätten auch „keine Zeit“ gehabt.

Ich bin ein bisschen ausgerastet. Habe nochmal nachdrücklich klargestellt, dass ich jetzt gerade erst den Wasserschaden im Kämmerchen ersetzt bekommen habe und dieser nicht entstanden wäre, wenn die beiden Mieter über mir aktiv geworden wären. Und jetzt haben sie über mir die Decke nass und alles voller Schimmel und melden das nicht? Wollen sie warten, bis der Schimmel und das Wasser wieder bei mir angekommen ist? Das hab ich auch so klar gesagt. Sie wollen sich morgen darum kümmern und die Verwaltung informieren.

Ich bin sprachlos und total geschockt. Enttäuscht, Verwundert. Wütend. Sauer. Und irgendwie extrem taub innerlich. Ich sehe mich schon wieder mit Handwerkern in der Küche, die die Wand aufreißen, die Küchenschränke abgehängt, Chaos in der ganzen Wohnung, Dreck, Lärm, Ärger – und das wieder über lange Zeit. Die ganzen alten Bilder von letztem und diesem Jahr kommen wieder hoch. Ich bin wie gelähmt.

Heute kann ich keinen mehr erreichen im Mieterservice, aber morgen früh rufe ich da an. Ich glaube nicht, dass die Nachbarn das machen werden. Und die Nachbarn über den Nachbarn über mir sind ja – wie jedes Jahr – von April bis Oktober im Gartenurlaub und immer nur zum Waschen ab und zu mal da. Ich hoffe nur, dass der Verwalter diesmal ans Telefon geht, wenn er meine Nummer sieht. Das ist ja in der letzten Zeit nicht mehr der Fall gewesen. Notfalls muss ich halt wieder über die Zentrale gehen und mich durchschalten lass. Ich hasse das!

 

Ich krieg‘ die Krise! Hiiilfe!

 

 

Ischias


Seit Ewigkeiten quälen mich Rückenschmerzen. Diese Woche haut aber mal wieder den Vogel raus. Seit 4 Tagen hebelt mich der Ischias aus. Gestern hab ich mich endlich zum Doc getraut (Schmerz größer als Spritzenangst), hab mir auch 4 Spritzen eingefangen. Und heute nochmal 3. Geholfen hat es bisher nicht.

Kann nicht Sitzen, Stehen, Schlafen, Liegen nur in einer bestimmten Position.

Gestern Nacht hatten wir noch fürchterliches Unwetter mit Starkregen vom Feinsten. Um halb 3 Uhr kam unser Klowasser wieder hoch. Ich konnte gar nichts tun, aber meine Tochter stand sofort auf der Matte und hat sich drum gekümmert. Fleißigerweise während der Bewachungsphase, ob das Überlaufen jetzt gestoppt ist hatte sie ihre Lernkarten für ihre Prüfung dabei, die am Montag stattfindet.

Heute sagte der Doc zu mir, dass ich Morgen ins Krankenhaus fahren muss, wenn die Schmerzen noch da sind. Das ist ein Horrorwort für mich. Und dann noch irgendeine Klinik (bzw. 2 verschiedene Vorschläge) am anderen Ende von Duisburg, die ich noch gar nicht kenne.

Ich drehe gerade total durch. argh Panik

Mein 50. Geburtstag – letzte Vorbereitungen


Gestern waren wir den ganzen Tag unterwegs. Ich hatte vormittags eine gute Therapiestunde,  die immer noch sehr nachwirkt. Danach mussten meine Tochter und ich noch einiges außerhalb erledigen. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann am  späten Nachmittag zum Friseur. Nach einer guten Stunde waren wir dann wieder frisch gestyled wieder zuhause.

 

Conny April 2015

 

Heute war ich fast den ganzen Tag in der Küche mit den Essensvorbereitungen beschäfigt, habe für die beiden irischen Shepherds Pie ca. 6 kg Kartoffeln geschält, 20 Zwiebeln gewürfelt (einige davon kamen in die Soße vom Rollbraten), 3 kg Gehacktes angebraten, dazu einige Möhren fein gewürfelt und Knoblauch gehackt. Da meine Pfanne nicht so groß ist, dass ich alles auf einmal braten konnte, musste ich das in 2 Portionen aufteilen und habe für jede Pfanne fast 2 Stunden gebraucht, bis alles kross angebraten und durchgeköchelt war. Dann wurden beide Auflaufformen mit der Gehacktesmischung zur Hälfte gefüllt und danach mit den Stampfkartoffeln sehr gut bedeckt. Als Topping kam noch etwas Käse drüber. Nebenbei habe ich die beiden Rollbraten vorbereitet, zuerst gegrillt und dann im Bräter fast fertig gegart, damit sie nicht so trocken werden. Morgen kommt alles zusammen noch einmal für eine halbe Stunde in den Backofen, dann müsste es fertig sein.  Bis dahin kann es im Kühlschrank noch etwas durchziehen.

Außerdem haben wir Muffins gebacken, jede Menge Vanillepudding gekocht, gefühlte 1000 x gespült, das Wohnzimmer hergerichtet, alles nochmal durchgeputzt und sind irgendwie immer noch nicht ganz fertig.

Beim Aufhängen der neuen Küchengardine ist uns aufgefallen, dass ich sie ein ganzes Stück zu lang gelassen habe. Sie muss noch gekürzt und umgenäht werden. Ohne Gardine sieht es mir in der Küche viel zu nackt aus.  Es gibt auch noch einige Stellen in der Wohnung, die ich noch nicht so hergerichtet habe, wie ich es gerne hätte. Dafür habe ich andere Punkte abhaken können, die mir ganz spontan noch unter die Augen gekommen sind.

