Connys Welt … oder "higher than heaven" ;-)

Beiträge mit Schlagwort ‘Depression’

103 Tage in Japan


Hallo ihr Lieben,

langsam wird es Zeit für einen neuen, eigenen Blogeintrag. Den habe ich schon lange vor mir hergeschoben, weil ich es einfach nicht aufschreiben wollte. Denn immer, wenn irgendwas aufgeschrieben wird, ist es wahr – zumindest im Bewusstsein.  Dazu komme ich später nochmal …

103 Tage! 

Seit 103 Tagen ist meine Tochter jetzt schon in Japan! Es ist kaum zu fassen! Sie hatte sich genau vor einem Jahr für ein Auslandsjahr im Rahmen ihres Masterstudiums in Japan an ihrer Uni beworben und die Zusage bekommen. Dann ging alles ganz schnell! Es musste soooo viel erledigt werden: Reisepass mit Fotos, Visum, Reiseplanung und alles, was dazu gehört. Das letzte Jahr ist durch die ganze Planung einfach so vorbeigeflogen. Wir haben aber dennoch jeden gemeinsamen Tag sehr genossen, weil nach der Zusage absehbar war, dass sie spätestens Ende März 2019 für ein Jahr nach Yokohama ziehen wird. Das war ganz schon hart, muss ich sagen. Wir waren ja vorher maximal mal 14 Tage voneinander getrennt. Natürlich ist mir klar, dass das der normale Lauf der Dinge ist, dass Kinder ausziehen, aber trotzdem ist es nicht leicht. Das ist ja auch jetzt kein wirklicher Auszug, sondern nur ein Jahr. Was danach kommt, werden wir sehen. Sie kommt auf jeden Fall im nächsten Frühjahr erstmal wieder zurück. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten. Unsere beiden Katzen vermissen sie natürlich auch. Ich versuche, hier alles im Lot zu halten und das Beste draus zu machen. Die Sehnsucht ist natürlich auf allen Seiten da – auch von ihrer Seite. Aber glücklicherweise hat sie es super in Shonandai (so heißt der Ort) in ihrem Wohnheim angetroffen. Es ist war alles ungewohnt, aber die Leute sind super nett und sie hat auch schnell Anschluss und neue Freundinnen gefunden. Das beruhigt mich sehr und darüber freue ich mich. Glücklicherweise können wir guten Kontakt halten – WhatsApp und Skype sei Dank! 😉 Wenn ich mir vorstelle, das Ganze wäre zig Jahre vorher passiert, wo es diese Möglichkeiten noch nicht gegeben hat und man auf Briefe angewiesen wäre, die wochenlang unterwegs sind ….. unerträglich. Ich bin sehr froh und glücklich, dass wir durch die neuen Medien die Möglichkeit haben, zeitnah Bilder und Informationen auszutauschen. So ist das alles halb so schlimm. 🙂

Um nochmal auf die Sache mit dem Bewusstsein zurückzukommen. Ja, mir ist klar, dass alles einen ganz normalen Weg läuft. Sie ist ja auch erwachsen und das weiß ich schon ewig. Nur ist es halt nicht einfach, wenn man sie nicht mal eben schnell durchknuddeln kann – oder trösten mit Umarmung oder so. Dass muss alles jetzt ohne Körperkontakt sein.  Auch jetzt, wo wieder ein Todesfall in der Familie eingetreten ist. Das sind natürlich dann Momente, wo es wirklich nicht einfach ist – ganz besonders für sie – denn eine ihrer Tanten ist in der letzten Woche gestorben. (Mach’s gut, liebe Siggi).  Aber es ist, wie es ist! It ist, what it is – singt auch Johnny Logan – und wie schon so oft, haben seine Texte wieder tiefe Bedeutung in meinem Leben.  Wenn ich daran denke, dass sie noch 9 Monate lang ca. 10.000 km Luftlinie von hier weg ist – puh – da krieg ich Schnappatmung. Also stelle ich mir einfach vor, sie wäre im Urlaub. Fast so wie bei Momo

Und so denke ich immer nur an den nächsten Tag, den kommenden Abend, das kommende Wochenende und stelle mir vor, dass das einfach ein ganz normaler Urlaub wäre – und kein ganzes Jahr. Schritt für Schritt – Laufen – Atmen – Lächeln – weiter. So geht das! Es funktioniert! Und ich freue mich, wenn ich von ihr höre, lese oder Bilder und Videos von dieser wundervollen Zeit in Japan bekomme. So bin ich ganz nah bei ihr und an ihrem Leben. Es fühlt sich gut an! Es macht mich glücklich, wenn ich sehen kann, dass es ihr gut geht und sie ganz viele tolle Dinge erlebt, nette Leute kennengelernt, neue Kulturen hautnah erleben kann.

Natürlich mach ich mir auch Sorgen. Denn in Japan gibt es Erdbeben (3 hat sie schon mitgemacht – und auch das entsprechende Überlebenstraining bei Stufe 7 an der Uni), Taifune (auch den hatte sie schon), Starkregen und Überschwemmungen und was weiß ich noch alles. Sie hat in den vergangenen 3 Monaten schon sehr viel erlebt. Sogar den Kaiserwechsel und die neue „Reiwa“-Ära! Wahnsinn, oder? 🙂

Ich bin so stolz auf sie! 

Und da ich Japan ebenso liebe wie Irland, freue ich mich riesig mit ihr –

Abflug nach Japan – ein harter Tag und ein großer Schritt!

ihr neues Reich – 9 Quadratmeter im Wohnheim

die unglaublich tollen Toiletten in Japan mit Spülung, Bidetfunktion, Anwärmen, Musik und was weiß ich noch für Gedöns  (ich bin total begeistert davon und möchte auch so ein Wunderwerk der Toilettenkultur) 😉

 die wunderschöne, aber kurze Kirschblütenzeit

das Penisfestival Kanamara-Matsuri (japanisch かなまら祭) 😉 ,

die immens prächtige und überall gegenwärtige Blütenpracht

Tempel- und Schreinbesuche

Pokemon-Cafe, Square Enix Event, Kingdom Hearts Event, Okami/Amatarasu, Detective Conan, die überall aufgestellten Automaten mit allem möglichen Zeug drin und Kawaii-Sachen 😉

Neue Freunde, mit denen sie feiern, lachen, essen, kochen, auf dem deutschen Frühlingsfest Bier trinken und singen kann – natürlich alles auf japanisch 🙂

den mächtigen Mt. Fuji, den sie von ihrer Uni aus sehen kann und fast von ihrem Wohnheim aus auch

das gestrige Shonan Hiratsuka Tanabata Festival

Tanabata (Hoshimatsuri (“Sternenfest”) oder Sasa no sekku (“Jahresfest des Bambuszweigs”) genannt – hier sollen die Wünsche, die auf kleine Papierstreifen geschrieben und an Bambus gehängt werden, wahr werden.)

die wundervollen Stadt- und Landschaftsbilder, gepflegte Orte, Blumen überall, eine andere Welt  (und Treppen, Treppen, Treppen)

und sooo vieles mehr. 🙂  Ich glühe mit ihr vor Freude, wenn sie voller Leidenschaft davon erzählt.

Erwähnte ich schon, dass ich mega-mega-mega-stolz auf sie bin? 😉  Und total verliebt in Japan :-)  Das war ich schon damals in den 1980ern, als ich als Sekretärin bei Dr. Bebber in der Krupp Industrietechnik, Abt. Plasmatechnik, gearbeitet habe. Das war mein erster Job als Sekretärin, und hier hat mich der Japan-Virus infiziert, weil wir viel mit Japan zu tun hatten. 🙂

Und so freue ich mich einfach jedes Mal über neue Bilder (und wenn es nur die der beiden täglichen Mahlzeiten im Mädchenwohnheim sind, die Bestandteil der Unterbringung sind).

Das hier ist z.B. ein Beispiel für ein Frühstück. hmmmmm lecker 🙂

Und das ist ein Abendessen 🙂 hmmmmm auch sehr lecker 🙂

Und was ist mir mir? Neben der ganzen Planung und Organisation, die diese neue Aufgabe JAPAN mit sich bringt?

Wie gehe ich mit dieser großen Lücke um, die hier in meinem Leben, in meinem Alltag entstanden ist? Wie mit dem brennenden Gefühl der Leere tief in mir? Wie mit der Angst?

Ich übe mich im Loslassen! Das scheint ja jetzt meine Aufgabe zu sein.

Also lasse ich los – Verantwortung – Planung für zwei – Organisation für zwei. Ich lerne – langsam – für eine Person zu kochen (falls ich denn mal koche). Das lohnt sich einfach nicht und ich hab auch keinen großen Hunger mehr. Manchmal falle ich in alte Muster zurück und koche für eine ganze Kompanie. Alles schon passiert! 😉

Ich plane meinen Alltag. Langeweile gibt es nicht und gab es auch noch nie in meinem Leben. Ich miste meine Wohnung aus und leere meine Schränke meinen Keller und meinen ganzen Mist, der sich seit 1980 hier im Haus angesammelt hat.  Stück für Stück – Schritt für Schritt. Ich erkunde beim Nordic Walking neue Gegenden – gehe neue Wege – erforsche. Manchmal will ich einfach nicht vor die Tür gehen. Manchmal komme ich nicht hoch, weil ich einfach total erschöpft bin. Manchmal will ich einfach nur schlafen und manchmal kann ich es tagelang (nächtelang) nicht. Ich bin dabei, mich selbst neu zu definieren, meinen eigenen Sinn zu finden. Und ich versuche, herauszufinden, was ICH eigentlich will.  Fast mein ganzes bisheriges Leben lang (bis auf die Zeit während meiner Ausbildung, als ich alleine gewohnt habe und die ich gehasst habe) war ich für jemanden mitverantwortlich, habe mit jemandem gewohnt. Als Kind im Sauerland im Alter von 10 Jahren für meine Mutter, weil mein Stiefvater den ganzen Tag als Fernfahrer unterwegs war und meine Mutter sehr krank war. Dann mit 14, als sie gestorben war, war ich für Haushalt und Essen im Haus verantwortlich. Danach ging es immer so weiter – bis heute. Jetzt bin ich nur noch für mich und die Katzen verantwortlich. Und ich bin natürlich dafür verantwortlich, dass ich fit bin, wenn meine Tochter im nächsten Jahr wiederkommt. Wie gerne würde ich im nächsten Frühjahr hinfliegen (vage geplant ist es, aber ob es finanziell machbar sein wird, steht noch in den Sternen). Aber bis dahin miste ich hier alles aus – Werte, die nicht mehr stimmig sind – Gedöns und Gerödel, was sich angesammelt hat (weil man es irgendwann vielleicht nochmal gebrauchen kann). Ich habe früh gelernt, Sachen zu behalten, weil man ja nie weiß, ob man es irgendwann noch braucht und ob man es dann wieder neu beschaffen kann.

Jetzt bin ich aber in meinem Bewusstsein so weit, dass ich mir sage, dass es egal ist, ob ich es nochmal brauche nach vielen Jahren. Wenn es weg ist, ist es weg. Aus den Augen, aus dem Sinn – und es belastet nicht mehr.  Es gibt immer noch eine andere Option! Es gibt immer noch andere Möglichkeiten!

Plunder belastet nur! Klamotten, in die nicht mehr reinpasse, belasten mich und machen ein schlechtes Gewissen. Diese Macht möchte ich meinen Altlasten nicht mehr geben! Raus damit! Das befreit und entlastet!

Loslassen! Auf allen Ebenen! Ist nicht einfach, aber wenn man einmal das befreiende Gefühl erlebt hat, erleichtert es das Durchatmen.  Es weht frischer Wind. Neues wird möglich. Das Leben ist ein steter Wandel – jede Minute – jede Sekunde ändert sich etwas. Mitgehen oder Aufgeben? Diese Frage hat sich schon millionenmal in meinem Leben gestellt und die Antwort war immer: Mitgehen und daran wachsen! Und so mache ich das auch jetzt! Mitgehen und wachsen! Neues lernen und sich entwickeln!

Ich habe mich sogar getraut und vor einiger Zeit zum ersten Mal im Leben meine Fahrradschläuche gewechselt. Da dachte ich auch, dass ich das nicht könnte! Aber ich konnte! Mit Hilfe von Youtube und seehr viel Geduld, Tee trinken und mehreren Versuchen habe ich es geschafft. Das war ein riesiger Schritt für mich, nicht mehr zu warten, bis es jemand macht (der es versprochen hatte, aber es aus Zeitnot immer wieder verschoben und verschoben hat). Ich hab es einfach in die eigenen Hände genommen – probiert – und es geschafft. 🙂

Auch darauf bin ich stolz! Es geht also immer weiter. Lernen – mitgehen – wachsen. Manchmal scheitere ich. Auch das kommt vor. Dann stagniert alles – so wie beim Aufräumen gerade. Es ging seit 3 Wochen nicht voran. Mir fehlte die Kraft. Ich habe halb angefangen und hatte keine Energie, weiterzumachen. So stand der ganze Mist einfach im Weg herum – schlechtes Gewissen inklusive. Bis am Wochenende plötzlich wieder etwas möglich war. Mit Kleinigkeiten habe ich angefangen und dann ging es wieder. Auch damit muss ich  klar kommen. Durch meine Depression und chronische Rücken- und Fußschmerzen geht nicht immer alles so, wie ich es gerne hätte.  Aber Aufgeben ist keine Option. Also wie bei Momo – anhalten, Luft holen, warten, bis es wieder möglich ist und dann weitermachen. Schritt für Schritt. Irgendwie. Das ist das Leben! So geht das! Immer wieder neu, immer wieder aufregend, entspannend, kreativ. Ich gestalte meine Welt! Nur ich alleine! So wie jeder von uns. Niemand sonst ist dafür verantwortlich. Wie ich die Dinge sehe und bewerte, gestaltet meine Welt. Es ging vieles daneben und das hat mich auch erschüttert und umgehauen. Aber ich habe meditiert, reflektiert, neu bewertet – und dann ging es wieder weiter. Mit neuem Mut.