Und ich habe es geschafft, nach einigen Durchhalteversuchen relativ entspannt auf der 2. Stufe einer 4stufigen Trittleiter zu stehen …. und dann noch am offenen Fenster. Als ich da „oben“ stand dachte ich so bei mir, dass sich das ungefähr so anfühlen muss, wenn man über 1,90 m groß ist. War schon ein komischer Gedanke. 😉 Machte das Ertragen aber auch viel einfacher. Und letztendlich habe ich meinen inneren Schweinehund besiegt und durchgehalten. Und bin nochmal hoch – und nochmal hoch – und nochmal hoch … immer wieder, bis es nicht mehr schlimm war. Und war sogar 1 x kurz auf der 3. Stufe – allerdings an der Wand. Yeah! 🙂

Aber jetzt bin ich total groggy. Fix und alle. Ich kann nicht mehr. Mein Rücken bricht durch und ich bin hundemüde. Und ich hab nur noch 20 Minuten bis zum 2. April. waaaahhhh

 

Innere Arbeit: Vermeidung und Angst auflösen. Und: die Brille naht


Nun bin ich schon seit langem dabei, mich meinem manchmal flüsternden, manchmal brüllenden inneren Schweinehund (auch liebevoll „innerer Terrorist“ genannt) zu stellen. Während meiner Therapie bekomme ich dafür auch gute Hilfsmittel und Techniken sowie Mut und Vertrauen an die Hand, mit denen ich arbeiten kann. Und in Vorbereitung u.a. auf den kommenden Irlandflug (mit Germanwings) bearbeite ich z. B. meine Höhen-, Flug- und Vermeidungsangst. Im Moment weiß ich nämlich noch nicht einmal, wie ich die Treppe zum Flugzeug rauf- und schon gar nicht runterkommen soll. Einen Ausflug zu einer Führung über mehrere Etagen im Guinness-House in Dublin habe ich auch schon absagen müssen, weil ich mir das nicht mehr zutraue.

Meine Ängste und Einschränkungen sind in den letzten 10 Jahren stetig immer mehr gestiegen. Mein ganzes Selbstbewusstsein ist so oft völlig im Keller. So geht das nicht mehr weiter.

Ich habe mir jetzt einen 10-Stufen-Plan erstellt, den ich bearbeite und stelle mich meinen Ängsten, bis sie mir nicht mehr wehtun. Obwohl ich noch ziemlich weit unten auf den Stufen bin, arbeite ich daran und kann auch schon Erfolge verbuchen. Darauf bin ich richtig stolz. Und jeden Tag mache ich ein bisschen mehr. Im Laufe der letzten Wochen bin ich auf einen freistehenden, kleinen Hocker gestiegen (sogar am offenen Fenster beim Fenster putzen) und habe darauf nach mehreren Versuchen durchgehalten, bis ich dabei keinen Stress mehr empfunden habe und habe dann langsam und vorsichtig Stück für Stück ein bisschen mehr versucht. Heute bin ich sogar fast spontan eine Mini-Rolltreppe in Essen hochgefahren (Rolltreppe geht seit Jahren nicht mehr, weil ich Angst vor dem Herunterfallen habe und Panik bekomme). Beim nächsten Mal, wenn die Zeit nicht mehr so drängt, werde ich diese Rolltreppe so oft hochfahren, bis ich dabei ganz entspannt bleibe. Das ging heute schon ganz gut, aber so ganz stressfrei war es leider noch nicht. Runter geht auch noch nicht.

Ich bin heute unzählige Treppen rauf und runter gelaufen – ganz langsam und vorsichtig und immer am Geländer entlang. Mir ist dabei jedes Mal noch richtig übel und mulmig gewesen, obwohl ich es immer wieder angegangen bin. Meine Tochter unterstützte mich dabei, indem sie vor mir lief, damit es nicht ganz so steil abwärts geht. Sonst überfällt mich schon oben auf dem Treppenabsatz die Panik. Heute hatte ich nur 1 x so ein Fallgefühl dabei, als der Fuß beim Auftreten die Stufe etwas höher erwartet hat, als sie wirklich war. Da habe ich gedacht, ich stürze in die Tiefe und die Panik war wieder da. Aber ich habe durchgehalten, wieder versucht, auf meine Atmung zu achten und zu schauen, was wirklich passiert. Und dann ging es nach einer Weile wieder.

Aber ich bin sogar Glasaufzüge gefahren (was bleibt mir anderes übrig, wenn Rolltreppen nicht möglich sind und Treppenhäuser nicht da sind?) und habe es geschafft, bei einem die Augen offen zu halten. Damit habe ich meinen Vermeidungswünschen eine Abfuhr erteilt. Yeah!!! Bei den anderen habe ich das auch z. T. versucht, bin aber dann wieder von Panik überrollt worden, als ich die Abgründe gesehen habe.

Zwischendurch habe ich auf den offenen, oberen Etagen der Einkaufspassagen immer mal wieder einen kurzen Blick in die unteren Etagen geworfen. Das ist für mich so gut wie unerträglich. Ich traue diesen Brücken und offenen Gängen irgendwie nicht so wirklich und die gläsernen Geländer machen es auch nicht einfacher. Aber ich habe es ab und zu versucht, bis ich es leider nicht mehr ausgehalten habe. Ich weiß, ich hätte noch weiter machen müssen, aber das ging heute einfach nicht. Soviel Kraft konnte ich nicht aufbringen.

Aber ich habe es geschafft,  nach dem Einkaufen wieder zurück in ein Geschäft zu gehen, welches mir meine 10 % Geburtstagrabatt auf den Einkauf gegeben hat, aber den eigenen 20 %  Geburtstagsrabatt „vergessen“ hat. Vom Geschäftsrabatt habe ich erst draußen an der Türe auf dem Schild gelesen, dann kurz überlegt und mich meinen Ängsten gestellt. Mutig bin ich wieder in den Laden gegangen und habe die Verkäuferin freundlich darauf aufmerksam gemacht – UND ich habe auch die weiteren 20 %  bekommen. Nochmal yeah! 🙂

Und ich bin zu meinem Mobilfunkanbieter gegangen und habe nachgefragt, wie ich mit meinem Vertrag in Irland telefonieren kann. Das geht aber irgendwie nicht, weil ich in meinem Mini-Mini-Minivertrag so eine Option gar nicht habe. Da müsste ich eine große andere Flat abschließen, mich 20 Euro im Monat mehr kostet. Also erstmal auf Eis legen und mal nachprüfen, welche Möglichkeiten es noch gibt. 20 Euro mehr im Monat sind aktuell keine Option für mich. Aber ich hatte den Mut, in einen fremden Shop zu gehen und nachzufragen. Nicht schlecht, oder? Dafür, dass ich in den letzten 10 Jahren so oft meinen Mut verloren habe.

Außerdem habe ich mir heute ein Herz gefasst und spontan bei F….mann meine Augen testen lassen. Das hätte ich schon seit langem tun sollen, hab aber immer gedacht: „Ach, das geht wieder weg und wird wieder besser“. Es ist aber nicht besser geworden. Schilder in einiger Entfernung kann ich schon eine ganze Weile nicht mehr richtig erkennen und beim Lesen hab ich auch einige Probleme. Aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben.

Nun hat vorhin ein netter, junger Mann und kompetenter Augenoptikermeister mehr als 20 Minuten lang gründlich meine Augen untersucht und ausführliche Tests durchgeführt. Ich muss sagen, dass ich mich sehr gut beraten und aufgehoben gefühlt habe und das Angstgefühl rasch verschwunden ist.