So – dieser Text musste jetzt einfach mal schnell geschrieben werden.

Liebe Grüße nach Shonandai, liebe Angie! Genieße deine wunderbare Zeit im Land des Lächelns. 🙂

4 Erdbeben!

Während ich das schreibe, gibt es gerade wieder eins Stufe 3, schreibt sie mir gerade mitten in der Nacht – Mist! Erwähnte ich schon, dass ich Erdbeben hasse?

hadili

🙂

Zu dick? Was ist schön? Beurteilungen


Es nervt mich, wenn Leute, die dicker sind als andere, von Außenstehenden vorverurteilend und unüberlegt als fett, faul, dumm und gefräßig abgewertet werden. Ähnlich vorschnell bewertet werden Leute, die viel dünner sind als andere. Beides hat oft viele und tiefere Gründe.

Ich war immer sehr schlank, habe dann vor vielen Jahren aufgehört zu rauchen und im Laufe meines Lebens durch viele erschütternde und sehr belastende Situationen, Erkrankungen und diverse Medikamente sehr viel zugenommen. Oft war ich in vielerlei Hinsicht bewegungs- und handlungsunfähig Jetzt habe ich einen dickeren Körper, aber das habe ich in Kauf genommen und es war mir nicht so wichtig, wie langsam (und mit vielen Rückschlägen) wieder auf die Beine zu kommen.

Das kann jedem passieren! Ich komme damit klar, habe auch schon wieder einiges abgenommen und mache, was ich kann und was mir gut tut.

Wenn ich jemandem zu dick bin, ist mir das egal. Einige Personen diskriminieren mich! Nicht wenige finden mich schön oder sexy, trauen sich aber nicht, das vor ihrer Familie oder Freunden zuzugeben. Ich habe schon viele verbale Demütigungen hinnehmen müssen. Früher, als ich dünn war, fanden sie andere dumme Gründe (fremde Stadt, Waise, Intelligenz und so weiter), heute ist es mein „Fett“, meine Krankheit oder meine momentane finanzielle Situation.

Pah! Leute, die mich beurteilen wollen, sollten erstmal in meinen Schuhen laufen und selbst das gibt niemandem das Recht auf ein Urteil über mich . Ich stehe zu mir und bin stolz auf das, was ich schon alles im Leben geschafft habe und auf meine Familie .

Was macht schön? Was ist schön? Wer ist schön? Ist es nicht immer das gewisse „Etwas“? Das bedeutet für jeden etwas anderes.

Und irgendetwas an oder in jedem Menschen ist schön!

Man muss nur mal genauer hinschauen

Vielleicht bin ich dir „zu fett“, wahrscheinlich weißt du aber auch längst, dass du mir einfach zu blöd bist! Ich kann abnehmen – aber du?

Das musste jetzt mal raus, weil es gerade wieder aktuell ist.

Abnehm-Kurve, Stand 6.10.2016


Sie sieht’s im Moment aus. Es fällt und steigt wieder und fällt wieder – Tendenz jedoch weiterhin sinkend. 🙂

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Gegessen habe ich eigentlich fast alles, aber achtsamer, reduzierter und mit Blick auf fddb.info. Auf Weizenprodukte und Kartoffeln, Reis, Nudeln habe ich in der Regel verzichtet, aber ab und zu auch mal ein paar Plätzchen oder eine Kokosmakrone gegessen oder einen Löffel Mehl oder Paniermehl zum Kochen benutzt. Die Beilagen fehlen uns immer noch nicht. Das Kochen klappt weiterhin richtig gut. Wir waren im vergangenen Monat auch 1 x Köttbullar mit Pommes essen und 1 x hatten wir Döner (mit knackigem Brot) von unserem Lieblings-Dönermann.

Nerventechnisch waren die letzten Wochen auch wieder ziemlich hart. Wir hatten einiges durchzustehen und ich bin auch mit vielen Sachen noch nicht fertig. Leider bin ich immer sehr schnell erschöpft, kann aber trotzdem kaum schlafen. Mehr als 2 – 3 Stunden am Stück sind in pro Nacht nicht drin, wenn überhaupt. Dann bin ich wach und denke direkt wieder nach. Das kann dann schon mal wieder locker 1 – 2 Stunden oder mehr dauern, bis ich dann wieder zur Ruhe komme. Daher hat sich sportlich gesehen auch nicht sehr viel getan, weil einfach keine Zeit dafür bereit stand oder ich zu erschöpft war oder der Rücken/Kopf wieder zu sehr geschmerzt haben. Das ist ja bei mir immer so, wenn ich Sorgen habe.

Aber gestern haben wir unseren inneren Schweinehund überwunden und  waren mal wieder ganz spontan schwimmen. Wir haben zum ersten Mal das ungeliebte Hallenbad unseres Ortes ausprobiert. Ungeliebt ist es bei der Bevölkerung deshalb, weil dafür unser schönes Freibad mit Wellenbad und das alte Hallenbad, was zentral in der Innenstadt gelegen war, schließen musste. Das neue Bad ist außerhalb des Ortes am See, fast unerreichbar für Leute ohne PKW. Aber ich wollte gestern nicht so weit fahren, wie wir sonst gefahren sind. Hab momentan ein kleines Autofahren-Problem, was größere Strecken oder Autobahn angeht.

Hallenbad Toeppersee

Und daher haben wir das neue Hallenbad ausprobiert.  Das war echt schön und alles sauber. Allerdings gibt es in diesem Bad nur ein „Sportbecken“ (31 x 20 m), welches grundsätzlich nur für Vereine und Schulen geöffnet und für den Normalschwimmer gesperrt wird und ein kleineres „Bürgerbecken“ (gruseliger Name, finde ich). Das ist eher ein Planschbecken für Erwachsene, nur 15 x 20 m groß.  Es ist schon klein und ungewohnt, wenn man das große 50-m-Becken im Freibad gewohnt ist. Bahnenschwimmen in diesem „Pool“ fühlt sich da sehr komisch an. Was mich auch sehr gestört hat an diesem Bad ist die Tatsache, dass an fast allen Seitenwänden auffallend das Wort „Verboten“ steht. „Vom Beckenrand springen verboten“, „Auf die Mauer klettern verboten“ usw.. Das fand ich sehr bedrückend (kann aber auch an meiner Grundstimmung liegen). Auch die Wasserspielzeuge, die hinter Käfigen verschlossen, aber für alle gut sichtbar waren, haben mir nicht gefallen. Ich finde, da hätte man sie lieber ganz aus dem Sichtfeld nehmen sollen. Eine kleine Kiste mit Wasser-Spiel-Brettern stand allerdings auch offen zugänglich herum. So empfand ich die Grundstimmung im Hallenbad trotz roter Liegestühle und Schirmchen als ziemlich streng und nicht freundlich und gelöst. Vielleicht ist das auch der Grund, dass so wenig Leute schwimmen waren. Teilweise hatten wir das Bürgerbecken fast für uns alleine oder hatten Gesellschaft von nur  3 – 4 Personen . Aber wir haben es geschafft, fast 1,5 km zu schwimmen. Hat zwar ein paar Stunden und Beckenwechsel gedauert, aber wir waren wirklich gut und konsequent. 🙂

Mal sehen, wie es weitergeht.

Ich wünsche euch einen schönen Herbst.

Conny

Kein connys low carb heute, sondern Pizza, Schwimmen, Party und Gewitter


Wie ich bereits sagte, haben wir über’s Wochenende Besuch von einer Freundin meiner Tochter. Die beiden jungen Damen sind heute Abend bei einer anderen gemeinsamen Freundin groß Geburtstag und Abschied feiern. Da fällt low carb natürlich aus. Und aus diesem Grunde habe ich mich auf Wunsch solidarisch erklärt und heute ebenfalls low carb ausfallen lassen.

Zum Frühstück wäre es unpassend bzw. unhöflich gewesen, wenn wir einen Eiweiß-Shake getrunken hätten. Und so haben wir alle gemeinsam eine Portion Cini-Minis gegessen, die ich noch im Hause habe.

Gegen 9.30 Uhr sind wir zum Freibad gefahren, da die beiden Frauen schon am frühen Nachmittag wieder zuhause sein wollten, um sich für die abendliche Party fertig zu machen. Das Freibad war erst von wenigen Gästen besucht, als wir ankamen. Und so konnten wir uns fast alleine im Becken tummeln und unsere Bahnen ziehen. Im Schein der Morgensonne war das besonders schön. Müssen wir unbedingt wiederholen. 🙂 Wir sind mehrmals ziemlich lange im Wasser geblieben und hatten viel Spaß, haben dann auf der Decke Karten gespielt, Gurken und Weintrauben und eine Friko gegessen und sind gegen 15 Uhr wieder nach Hause gefahren. Dort haben wir wegen der Hitze (hier waren locker 38 °C) noch ein Sandwich-Eis gegessen und dann habe ich sie zum Bahnhof gebracht, da beide heute auf der Party nicht nüchtern bleiben und somit auch nicht mehr selbst fahren wollten. Sehr vernünftig!

Ein paar Stunden später war ich dann alleine und habe mir die versprochene Pizza bestellt. Dazu habe ich eine neue Pizzeria, die kürzlich in der Nähe eröffnet hat, ausprobiert. Sie haben ruckzuck geliefert und die Pizza war wirklich klasse. Die Lieferantin allerdings hatte ein paar Probleme: Zuerst hat sie unser Haus nicht gefunden, so sagte sie mir, obwohl an der Quer- und Frontseite die Hausnummer steht. Dann wusste sie nicht, was die Pizza kostet. Dann konnte sie das Geld nicht korrekt zählen, was ich ihr gegeben habe und sie wusste auch nicht, wie hoch das Rückgeld sein musste. Aber ich habe ihr gerne geholfen. 😉 Hat mich nur sehr verwundert, dass jemand, der solche Probleme mit dem Rechnen hat, zum Pizza-Austragen geschickt wird. Aber das kommt bei anderen Lieferdiensten auch sehr oft vor. Man muss immer aufpassen, sonst fällt das Rückgeld oft zu klein aus, obwohl ich immer Trinkgeld gebe. Besonders sicher im Kopfrechnen war schon lange niemand mehr.

Und es ist etwas passiert, was ich nicht für möglich gehalten habe, weil ich in der letzten Zeit eher kleinere Mahlzeiten gegessen habe: Ich habe die Pizza komplett verputzt! Direkt aus dem Karton. Mache ich sonst NIE. Ich hasse es, Pizza aus dem Karton zu essen und lege sie mir immer auf einen Teller, weil ich den Pappe-Geruch hasse. Konnte aber jetzt einfach nicht mehr aufhören. Das war wie eine Sucht, richtig gierig. Ich frage mich, wie die überhaupt in meinen Magen gepasst hat. Ich habe schon seit Jahren keine ganze Pizza mehr gegessen. Sehr merkwürdig! Und sie war soo lecker!

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Danach war ich platt! Habe den restlichen Tag nur noch Wasser getrunken und habe vom Essen erstmal genug.

Und passend zum Kalorien-Gewitter kam am Abend auch noch das richtige Gewitter. Wie gut, dass ich nicht nochmal ins Schwimmbad gefahren bin, obwohl ich darüber nachgedacht habe. Aber es zog sich irgendwie schon früher zu.

Ich ziehe mich jetzt für heute erstmal zurück. Mein Magen und mein Gehirn haben schon auf „Pause“ und „Gewitter“ geschaltet. Hier ist eine Glühbirne geplatzt, die Wohnungs-Sicherung ist durchgeknallt und bei mir irgendwie auch. Plötzlich stand ich im Dunkeln. Und so habe ich vorhin am Telefon einfach überreagiert, als ich um einen kleinen Gefallen gebeten wurde, der eigentlich für mich immer selbstverständlich ist. Damit muss ich jetzt erstmal fertig werden. Total doof gelaufen und war meine Schuld. 😦 Wir haben das aber inzwischen wieder geklärt.

 

 

Amoxillin-Allergie


Vorgestern fing es an. Als ich morgens wach wurde, hatte ich Hunderte von Pusteln auf der Brust. Im Laufe des Tages verteilten sie sich dann vom Oberkörper aus über die Arme bis über den gesamten Rücken. Und der Juckreiz wurde schlimmer und schlimmer. So bin ich gestern aufgrund einer Empfehlung zuerst im Nachbarort zu einem Allergologen gefahren, bei dem ich aber nicht an der Arzthelferin vorbei gekommen bin. Sie wären dafür nicht zuständig: Ich hätte erst zum Hausarzt, dann zum Hautarzt und danach zu ihm kommen müssen (Wartezeit je Arzt ab ca. 3 Stunden). Da mich dieser Ausschlag aber auch ziemlich schwächeln ließ und ich für so einen Wartezimmer-Marathon keinen Nerv hatte, habe ich es noch bei einem Hautarzt in unserem Ort versucht. Und ich hatte Glück. Am frühen Nachmittag konnte ich im Wartezimmer Platz nehmen und gegen 18.00 Uhr war ich als Letzte endlich dran. Der Arzt hat sich wirklich viel Zeit genommen und war sehr nett. Nachdem ich ihm von meiner langen Grippezeit und der dazugehörenden Behandlung erzählt habe und nach eingehender Untersuchung, war für ihn klar, dass ich an einer Amoxillin-Allergie leide. Zuerst wollte er eine Cortison-Kur aufschreiben, aber da ich immer noch mit Depressionen und Angstzuständen und Panikattacken zu tun habe, hat er davon abgeraten und mir alternative Tabletten aufgeschrieben. Cortison könnte evtl. die Depressionen und Angst verstärken. Dazu bekam ich ein Rezept für eine angemischte Salbe. Er entließ mich mit dem Hinweis, dass ich damit vermutlich eine Zeitlang zu tun hätte.