 

Brille? photo 20150328_224544_zpsw83u8rts.jpg

 

Und da steht das Ergebnis  – fest und unbestreitbar. Was genau da steht und was alles bedeutet, weiß ich nicht mehr so genau. Aber ich habe wohl eine Hornhautverkrümmung (wie jeder 2. über 40 in Deutschland), die „eine ganz schöne Hausnummer“ ist. Rechts 1,5 und links 1,25.  Und ich brauche eigentlich 2 Brillen – eine für die Weitsicht und eine zum Lesen. Alternativ soll ich mal über eine Gleitsichtbrille nachdenken, weil kaum jemand es über längere Zeit schafft, ständig 2 Brillen mit sich zu führen und die immer wieder zu wechseln. Leuchtet ein, oder?  Brillengestelle ansehen konnte ich mir jetzt leider nicht, weil es schon so spät war. Da dieses Geschäft unglücklicherweise über eine schöne, leider aber auch „durchschaubare“ Treppe verfügt, die ich nicht hochgehen kann und die Damengestelle in der 1. Etage liegen. So werde ich in der nächsten Zeit nochmal wiederkommen müssen, damit mir jemand den Aufzug oder das Treppenhaus aufschließen kann.  In der verbleibenden Zeit muss ich mich wohl mit dem Gedanken an eine Brille anfreunden. Und mir überlegen, wie ich die bezahlen soll. Bei Gleitsichtgläsern werden das mindestens 50 Euro pro Glas werden. Und Entspiegeln ist wohl auch kein unnützer Luxus, sondern hilfreich. Es soll aber auch eine Versicherung geben, bei der das Ganze billiger wird. Muss ich mal schauen, wie was funktioniert.

Und man soll es nicht für möglich halten. Als er mir diese Testbrille gegeben hat und ich mir dann außerhalb der Untersuchungskabine die Umgebung, das Straßenschild und die Auslage angesehen habe – mal mit und mal ohne Brille, war das wie HD-TV im Gegensatz zu einem uralten Röhrenfernseher. Wow! Die Lektion habe ich verstanden!

Und im Großen und Ganzen bin ich heute richtig stolz auf mich! 🙂

 

Wasserschaden 2014 – der erste Handwerker kommt


Heute morgen um Viertel vor 9 sollten die Handwerker kommen, evtl. sogar etwas früher. So war das gestern Abend mit dem Chef telefonisch vereinbart. Gegen halb 10 kamen sie dann endlich: 1 Chef und 1 Mitarbeiter einer Baufirma. Ohne Anruf oder kurz Bescheid zu sagen, dass es später wird. Bin ich die Einzige, die das unhöflich findet?

In der Zwischenzeit habe ich  versucht, den Hausmeister zu erreichen, der gestern, direkt nachdem er gegangen ist, nicht mehr telefonisch erreichbar war. Den Herrn, der für die gesamten Technikprobleme zuständig ist, habe ich dann gefragt, wann denn die Leute kommen, die sich um das Herausreißen der Badezimmerdecke kümmern sollen. Er wollte das gestern klären und mich zurückrufen, hat das aber vergessen.  Er sagte heute, er würde die Maler informieren. Okay soweit.

Die Männer der Baufirma besprachen die Einzelheiten der Entrümpelung, Entsorgung und Aufbewahrung meiner Sachen. Der Durchgang zum Flur wurde mit Plane abgeklebt, der Boden durch Folie geschützt. Alle Türen sollte ich möglichst geschlossen halten. Meine Haustür bleib sperrangelweit offen den ganzen Tag.

Unsere beiden Katzen haben wir ins Wohnzimmer ausquartiert – samt Katzenklo und Futter –  für die Zeit, in der hier Handwerker rumspringen. Wenn die Handwerker weg sind und keine Gefahr für die Katzen besteht, dürfen sie abends wieder raus und sich in der Wohnung umschauen.

Nachdem die beiden Männer alles geklärt hatten, verschwand der Chef wieder. Plan war, dass er in 2 Stunden zurückkommen würde, weil dann zumindest das Kämmerchen fertig wäre. Als Anweisung gab es von seiten der Verwaltung die Vorgabe, dass alles Plastik und Metall abgewaschen werden und alles Textile, Schimmelige, Holz und Unrettbares in den Müll kommen sollte. Zudem muss die Zwischendecke entfernt werden, da sie auch aus Holz, klatschnass und schimmelig ist. Die Türe würden später mit Spezialreinigern abgewaschen.

Der Handwerker fing an, füllte viele große Kübel und Tüten mit Müll, andere Tüten mit Sachen, die im feuchten Ex-Keller meiner Nachbarin gelagert werden sollen, bis eine Reinigungsfirma kommt und alles abwaschen wird. Von mir aus hätte er ALLES wegwerfen können.Es stinkt und das Reinigen wird teurer als etwas neu zu kaufen. Außerdem bin ich nicht sicher, ob wirklich alles richtig sauber wird.  Er sollte sogar meine große Kiste mit Leuchtmitteln, Glühbirnen, Halogenlampen usw. zu den zu reinigenden Sachen stellen. Das ging aber nicht, da der Karton im Wasser stand, völlig durchweicht und verschimmelt war, die Kartons der Glühbirnen verschimmelt und die Fassungen z.T. schon rostig waren. Da war nichts mehr zu retten.

ALLES aus dem oberen Kämmerchenbereich musste entsorgt werden, weil alles patschnass war und getropft hat und verdorben war. Meine GESAMTE Weihnachtsdeko, meine Herbst- und Frühlingsdeko, Partydeko – alles weg. Lichterketten für Tannenbaum und Fenster – alles weg. Kunsttanne für Türrahmen, Ton- und Stoffdeko für Ostern und Herbst – alles weg. Tür – und Fensterhänger für alle Jahreszeiten – weg. Es wird nichtmal mehr selbstgemachtes Spritzgebäck bei uns geben in diesem Jahr, weil die Verpackung vom Fleischwolf völlig nass und schimmelig war und der Wolf selbst ganz feucht und rostig.  Ein paar Tannenbaumkugeln, die ich neu gekauft hatte und die noch in Plastik geschweißt waren und meinen neuen Tannenbaumständer konnte ich behalten. Na super! Von den anderen Sachen, die weggeschmissen werden mussten, habe ich eine Liste erstellt, die 4 handschriftliche Seiten und jetzt schon abzusehen ist, dass sie mehrere 100 Euro Schaden umfasst. Ich bin gespannt, ob und was ich davon ersetzt bekomme, oder ob ich wieder einmal auf dem Schaden sitzen bleibe – wie schon so oft.

Als nach 2 1/2 Stunden der Chef zurückkam, war das Kämmerchen noch nicht leer. Wie sollte 1 Mann alleine das unter den engen Bedingungen und Schimmel auch schaffen? Das war gar nicht möglich. Der Chef gab mir ein Schloß für die Sachen, die im Keller zwischengelagert werden und verschwand wieder.

Am Nachmittag war der Arbeiter fertig mit dem Kämmerchen, hatte noch die Regale, die Zwischendecke und den Boden entfernt und die Kammer komplett entkernt. In der Zwischenzeit mussten wir das Badezimmer leerräumen, damit er die Holzdecke entfernen konnte.  Zum Glück habe ich 5 Wäschekörbe, die ich für diesen Zwecke einsetzen konnte. Wir haben das ganze Zeug, inkl. Waschpulver, alle Handtücher, Duschstange und Vorhang und allem, was dazugehört, auf Kinderzimmer und Schlafzimmer verteilt. Schlafen kann ich da heute nicht, da dort auch noch die Sachen aus dem Flur stehen müssen (Schuhregal, Schirmständer usw.) So werde ich wahrscheinlich die Nacht auf der Couch verbringen müssen.

Um halb 4 war dann alles fertig. In der Zwischenzeit hat die Malerfirma angerufen und nachgefragt, wann sie kommen könnten. Na, von mir aus immer. Je eher, desto besser. Der Meister fragt, ob die Decke im Bad nass wäre. Da der Handwerker mir gesagt hat, dass sie trocken wäre, gab ich das so weiter – allerdings sagte ich dazu, dass ich das nicht genau wüsste. Er bat mich, dem Chef der Baufirma auszurichten, ihn zurückzurufen, falls er wieder hier wäre, damit er wüsste, ob er morgen oder erst übermorgen kommen sollte. Das hinge wohl mit dem Feuchtigkeitszustand der Wände bzw. Decke ab.

Als der Chef der Baufirma kam, gab ich die Infos weiter. Er sagte, ich bekäme Bescheid, wann die Maler kommen würden. Im Anschluß erfuhr ich vom Handwerker, dass die Decke im Bad wohl doch nass wäre – so hätte es sein Chef gesagt. Das wäre daran zu erkennen, dass Schimmel auf der Rückseite der Paneele wäre. Ich hab das nicht gesehen, weil das Holz sofort entsorgt wurde. Was ich allerdings gesehen habe, als ich ins Bad ging, war eine völlig ruiniert, verschrappte Decke, auf der wohl mal irgendwann blaue Latexfarbe war, die nicht ganz abgegangen ist ….. und ……. es gibt keinen Anschluss für meine Lampe, die im übrigen auch soweit defekt ist, dass nur noch 2 von 4 Birnen leuchten, auch wenn sie frisch eingeschraubt werden. Das muss wohl ein Feuchtigkeitsschaden sein. Aus der Wand über dem Waschbecken blickt mich ein nacktes Kabel an, das unter dem Holz bis zur Mitte des Raumes gelegt worden sein muss. Daran war die Lampe angebracht – über und unter der Holzdecke. Diese Badezimmerlampe kann ich nicht mehr nutzen.  Ich habe jetzt provisorisch meine Nachttischlampe ins Bad gestellt, damit wir nicht im Dunkeln aufs Klo müssen.  Eine Glühbirne für die Lampe hatte ich jetzt natürlich nicht mehr, weil meine Glühbirnenkiste weggeworfen wurde, aber ich habe aus den vorhandenen Lampen eine Birne rausgeschraubt. Das habe ich auch für das Flurlicht machen müssen, damit der Handwerker etwas sehen kann. Arrrgh.

Jetzt brauche ich auf noch eine neue Lampe fürs Bad. Da muss ich morgen Nachmittag zur Verwaltung, damit sie mir einen Gutschein oder sonstwas geben. Wovon soll ich sonst eine neue Lampe kaufen? Ich hoffe, das klappt. Außerdem muss noch ein Elektriker bestellt werden – zum einen für das neue Licht, was irgendwann mal wieder im Kämmerchen leuchten soll (die Lampe ist auch Schrott gewesen) – und für einen Unterputzkabel samt Schlitz mit Dose für die Lampe im Bad. Das kann ja nicht so bleiben.  Außerdem wollte ich die Liste mit den entsorgten Sachen abgeben – unter Vorbehalt, weil ich erstmal sehen muss, was von den Sachen im Keller noch gesäubert werden kann.  Ob meine ganzen Elektrogeräte die Feuchtigkeit überstanden haben, ist auch noch nicht geprüft.

Jetzt ist es halb 6 – es hat noch niemand angerufen, um einen Termin für morgen oder übermorgen zu machen. Also muss ich wohl erstmal alles absagen, zuhause bleiben und warten.

Ach – das ist noch nicht alles: Meine Nachbarin (mit dem Ex-nassen-Keller) hat mich im Hausflur angesprochen, damit ich darauf achte, bei Regen in den Keller zu gehen und Wasser zu schaufeln bzw. den großen Kübel mit Wasser zu entleeren, da das sonst bis zum Fenster laufen würde. Sie käme ja jetzt nicht mehr in den Keller, weil ich es mit einem Schloß abgeschlossen habe *vorwurfsvoller Blick und Ton* Das dürfte ich auf keinen Fall vergessen, weil ich sonst meine anderen Sachen wieder im Wasser stehen habe. Aber es wäre ihr ja egal, da es nicht mehr ihr Keller wäre. Aha – na gut, ich nehme es zur Kenntnis.

Aaaber – wie soll ich mit meinem Rückenschaden denn den großen Kübel leeren oder auf dem Boden rumkriechen und Wasser schöppen???? Lieber Gott – lass es bitte trocken bleiben, bis ich alles wieder in trockenen Räumen habe.

Ich kann jetzt schon nicht mehr, hab Angst vor dem, was mich noch erwartet und frage mich, wie ich das alles schaffen soll. Kann nicht ein Wunder geschehen und man mir eine neue, immer trockene Wohnung mit Balkon geben, den Umzug und die neuen Teppiche bezahlen und mich dann endlich ein trockenes Zuhause schaffen lassen? Ich glaube, diese Wohnung hatte seit 1981 schon 10 – 15 Wasserschäden. Ich hab die Schnauze sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo voll davon.