In der Apotheke habe ich dann aufs Anmischen der Salbe nochmal  30 Minuten gewartet, weil sie es zwischendurch vergessen hatten. Jetzt habe ich einen großen Tiegel Salbe mit Cortison (warum auch immer, konnte mir die Apothekerin nicht erklären). Sie meinte nur, es wäre nur eine geringe Menge Cortison enthalten und ich dürfte die Salbe nur zwei Mal am Tag sehr dünn auftragen und sollte zwischendurch mit duft- und farbstofffreier Salbe die Haut geschmeidig halten.

Es juckt wie verrückt und ich sehe aus wie jemand, der Masern, Windpocken und Röteln gleichzeitig hat – und das am ganzen Körper, sogar im Gesicht.

Diese Grippe mit ihren Folgeerkrankungen hatte es wirklich in sich. Sowas braucht doch kein Mensch. Zwei Mal zwei Wochen Grippe mit hohem Fieber über 39,5, anschließend zwei Wochen immer noch ständig krampfartige Hustenanfälle – und jetzt auch als juckender Streuselkuchen durch die Gegend laufen –  sowas hatte ich noch nie. Muss ich auch nie wieder haben – nein danke!

Hoffentlich geht das schnell wieder vorbei. Im Moment wird es einfach immer noch schlimmer.

Bleibt gesund, ihr Lieben!

Eure Conny

 

Zukunftswunsch für Möbel für dicke Leute


Ich habe gerade auf Facebook eine Umfrage gesehen, wo es darum ging, wie Möbel für uns dickere Menschen gemacht sein sollten. Da ich seit einer Weile einen neuen, stabilen, bezahlbaren Bürostuhl suche, habe ich mir darüber schon so einige Gedanken gemacht und erzähle euch von meinen Wünschen dazu und plaudere aus dem Nähkästchen, wie es bei uns momentan aussieht.

Der Stuhl sollte natürlich gut aussehen (und nicht unförmig, wie so viele Dinge, die für Dicke gemacht werden), stabil sein, eine hohe Lehne haben, damit ich auch mal meinen Kopf nach hinten legen kann und nicht unterhalb meiner Schulter der Stuhl schon zu Ende ist. Ich möchte auch gerne mal meine Massagematte auflegen können – auch dafür muss er eine hohe Lehne haben. Außerdem möchte ich keinen Stuhl, durch den man durchschauen kann – also keine Netzstrukturen oder sowas. Das gefällt mir einfach nicht. Gut wäre auch, wenn der Bezug stabil und haltbar wäre und nicht direkt immer am unteren Rand einreißt, wie es bei einigen unserer Stühle ist (Dehnbarkeit muss gegeben sein).

Die Funktionshebel müssen gut erreichbar sein (der Bauch stört nun mal beim Vornüberbeugen ein wenig), sollten aber nicht so weit abstehen, dass man daran hängen bleibt. Er sollte auch in hoch ausgefahrener Position stabil sein (und nicht nur den Eindruck machen!). Die Rollen sollten stabil sein, sich aber nicht in den Boden drücken. Irgendwas wird da sicher machbar sein. Von einem Fünfer-Drehkreuz als Fuß gehe ich einfach mal aus – der Sicherheit wegen. Ich mag es auch, wenn er ein bisschen wippen kann. So kann ich immer mal ein bisschen Streß abbauen. Meine Tochter hasst das, sie hat lieber einen unwippenden Stuhl. Vielleicht liegt es daran, dass ein früherer Drehstuhl beim Kippeln mal nach hinten umgefallen ist. Das darf NIE passieren! Optimalerweise wäre so ein Stuhl auch noch Katzenkrallenfest. So einen Stuhl habe ich bereits. Er ist schon fast 30 Jahre alt (da war ich noch gertenschlank). Der Bezug hat noch keine Löcher! Es geht also!
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 Das ist der uralte Stuhl, der katzenkrallenfest ist.  Die Lehne ist kürzlich abgefallen, weil die Schraube gebrochen war. Das wurde notdürftig repariert. Jetzt ist die Lehne fest, aber total fixiert und das Sitzen darauf tut nur noch weh. Schade drum. Er steht im Wohnzimmer und wird zum Zuschneiden, Bügeln oder als Esstischstuhl benutzt.

Meine jüngeren Stühle haben alle einen kaputten Bezug. Leider!
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Der schwarze Stuhl ist mein Lieblingsstuhl. Er ist stabil, hat eine leicht kippelnde Lehne zum Entspannen, ist eigentlich auch von der Lehne her hoch genug und von der Sitzfläche breit genug, so dass die Armlehnen nicht drücken. Leider ist der Bezug kaputt. Daher liegt meistens eine Decke oder ein Kissen drauf. Auf diesem Stuhl sitze ich zum Nähen. Das ist bequem, weil ich ihn in der Höhe verstellen kann und somit keine Probleme mit dem Tischbein oder dem Fußpedal habe.

 

 

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Diesmal mit Massagematte – nur aufgelegt, nicht fixiert.

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Oben ist ein Stuhl, der noch aus „Kinderzimmerzeiten“ übrig geblieben ist. „König der Löwen“ ist und bleibt einfach klasse. 🙂  Dieser Stuhl steht in der Küche. Er sieht klein und harmlos aus, ist aber sehr stabil und knarrt nicht mal.  Das Kissen darauf liegt eigentlich weiter vorne, dann sieht man das Eingerissene nicht mehr so. Ich  habe das nur zum Fotografieren nach hinten geschoben. Auf ihm sitze ich, wenn ich in der Küche arbeite, Essen schnipple, koche und beim Spülen. Lange stehen kann ich immer noch nicht seit dem Bandscheibenschaden. Ich bin heilfroh, dass die Küche so klein ist und ich mich mit dem kleinen Drehstuhl so gut bewegen kann. Eine Drehung vom Tisch zum Ofen, zur Spüle, zum Kühlschrank, zu den Unterschränken. Ich sitze zwar nicht nur, aber manchmal kann ich kaum stehen bleiben – und schon gar nicht krumm, weil die Arbeitsfläche/Spülfläche zu tief für mich ist.

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Das ist ein Stuhl, den ich geschenkt bekommen habe. Leider ist auch hier die Sitzfläche kaputt und insgesamt ist er ziemlich steif. Lange sitzen kann ich hier nicht, denn dann tut mir sofort der Rücken weh.

 

Für alle Stühle habe ich schon Stoff zum Beziehen gekauft, bin aber noch nicht zum Nähen gekommen.