Ich musste mir das jetzt einfach von der Seele schreiben – auch als Dokumentation und hab nicht auf Form und Fehler geachtet. Das ist mir gerade auch völlig egal. Mein Kopf ist leer und tut weh, der Rücken auch, Husten, Halsschmerzen vom Stehen im Schimmel den ganzen Tag.

Und morgen geht es weiter….

Ex und Streß


Normalerweise schreibe ich hier solche Sachen nicht, aber ich drehe gerade etwas am Rad wegen heute Nachmittag.

Ich brauche gerade mal ein bisschen Mut, Daumen drücken und Kraft schicken für ein vermutlich sehr anstrengendes, heftiges, emotionales und wieder mal sehr scharfzüngiges Gespräch mit dem Ex.

Hilfe und Verständnis ist von ihm wie immer nicht zu erwarten. Er kennt nur seine eigene Welt, will uns „seine Sachlage“ darlegen, jetzt, wo er auch Rentner ist – interessiert sich aber andererseit einen Dreck um unsere „Sachlage“, mit der wir schon seit Jahren kämpfen. Wirft mir bzw. uns Unfähigkeit für alles Mögliche vor und drückt sich vor Verantwortung, wo er nur kann.

Ich hab gerade das Gefühl, vor Nervosität in Ohnmacht zu fallen, muss aber andererseits hier nochmal für eine einigermaßen besucherfreundliche Optik sorgen, sonst muss ich mir wieder anhören, wie Scheiße wir doch leben. Leichter gesagt als getan. Bin gerade einfach nur blockiert und panisch, weil ich jetzt schon weiß, dass hinterher alles nur noch Schlimmer ist, als es sowieso schon ist.

Die Vorwürfe, Ausreden und Lügen, die er uns servieren wird, müssen wir wohl der Kooperationsbereitschaft wegen wieder schlucken.  Andererseits wird er wahrscheinlich wieder sofort abwinken, wenn wir versuchen, unseren Zustand darzulegen und wütend austicken – und wieder „empfehlen“, HARTZ IV zu beantragen, bzw. das Studium (welches super läuft und meiner Tochter viel Spaß macht) abzubrechen und Arbeiten zu gehen. Schließlich wären wir ja nichts Besseres und er hätte auch schon mit 14 gearbeitet. Außerdem wird er wieder vorschlagen, dass ich mir einen Mann suchen soll, der uns ernährt und Tochter ausziehen soll, weil sie dann Unterstützung vom Staat kriegt. Ich kotze jetzt schon bei diesen „gutgemeinten Vorschlägen“.  Er kann es einfach nicht ertragen, dass wir so ein gutes Verhältnis miteinander haben und er hält auch meine Krankheit für reine Spinnerei – ich soll mich nicht so anstellen.  Als hätte ich diesen Scheiß nicht schon 1000 x gehört – mindestens.

Fühle mich gerade einfach nur innerlich total leer und wütend und enttäuscht gleichzeitig, heule mir seit Monaten wegen diesem von ihm seit 2 Jahren immer wieder angedrohten Sache die Seele aus dem Leib und kann einfach nicht verstehen, wie jemand so wenig Liebe, Respekt und Interesse für seine Tochter haben kann. Dass er mich hasst, ist mir klar und egal, Aber sie so zu behandeln, gibt mir den Rest.

….

Naja – wie auch immer. Wir müssen da heute durch und danach werden wir klarer sehen. Er war ja wohl beim Anwalt und hat sich erkundigt, was er noch machen und wie er da rauskommt. Mal sehen, was dabei rauskommt.  Ändern kann ich an der Tatsache sowieso nichts. Und vielleicht kann ich ja wieder klar denken, wenn ich erstmal die Fakten habe, wie es im nächsten Monat weitergehen soll.

An Weihnachten darf ich jetzt sowieso noch nicht denken. Das fällt bei uns in diesem Jahr wieder mal unter die Rubrik „sehr minimalisch“.

Aber  Hauptsache, wir haben uns und halten zusammen.

Das musste jetzt raus. Sollte es jemand lesen, der uns kennt, kann er ja mal drüber nachdenken, ob der ach so wunderbare Ex wirklich so wunderbar, hilfsbereit und toll ist, wie er sich immer darstellt. Aber egal, ich bin sowieso seit der Scheidung die Böse.  Nach Hintergründen hat ja nie jemand gefragt, sondern alle Freunde sich einfach zurückgezogen. Ist ja auch einfacher, sich mit dem weiter anzubändeln, der immer groß Party mitmachen kann als zu jemandem zu stehen, bei dem einem Cafe- oder Weihnachtsmarktbesuch schon eine lange Planung vorausgehen muss.

Was soll’s? Das heute geht auch vorbei und alles andere ist sowieso Vergangenheit.

Irgenwie werden wir das auch diesmal wieder hinkriegen …

hoffe ich …

Gedankensalat


Mir geht es heute gar nicht gut. Ich weiß nicht genau, warum das so ist. Bin heute morgen schon mit üblen Gedanken aufgestanden und fühle mich heute total niedergedrückt. Irgendwie geht auch alles schief heute. Meine Schmerztabletten ware leer, obwohl ich gestern dachte, die würden noch bis heute reichen. War wohl nix.  Die letzte hab ich gestern Abend genommen.  So musste ich heute morgen ohne auskommen. Mittlerweisle habe ich aber wieder welche. Als nächstes hat die Apotheke eines der beiden Rezept, so wie es ausgestellt war, nicht angenommen, sondern wollte eine Alternative eintüten. Die Krankenkasse würde das Medikament nicht bezahlen, wenn kein Kreuzchen dahinter stehen würde, sagte man. Na super. Die Alternative, die ich in der letzten Woche bekommen habe, konnte ich nur unter Würgen einnehmen, weil die Ummantelung so gestunken hat. Das war jedes Mal eine Riesenüberwindung. Aber ohne diese Tabletten waren die Schmerzen noch zu schlimm, also hab ich das mal wieder ertragen.  Das hatte ich vor einer Weile mit einem anderen Medikament auch schon und hab das auch der Ärztin, mit der ich nicht klarkomme,  gesagt (weil mein Doc an dem Tag nicht da war). Sie hat nur abgewunken und gemeint, ich sollte das nehmen, das wäre DAS Medikament für meinen Fall. Ich konnte es aber nicht in den Mund nehmen, weil es einfach so furchtbar gestunken hat. Bis jetzt habe ich mich noch nicht entschieden, meinen Arzt anzurufen und eine Lösung zu finden oder es einfach wieder hinzunehmen. Ich weiß auch noch nicht, ob ich das einlöse oder nicht. Da sie mir gestern für einen Rezeptwunsch zwei Rezepte ausgefüllt haben, werde ich ja wohl auch 2 x die blöden Gebühren bezahlen müssen. Und das dritte Medikament muss ich komplett selbst bezahlen, obwohl ich dieses gar nicht haben wollte und das auch nicht für passend halte.  Meine Güte, mache ich das alles wieder komplizierter als es ist. (Halt die Klappe, du Stänkerer in mir!)