 

Mir ist noch etwas eingefallen/aufgefallen, was ich gerne verändert und an mich dicke Person angepasst hätte: In Möbelhäusern bzw. generell außerhalb meiner Wohnung (auch nicht in Eisdielen, Cafes, ect.) setze ich mich nicht nur nicht mehr auf die Stühle und Drehstühle, weil ich mir Sorgen machen, ob sie mich aushalten. Ich vermeide mittlerweile auch die schönste Couch, wenn sie zu tief (Bodenhöhe) ist oder die Sitzfläche nach hinten hin zu schmal ist. Auch wenn die Seitenteile instabil aussehen, würde ich sie nicht benutzen, da ich Angst hätte, dass sie beim Aufstützen abbrechen. Auch schmale Füsse von Couchen machen mir mittlerweile Sorgen, weil ich mich ja manchmal mehr oder weniger plumpsend in die Kissen fallen lasse, weil der Rücken durch Bandscheibenprobleme nicht so stark ist, wie er sein sollte. Dann bete ich jedes Mal inständig, dass die Füsschen nicht abnicken. Ganz besonders auch, wenn ich bei anderen zu Besuch bin. In der Familie/Freundeskreis darf ich bei einigen Leuten nicht mehr mit am Tisch sitzen, weil sie Angst um ihre leichten Alustühle haben. Da bekomme ich immer vom Speicher so einen alten Holzstuhl runtergebracht. Der ist potthässlich, aber ich nehme es hin, weil ich nichts kaputtmachen will. Aber es ist trotzdem irgendwie eine Ausgrenzung und ich muss immer ein ernstes Wort mit meinem Selbstwertgefühl reden.  Aber lieber auf einem alten, stabilen Stuhl sitzen als auf einem Designerteil zusammenklappen. Alternativ zu diesem Stuhl „darf“ ich auf der Couch sitzen. Ich habe so um die 120 kg. Das ist mein absolutes Höchstgewicht. (vor 10/12 Jahren war ich noch bei 75 kg, davor hatte ich immer so um die 60 kg. Vor 10 Jahren wurde die Depression diagnostiziert, danach kamen Bandscheibenvorfälle, Meniskusschaden, Fersensporne und  ich habe durch die Tabletten und Unbeweglichkeit so zugenommen.) Zuhause habe ich noch aus längst vergangenen Zeiten Eichenmöbel und mittlerweile bin ich froh darum, weil sie so stabil sind. Auch die Schranktüren halten es aus, dass ich mich daran abstütze, wenn ich aus dem untersten Schrank etwas rausholen muss und kaum leicht hoch komme. Meine Tische sind stabil und sicher – und so fühle ich mich wohl. Klapperzeug – und sei es noch so schön – kommt mir nicht mehr in die Wohnung!
 photo DSC_0409_zpsmwblaxnt.jpgUnd das ist die Lehne (mal wieder besetzt) von meiner schönen orientalischen Couch. Sie ist hoch genug, stabil, nicht wackelig. Man kann sich super anlehnen – das ist wirklich ultrabequem. Die Polster der Couch sehen gut aus, das Material ist super und auch kratzfest. Aber sie rutschen beim Draufsitzen immer nach vorne. Hinten im Rückenbereich ist immer ein mehr oder weniger großer Spalt.  Die Couch selbst ist leider schon sehr zusammengesackt und durchgesessen (nicht vom Stoff, nur von der Bequemlichkeit). Mir tut das Sitzen darauf schon weh und ich komme durch die geringe Bodenhöhe ganz schwer und mit Schmerzen hoch. Eigentlich gehören ringsrum alle hohen Kissen, die dabei sind, aber für den Alltag ist das zu unbequem. Da ist vor lauter Kissen kein Platz mehr zum Sitzen. Oder man sitzt so, wie man sitzt, wenn Besuch da ist – gerade und aufrecht. Aber wenn wir alleine sind, lümmeln wir uns gerne auf der Couch rum. Da werden die Beine ausgestreckt (dafür müssen die Kissen weggelegt werden). So ist das nun mal. Ich wohne nicht in einem Möbelhaus. Hier liegt auch mal was rum. Wenn jemand zu Besuch kommt, wird alles wieder ordentlich hingelegt, aber sobald er die Tür raus ist, wird es wieder „bequem“ gemacht. Und bequem ist die Couch, wenn die Kissen runter sind. Dann ist die Liegefläche super breit und schön.

So – jetzt habe ich für heute genug von meiner Wohnung erzählt. Eigentlich wollte ich sowas gar nicht öffentlich zeigen, aber dann dachte ich mir spontan: „Warum eigentlich nicht?“ Nur weil es mir in jungen Jahren immer wieder eingebläut wurde, dass man nichts von der Familie bzw. Zuhause erzählt? Wer uns kennt, kennt das hier und er kommt nicht wegen meiner Möbel, sondern zu uns. Wen das stört und wer meint, lästern zu müssen (aus das kam schon öfter vor), der kann uns gerne neue kaufen oder weg bleiben.  Alle anderen kochen auch nur mit Wasser. Könnte ich noch arbeiten, würde es hier auch anders aussehen. Aber es geht ja mit diesem Bericht darum, wie ich neue Möbel für dicke Menschen machen würde bzw. was man dabei beachten sollte.

Da ich auch die meiste Zeit meines Lebens zu den „Dünnen“ gehörte, kenne ich auch diese Seite. Und auch da könnte man noch einiges verbessern. Darüber habe ich auch vorhin lange nachgedacht.

Was sagt ihr dazu?

Lieben Gruß

Conny

Down


Ich kann gerade keinen richtigen Beitrag schreiben, weil ich mal wieder ziemlich down bin und sehr schnell ganz nah am Wasser gebaut habe. Das ist einfach zuviel in letzter Zeit, was hier an Problemen bei mir ankommt (Wasserschäden, Schimmel, großen Ärger mit Ämtern, Dauerschmerzen usw.)

Ich kann gerade nicht mehr. Sorry.

Neuer Wasserschaden – 2015 – Keller nass und kein heißes Wasser


Das ist doch echt alles nicht mehr normal.

Als ich heute Morgen in den Keller ging, wunderte ich mich bereits auf der Treppe darüber, dass die schwere Hauptkeller-Türe sperrangelweit aufsteht. Auf dem letzten Treppenabsatz sehe ich dann auch, warum: Wir haben schon wieder Wasser im Keller. Die Nachbarn waren wohl schon irgendwann vor mir unten und haben Eimer unter an mehreren Stellen tropfende Stellen gestellt. Aus dem Keller des über mir wohnenden Nachbarn höre ich es auch kontinuierlich heftig tropfen.