Und wieder taucht bei mir das Gefühl auf,  ich wäre nicht okay und überempfindlich und überhaupt.  Den ganzen Morgen mache ich mir schon Gedanken über meine Gedanken und Einstellungen über die Dinge, die im Moment passieren. Ich versuche, die Gegebenheiten neutral und mit Abstand zu betrachten und da taucht auch die Unsinnigkeit meiner Gefühle auf. Es gibt keinen Grund, sauer und depri zu sein. Das ist nur meine Überempfindlichkeit und Unüberlegtheit. Ein Teil von mir würde am Liebsten alles hinschmeißen – und doch weiß ich, dasss das sowieso nicht geht und auch nicht gut für alle Beteiligen wäre. Irgendwann kommt dieser Punkt sowieso auf mich zu. Das ist die Natur der Dinge. Wie ich das packen soll, weiß ich nicht.  Im Moment raubt mir ja schon ein zu bearbeitender Brief alle Kraft und ich komme wieder nicht voran. Manchmal ist es so schwer, eine Entscheidung zu treffen, deren Folgen ich nicht absehen kann und wo ich nicht weiß, ob und wie ich das alles schaffen soll.

Obwohl ich optisch so ein dickes Fell habe, fühle ich mich äußerlich so verletzlich wie Seidenpapier und innerlich wie ausgebrannte, nur mit einem Rest glimmende Asche. Dafür gibt es überhaupt keine Rechtfertigung. Eigentlich ist alles normal und über manche Dinge müsste ich längst hinweg sein. Bin ich auch – dachte ich. Aber wahrscheinlich doch nicht, sonst würde mich das ja nicht umhauen.

Ich muss drüber nachdenken!

Der 100. Artikel


Kaum zu glauben, aber wahr! Das ist schon mein 100. Blogartikel.

Als ich mit diesem Blog angefangen habe, sollte es nur ein paar kleine Infos über Johnny Logan geben. Mittlerweile ist diese Webseite meine ganz persönliche Homepage geworden, die euch in 100 Beiträgen schon so einiges von mir und meinen Gedanken gezeigt hat.

Ich merke, dass mir das Schreiben sehr gut tut. Damit habe ich gar nicht gerechnet. Sehr lange hatte ich viel Angst davor, meine Gedanken aus mir heraus zu lassen. Meine Finger haben sich einfach geweigert, etwas aufzuschreiben – am PC ebenso wie mit Stift und Block.  Diese Blockade hatte ich schon in der Jugend und während meiner Ausbildung (ich bin wegen dieser Blockade 5 x durch die Stenoprüfung gefallen, weil ich nicht mal mehr meinen Namen schreiben konnte und habe sie dann, als ich aufgegeben habe und ein LMAA-Gefühl hatte, mit 1 geschafft). Ich hatte oft Angst vor dem, was ich lese und erkenne, wenn ich Problemlisten schreibe. Ich hatte Angst davor, Schwäche zu erkennen und zu zeigen und dadurch böse verletzt zu werden.  Die Angst ist noch nicht verschwunden und taucht oft ohne Vorwarnung wieder auf und lässt mich geistig und körperlich völlig unbeweglich  versteinern. Das Einzige, was sich dann in mir noch bewegt, ist das Herzrasen bis zur Schädeldecke.

Vielleicht hilft mir das Schreiben irgendwann, auch in anderen Bereichen offener zu werden. Manchmal würde ich so gerne etwas sagen, aber dann verlässt mich der Mut, weil ich nicht aufdringlich sein will. Manchmal drängt mein Herz und mein Gefühl sehr intensiv und schmerzhaft danach, mein Türen weit zu öffnen und Einladungen auszusprechen (und seien sie noch so harmlos), aber im Alltag ist immer noch eine hohe Mauer da, die zwar bereits einige Fenster hat, aber noch so gut wie undurchdringlich ist. Ich komme leicht mit Menschen ins Gespräch und alles läuft gut, solange diese Gespräche VOR der Mauer ablaufen.

Meine sehr gut funktionierende Maske der immer starken, immer belastbaren und fröhlichen Frau sollte lange Zeit unangetastet bleiben. Nur ganz wenigen Vertrauten habe ich ein wenig Einblick gewährt.  Alle anderen sehen ein Lächeln und hören ein „Es geht mir gut.“

Das Aufschreiben meiner Gedanken, Ängste, Glücksmomente, Lösungsversuche und Verwirrungen aller Art ist ein guter Weg geworden, meine Gedankenkreisel loszulassen. Das klappt nicht immer, aber doch oft sehr gut. Ich habe nicht angefangen zu schreiben, damit ihr etwas zum Lesen habt, sondern um den Druck aus meinem Kopf und meinen Gefühlen zu lassen. Mittlerweile ist mir der Austausch mit euch sehr wichtig geworden, um die eigene Einseitigkeit zu überwinden und über meinen eigenen Tellerrand zu schauen. Ich lerne immer noch sehr gerne dazu und bekomme davon im Moment einfach nicht genug. Jeder Kommentar von euch und jede Meinung öffnet mir neue Einsichten und lässt mich auch immer mehr von mir erkennen.

Herzlichen Dank für euer Folgen, eure Ermutigungen, Beiträge, eMails, Kommentare (auch auf Facebook) und Anregungen zum Umdenken und Blickrichtung-Ändern.

Ohne euch wäre ich nie so weit gekommen!

Und es geht weiter! 😉

Danke.

 

Schönen 3. Advent wünsche ich euch!


Der gestrige Tag hat nicht gut geendet. Mein altes Netbook hat gegen Abend beschlossen, am Hintergrundbild festzuhalten und danach nicht mehr weiter hochzufahren. Jetzt habe ich ein paar Stunden lang alles versucht (Runterfahren, Hochfahren, Strom ganz abschalten, Akku rausnehmen, F8 nach dem Start (aber da bleibt er beim HG-Bild trotzdem immer noch hängen), um das irgendwie zu reparieren. Das klappt aber leider nicht.

Dinge, die der Mensch nicht braucht!