Später am Vormittag kamen dann die Handwerker ins Haus. Ich sah sie nicht, hörte sie nur draußen reden. Kurze Zeit später stellte ich fest, dass wir wieder kein heißes Wasser haben. Das ist in den letzten 3 Monaten schon bestimmt 6 – 8 x vorgekommen (2 x davon hing ein Zettel draußen am Haus, dass die Fernwärme abgestellt wird). Alle anderen Male war einfach das Wasser weg. Meistens den ganzen Tag. Abends gab es dann ganz viel braune Brühe aus dem Wasserhahn. Echt toll. Im Keller wurde in den letzten Monaten eine neue Heizunganlage eingebaut. Die hat jetzt jedes Haus in unserer Straße. Vermutlich wollen die Vermieter Herr über die Legionellen werden. Das Wasser ist auf jeden Fall jetzt (wenn es denn läuft) brütend heiß.  Dafür musste eine ganze Wand im Wäschekeller mit der Anlage zugepflastert werden. Unzählige Rohre laufen an den Wänden entlang und ragen einen guten Meter in den Keller. Der Wäschekeller sieht ganz furchtbar aus, kaputte Scheiben, Dreck, Putz, der tonnenweise von den Wänden fällt. Als Wäschekeller ist der schon lange nicht mehr nutzbar. Hinterm Haus und auf der Straße wurde alles aufgerissen, Bäume wurden gefällt, Schächte ausgehoben, neue Rohre verlegt. Wir sitzen jetzt schon monatelang wieder in Dreck und Modder und Lärm – und immer wieder abgestelltem Wasser. Und bei dem Gewitter in der letzten Woche haben wir im Badezimmer vor dem Klo aufgepasst, dass das aufsteigende Wasser nicht wieder über den Rand läuft. Das ist auch schon „normal“ hier seit zig Jahren und niemand kriegt das in den Griff. Es wurde schon eine Pumpe eingebaut, aber die versagt bei Starkregen. Sogar bei meiner Nachbarin kam diesmal das Wasser hoch. Und sie erzählte gerade, dass sie jetzt die Kämmerchenwand nass hat und die neuen Mieter, die über ihr einziehen wollen, auch. Ebenso ist die ganz obere Wohnung auch im Kämmerchen betroffen. Anfang der Woche müssen wohl schon Handwerker aufs Dach gestiegen sein und irgendwas abgedeckt haben. Behoben ist aber bis jetzt weder die Ursache, noch der Schaden. Und jetzt ist auch noch der Keller wieder nass. Hätten sie die Eimer nicht drunter gestellt, wäre das alles wieder in meinen Keller gelaufen.

Sorry, aber meine Laune ist gerade sowas von im Keller. Ich bin innerlich fast ausgebrannt vor Wut und Hilflosigkeit und ich weiß nicht was.

Kurz nach 14 Uhr schellten dann die Handwerker und teilten uns Mietern mit, dass wir bis mindestens Montag kein heißes Wasser mehr haben würden. Die Rohre hätten sich schon durchgebogen, sie hätten ein Stahlrohr eingelegt, um sie zu stabilisieren, mehr könnten sie nicht tun. Würden aber am Montag großzügigerweise daran weiterarbeiten. Eigentlich wäre eine andere Firma dafür zuständig, aber die  hätten wohl zu viel zu tun. Oh sorry, meine Dankbarkeit hält sich in Grenzen. Ich finde das ja ganz toll, dass sie das am Montag machen, aber 4 Tage ohne heißes Wasser? Wieder Wasser abkochen zum Waschen und Spülen? Schon wieder? Und immer wieder? Und Duschen? Haarewaschen? Schmerzenden Rücken entspannen im heißem Badewasser? Der ätere Handwerker grinst und meint, dass kalte Duschen gesund wären. Mir gruselt es bei dem Gedanken daran, mit meinem schmerzenden Ischias unter eine kalte Dusche zu steigen. Das ist einfach ein No-Go. Geht nicht. Auf keinen Fall. Verzweifelt ironisch bemerke ich an, dass ich dann zum Duschen 40 km zu meiner Schwester fahren muss und das nicht so lustig finde, dass wir jetzt so lange ohne Wasser auskommen müssen. Die Handwerker berichten, dass bei der Vermieterstelle jetzt niemand mehr erreichbar ist und sie nichts tun können. Na super. 😦

Ich hoffe, sie kriegen das wirklich am Montag hin. Am Mittwoch hat meine Tochter Geburtstag. Im letzten Jahr mussten wir schon den Geburtstag von Zuhause weg verlegen, weil wir hier wegen Wasserschadens die Handwerker in der Wohnung hatten. Sollte das dieses Jahr wieder ausfallen, weil kein Wasser da ist? In meinem Kopf tobt gerade das Chaos und mein Adrenalin pumpt mein Blut so hoch, dass es mir fast aus den Augen kommt.

Könnte ich umziehen, würde ich das sofort tun. Ich hab sowas von die Schnauze voll von Wasserschäden. Das ist nicht mehr in Worte zu fassen.

Und zu guter Letzt ruft auch noch meine Schwester an und erklärt mir, dass sie jetzt bei mir Dampf ablassen muss, weil sie immer noch Probleme mit Unitymedia hat (und das ja eigentlich meine Schuld wäre, weil ich sie ja dazu „überredet“ hätte). Außerdem läge das mit Sicherheit ihrer Meinung nach an ihrem ausländischen Namen seit 34 Jahren und das kotzt sie an. Sie hat jetzt 1 1/2 Jahre um ihr Recht bei einer Airline gekämpft, die eine Maus oder ein Insekt im Flieger hatte und nicht starten konnte. Ihre Freundin hätte das sofort ersetzt gekriegt und sie nicht, obwohl beide Reisen von der Freundin gebucht wurden Und jetzt hab ich Unity gemacht und das hat sofort geklappt und bei ihr wieder nicht. Und kurz darauf ging es um das „Flüchtlingsproblem“. Sorry, aber da bin ich raus. Bei dieser Hetzkampagne mache ich nicht mit. Habe auf Facebook schon ganz viele „Freunde“ kommentarlos gelöscht, die menschenfeindliche Ansichten haben. Eine „Freundin“ kenne ich real seit fast 35 Jahren. Auch sie ist von meiner Liste geflogen. Damit will ich nichts zu tun haben. Für mich sind das Menschen, die nicht mehr in ihrer Heimat bleiben können (Gründe tun jetzt erstmal nichts zur Sache). Sie sind nicht für unsere Politik verantwortlich oder für die Verteilung der Gelder. Und ich kann mir vorstellen (wenn ich selbst fliehen müsste), dass sie vermutlich lieber zuhause bleiben würden, wo ihre Heimat ist und sie sich auskennen und ihre Wurzeln haben. Außerdem wären viele Leute, die ich kennen, heute nicht, wo sie sind, wenn damals nicht die ganzen Menschen aus Ostpreußen geflohen wären. Meine Schwiegermutter samt Familie gehörte auch dazu.  Und viele meiner Freunde sind Ausländer: Türken, Belgier, Dänen, Franzosen, Schweden, Finnen, Iren, Amerikaner, Briten usw. und ich finde das gut. Aber über Politik, Religion und XXX möchte ich weder hier auf dem Blog noch woanders  reden. ….. Ach ja – und duschen könnte ich bei ihr auch nicht weil sie morgen Abend auf eine Feier geht. Da kann sie vorher nicht noch die Wohnung fit machen. Und außerdem hätte sie jetzt keine Zeit, sich anzuhören, dass ich wieder ein Wasserproblem habe, denn sie müsse noch ihre Tabletten nehmen und hätte noch nichts gegessen (15.45 Uhr). Sie musste leider ganz schnell auflegen. Nur ganz kurz noch. Ob Tochter am Mittwoch feiert, da könnte sie nicht, aber am Samstag oder Sonntag könnte sie das mit einem Besuch hier am Ort verbinden. Toll oder? „Wir telefonieren noch“ Sprachs und legte auf: Conny-Mülleimer zu.