Zu allem Übel habe ich dann zuhause noch die Kontrolle über mich verloren und wegen Kleinigkeiten direkt zurückgebrüllt und war sofort verletzt, obwohl eigentlich alles nur ein Missverständnis war. Meine Nerven sind wohl gerade irgendwie ein bisschen blank. Vielleicht liegt das auch an dem Brief von der RV, der heute gekommen ist und den ich mal wieder ausfüllen muss. Ist mir direkt auf den Magen geschlagen. Hab den erstmal auf Eis gelegt und werde mich frühestens am Montag darum kümmern. Alleine schaffe ich das ja doch nicht mit den 1000 Fragen. Wenn ich nur Formulare sehe, fange ich schon an zu schwitzen, herzrasen und zu zittern und alles verschwimmt mir vor den Augen. Und DAS mir als ehemalige Sekretärin,  die früher ALLES an Formularen, Vordrucken ect. ausgefüllt hat, sogar die, die rein technisch mit der Maschine eigentlich gar nicht ausfüllbar waren (amerikanische oder japanische Formate fürs Symposium usw.)  – kaum zu glauben, oder? Ist aber so!

Morgen ist der 3. Advent. Vielleicht gehen mir ja da einige Lichter auf, wie ich die Problemchen in den Griff kriege. Hoffentlich!

Wenigstens ist das Hintergrundbild schön! So!

„In der Welt habt ihr Angst …“


Der Konfirmationsspruch, den ich mir damals ausgesucht habe, lautete:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

(Joh. 16,33).

Passt ja super zu mir!

Manchmal kommt sie wie angeflogen, setzt sich zentnerschwer auf die Brust, verhindert das Atmen, lässt das Blut dröhnend laut in den Ohren rauschen wie die Niagarafälle, zieht gleichzeitig schwer und dickflüssig durch den Körper und blockiert alle vernünftigen Gedanken …… die Angst! Dann geht gar nichts mehr! In ein und demselben Moment möchte ich gleichzeitig fliehen, mich verstecken oder vergraben, drauflosstürmen, die Angst anschreien oder zuschlagen und bin doch einfach nur starr und steif, oft schwindelig und kurz vor der Ohnmacht.  Fühle mich klein, überfahren, hilflos, machtlos. Logisch kann ich das nicht erklären. Mein Inneres schreit spontan und stumm nach einem Retter, der mich aus dieser Situation herausholt, in den Arm nimmt, behütet und beschützt. Der Retter aber kommt nicht. Ich bin alleine mit meiner Angst! Und das war ich schon immer.

Auch als Kind hatte ich oft Angst. Ich habe Angst vor der Dunkelheit. Die Tür zum Kinderzimmer, in dem ich als ca. 3 – 5jährige mit meiner Schwester schlief, musste immer einen kleinen Spalt aufbleiben, solange ich alleine im Zimmer war, damit ein winziger Lichtschein zu erkennen war. Ich fürchtete mich vor den wilden Tieren und Gestalten, die in meiner Phantasie neben meinem Bett auftauchten.  Nachdem ich 5 Jahre alt war und wir umgezogen waren, wurde die Türe  zum Mittagsschlaf und Nachts immer geschlossen, ohne Ausnahme. Ich durfte auch dann auch nicht mehr heraus.  Ich erinnere mich noch sehr gut an  eine von meinem Vater gebastelte Tigermatte, die in der Diele an der Wand hing. Vor der hatte ich besonders viel Angst. Meine Schwester erzählte mir vor ein paar Wochen, dass ich irgendwann  mal so viel geschrieen und Theater gemacht, dass sie abgenommen und versteckt werden musste.  Wie oft habe ich mich alleine in den Schlaf geweint? Und wenn meine Schwester im Zimmer war, bin ich zu ihr ins Bett gekrochen. Oft hat sie mich wieder rausgeschmissen, weil sie für die Schule früh aufstehen musste. Manchmal habe ich mich dann einfach stur vor ihr Bett auf den Boden gelegt. Meine Güte, muss ich eine echte Plage gewesen sein.

Ich habe Angst davor, Schwäche zu zeigen, weil ich für Schwäche  immer bestraft worden bin. Als Kind war ich sehr schüchtern. Nur sehr selten habe ich mich getraut, jemanden anzusprechen und nach irgendwelchen Dingen zu fragen. Meine Mutter hat damals immer die Krise gekriegt. Ganz egal, ob ich alleine einkaufen gehen sollte und ich mich sorgte, ob ich denn das Richtige in den Wagen packe, wo doch alles gleich aussieht oder ob ich an der Fleischtheke mit den Verkäufern sprechen musste. Ich bin vor Angst davor fast gestorben, weil ich mir total unfähig vorgekommen bin und eigentlich von nichts eine Ahnung hatte, sondern nur vom Zettel ablesen konnte. Es war ja damals auch so, dass man Kindern nicht viel erklärt hat. Die mussten parieren und fertig. Wenn das irgendwo stand, dann stand das so. Da durfte nicht gefragt werden, wie das aussah oder woran man das erkennt oder so. Es wurde buchstabengetreu (sofern man lesen kann) eingekauft. Und wenn man es nicht lesen konnte, musste die Verkäuferin gefragt werden.  Ich fand es immer schrecklich, zum Einkaufen geschickt zu werden und hatte furchtbare Panik davor. Das war für mich jedes Mal ein Höllentrip. Aber es half ja nichts. Da musste ich durch. Meine Mutter hat durch mich mit Sicherheit sehr viele graue Haare gekriegt. Ihr ist auch manchmal die Hand ausgerutscht. Sie konnte das alles nicht verstehen.

Ich hatte auch Angst vor der Schule und vor den Mitschülern. In der Grundschule war noch alles fast normal, bis auf die Tatsache, dass die meisten Schüler sich schon aus dem Kindergarten kannten, in den ich nie gehen durfte. Ich kannte nur die Kinder, die in meinem Block gewohnt haben. Und irgendwie war ich damals schon ein Außenseiter. Ich wollte immer schon viel lernen und aufpassen, habe aber auch in meiner eigenen Welt gelebt. So war ich auf dem Schulhof auch immer ziemlich alleine, was mich aber nicht sonderlich gestört hat, weil ich so meinen Gedanken nachgehen konnte. Ich war immer schon anders als die anderen.  Die Grundschule musste ich 1 x wechseln, weil wir umgezogen sind. Freundschaften haben da nicht gehalten. In der Hauptschule versuchte ich, normal wie die anderen zu sein. War ich aber wohl irgendwie nicht. Schnell wurde ich zum Ziel von Spott und Schlägen und verbrachte die meisten Pausen auf dem Schulklo. Nach einem halben Jahr in der 5. Klasse zog ich mit meiner Mutter  und ihrem Freund und späteren Ehemann ins Sauerland. Dort war ich natürlich noch fremder und konnte noch nichtmal ihre Sprache, woll? Auch hier brachte mich meine merkwürdige und fremde Art sofort an den Rand der Gruppe. Meine Kleidung war nicht modern, ich kannte mich mit den aktuellen Ausgaben der BRAVO nicht aus, war nicht gewohnt, in Shoppingcentern abzuhängen oder Freizeitaktivitäten wie Disco usw.  zu machen. Ich wollte lernen,  fragte nach und war an vielen Dingen interessiert, die Lehrer mochten mich – das reichte schon, um ständig verprügelt und gemobbt zu werden. Ich ging mit Angst zur Schule, verbrachte mit Dauerangst den Tag, die Pausen voller Angst auf dem Klo, weil ich nicht mal da meine Ruhe hatte, ging voller Angst nach Hause, ständig verfolgt und auf der Flucht. Ich hatte in den Jahren zwar ein paar Freundinnen, die ebenfalls Außenseiter waren und andere Schulwege hatten und mir aber auch während der Prügel nicht zur Seite standen, um nichts abzukriegen.  Zur 2. Hälfte der 10. Klasse, die ich damals noch freiwillig gemacht habe, bin ich zurück nach Rheinhausen gezogen, weil meine Mutter gestorben war und ich es bei meinem Stiefvater, der mich thyrannisierte, nicht mehr ausgehalten habe – und war damit wieder einmal fremd. Ich wurde zwar nicht mehr so oft verhauen, aber vorher wusste ich ja nie, ob jemandem eine Laus über die Leber gekrochen ist oder nicht.

Warum ich mich nicht gewehrt habe? Das habe ich versucht. Als ich so ca. 5 oder 6 Jahre alt war, hat mich eine Gruppe Kinder vor unserem Haus in den Büschen verhauen. Warum, weiß ich nicht mehr. Irgendwann lag ich am Boden, ohne Chance.  Unsere Straße wurde gerade frisch gepflastert.  Meine Hand fand einen Pflasterstein, den ich meiner Peinigerin gegen den Kopf geschlagen habe. Platzwunde. Eltern kamen. Polizei kam zu uns nach Hause. Stubenarrest. Schläge. Peinlichkeik und Scham. Danach habe ich mich nicht mehr gewehrt.

Ich habe Angst davor, jemanden mit meinen Problemen zu belasten, weil das so ziemlich mit das Schlimmste ist, was man jemanden zumuten kann.  So habe ich es gelernt.  Niemand dufte über meine bzw. unsere Probleme wissen. Alles blieb immer hinter verschlossenen Türen und muss alleine geregelt werden. Allernotfalls durfte ich etwas ganz zart andeuten, mehr auf keinen Fall. Alles andere hatte heftigste Konsequenzen.  Das ist z.T. heute immer noch so. Innerhalb meiner Geschwister ist es so, dass ich mit meinen Problemen (Depression, finanzielle Probl.,  usw.) alleine bin und nicht bzw. nur im allergrößten Notfall darüber sprechen darf.  Mir wurde und wird gesagt, dass alle ihre eigenen Probleme haben und davon nichts hören wollen. Außerdem habe ich ja alles selbst verschuldet. Eine andere Aussage ist, dass ich eben zu nah am Wasser gebaut bin, zu schwach bin, eine Heulsuse bin und immer schon Problemchen gehabt hätte.

Das stimmt auch. Aber ich bin auch stark und mutig. Ganz oft habe ich die Leute angeführt und bin vorausgegangen – trotz aller Angst. Nach der Schulzeit mit neuen Menschen um mich herum, die nichts von meiner Vergangenheit wussten, ging das.  Aber die Angst ist IMMER da. Vor irgendetwas habe ich immer Angst. Im Büro hatte ich Angst vor dem Telefonieren und vor Fragen, die ich nicht beantworten kann. Ich habe Angst davor, englisch zu sprechen, obwohl ich es mal geliebt habe. Mein Kopf verweigert sogar manchmal, englisch zu lesen. Und es gibt immer mehr Dinge, vor denen ich Angst oder sogar Panik habe. Jetzt traue ich mich nicht mehr auf Rolltreppen, auch nur sehr schwer und mit höchster Not über normale, freihängende Treppen, über Glasübergänge, über Brücken. Höhenangst hatte ich sowieso schon immer und unter die Erde kann ich auch nicht gehen. Glasaufzüge gehen nur mit geschlossenen Augen,  Seilbahnen oder Gitterroste zum Drüberlaufen an Ausflugsorten gehen gar nicht. Angst vor Spinnen und ähnlichen Viechern habe ich auch, sofern sie in der Wohnung sind.  Angst vorm Telefonieren mit Fremden oder halbfremden Leuten habe ich auch. Manchmal habe ich Angst vor Briefen oder davor, Entscheidungen zu treffen, weil ich nie wirklich weiß, ob ich korrekt handle.  Manchmal habe ich sogar Angst vor dem Schlafen.

Ich habe versucht, mich einigen Ängsten zu stellen und das mutig durchzustehen oder mit Gelassenheit und Entspannung anzugehen. Aber unvermittelt und ohne Vorwarnung bekomme ich immer wieder  das Gefühl, ich würde ohnmächtig, mir wird grottenschwindelig und übel, die Beine sacken weg  und ich fühle mich wie kurz vor dem Herzinfarkt oder drehe fast durch innerlich. So bleibt mir mittlerweise nur noch, diese Situationen zu vermeiden, um irgendwie über diese Phasen zu kommen.

Und natürlich habe ich auch ein bisschen Angst davor, diesen blog zu schreiben und vieles über mich sichtbar zu machen. Ich habe Angst vor Kritik und Abwertung, habe auch Angst vor eurer neuen Meinung über mich, besonders, wenn ihr mich immer für stark und souverän gehalten habt.  Aber das alles sind Seiten von mir, die vorhanden sind. Ich bin MEHR als nur ….. .

Ich bin Conny – und vielleicht ist da irgendwo versteckt in mir auch noch die starke Cornelia. Die Hornträgerin (na klar, als Vollblut-Widderfrau), die mit dem Kopf durch die Wand geht und gar nicht bemerkt, dass die Türe direkt daneben weit offen steht.

Und eins weiß ich sicher – dieser Spruch da oben mag ja mein Konfirmationsspruch gewesen sein – aber er wird ganz sicher nicht in meiner letzten Anzeige stehen! Bis dahin habe ich das durch!

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