Ganz nebenbei sind hier noch die eine oder andere Baustellen und Problemzonen, wo ich mir den ganzen Frust und Probleme anhöre.

Fühle mich platt wie eine Flunder und bin jetzt erstmal leer.

Bitte vor dem nächsten Einfüllen von Wut und Frust abwarten, bis ich wieder auf den Beinen bin.

Momentan wegen Überfüllung geschlossen!

und oh – der Kater kotzt auch gerade.

 

pfffffffffffffffffffhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh……………………….

Wasserschaden 2014/2015 – ich kriege die Krise


Wer dachte, dass das mit dem Wasserschaden, der im letzten April aufgetreten ist und bis März 2015 gedauert hat, erledigt ist, irrt gewaltig.

Nach der großen Besprechung mit dem Vorgesetzten am 03.03.15 habe ich am 20.05.15 Bescheid bekommen, dass jetzt alles vom Tisch wäre und auch die finanziellen Schäden ausgeglichen würden. Das sah auch erst so aus und ich habe einen dicken Strich unter den Vorgang gemacht (obwohl ich bis heute immer noch keinen neuen Blenden für meine Türe bekommen habe).

Am Samstag hatte ich dann eine fette Mahnung im Briefkasten, die am 19.06.2015 geschrieben wurde, eine Fristsetzung innerhalb von 7 Tagen angab und durch den Poststreik erst am 11.07.15 hier angekommen ist.

Ich bin wie vom Donner gerührt. Was soll das denn jetzt schon wieder? Meine Nerven sind mal wieder blank.

Gestern habe ich den ganzen Tag versucht, die zuständige Person zu erreichen, die mir am 20. Mai gesagt hat, „es wäre alles vom Tisch“. Da das nicht gelungen ist, habe ich mit der Rechnungsstelle telefoniert, den Fall nochmal geschildert und erklärt, dass ich weder die Mahnung noch die doppelten Mahngebühren bezahlen werde, da meiner Meinung nach alles geklärt wäre. Sie wollte das mit der zuständigen Frau abklären und sich wieder melden.

Da mir das keine Ruhe gelassen hat, versuche ich heute den ganzen Tag, einen von beiden zu erreichen. Leider ertönt auch heute wieder nur immer das Freizeichen.

Vorhin hatte ich dann endlich das Glück, dass ein AB eingeschaltet wurde, wo ich mein Anliegen mit der dringenden Bitte um Rückruf aufgesprochen habe.

Jetzt muss ich wieder warten. Und die Nerven ………….. pffffhhh.

Innere Arbeit: Vermeidung und Angst auflösen. Und: die Brille naht


Nun bin ich schon seit langem dabei, mich meinem manchmal flüsternden, manchmal brüllenden inneren Schweinehund (auch liebevoll „innerer Terrorist“ genannt) zu stellen. Während meiner Therapie bekomme ich dafür auch gute Hilfsmittel und Techniken sowie Mut und Vertrauen an die Hand, mit denen ich arbeiten kann. Und in Vorbereitung u.a. auf den kommenden Irlandflug (mit Germanwings) bearbeite ich z. B. meine Höhen-, Flug- und Vermeidungsangst. Im Moment weiß ich nämlich noch nicht einmal, wie ich die Treppe zum Flugzeug rauf- und schon gar nicht runterkommen soll. Einen Ausflug zu einer Führung über mehrere Etagen im Guinness-House in Dublin habe ich auch schon absagen müssen, weil ich mir das nicht mehr zutraue.

Meine Ängste und Einschränkungen sind in den letzten 10 Jahren stetig immer mehr gestiegen. Mein ganzes Selbstbewusstsein ist so oft völlig im Keller. So geht das nicht mehr weiter.

Ich habe mir jetzt einen 10-Stufen-Plan erstellt, den ich bearbeite und stelle mich meinen Ängsten, bis sie mir nicht mehr wehtun. Obwohl ich noch ziemlich weit unten auf den Stufen bin, arbeite ich daran und kann auch schon Erfolge verbuchen. Darauf bin ich richtig stolz. Und jeden Tag mache ich ein bisschen mehr. Im Laufe der letzten Wochen bin ich auf einen freistehenden, kleinen Hocker gestiegen (sogar am offenen Fenster beim Fenster putzen) und habe darauf nach mehreren Versuchen durchgehalten, bis ich dabei keinen Stress mehr empfunden habe und habe dann langsam und vorsichtig Stück für Stück ein bisschen mehr versucht. Heute bin ich sogar fast spontan eine Mini-Rolltreppe in Essen hochgefahren (Rolltreppe geht seit Jahren nicht mehr, weil ich Angst vor dem Herunterfallen habe und Panik bekomme). Beim nächsten Mal, wenn die Zeit nicht mehr so drängt, werde ich diese Rolltreppe so oft hochfahren, bis ich dabei ganz entspannt bleibe. Das ging heute schon ganz gut, aber so ganz stressfrei war es leider noch nicht. Runter geht auch noch nicht.

Ich bin heute unzählige Treppen rauf und runter gelaufen – ganz langsam und vorsichtig und immer am Geländer entlang. Mir ist dabei jedes Mal noch richtig übel und mulmig gewesen, obwohl ich es immer wieder angegangen bin. Meine Tochter unterstützte mich dabei, indem sie vor mir lief, damit es nicht ganz so steil abwärts geht. Sonst überfällt mich schon oben auf dem Treppenabsatz die Panik. Heute hatte ich nur 1 x so ein Fallgefühl dabei, als der Fuß beim Auftreten die Stufe etwas höher erwartet hat, als sie wirklich war. Da habe ich gedacht, ich stürze in die Tiefe und die Panik war wieder da. Aber ich habe durchgehalten, wieder versucht, auf meine Atmung zu achten und zu schauen, was wirklich passiert. Und dann ging es nach einer Weile wieder.

Aber ich bin sogar Glasaufzüge gefahren (was bleibt mir anderes übrig, wenn Rolltreppen nicht möglich sind und Treppenhäuser nicht da sind?) und habe es geschafft, bei einem die Augen offen zu halten. Damit habe ich meinen Vermeidungswünschen eine Abfuhr erteilt. Yeah!!! Bei den anderen habe ich das auch z. T. versucht, bin aber dann wieder von Panik überrollt worden, als ich die Abgründe gesehen habe.

Zwischendurch habe ich auf den offenen, oberen Etagen der Einkaufspassagen immer mal wieder einen kurzen Blick in die unteren Etagen geworfen. Das ist für mich so gut wie unerträglich. Ich traue diesen Brücken und offenen Gängen irgendwie nicht so wirklich und die gläsernen Geländer machen es auch nicht einfacher. Aber ich habe es ab und zu versucht, bis ich es leider nicht mehr ausgehalten habe. Ich weiß, ich hätte noch weiter machen müssen, aber das ging heute einfach nicht. Soviel Kraft konnte ich nicht aufbringen.

Aber ich habe es geschafft,  nach dem Einkaufen wieder zurück in ein Geschäft zu gehen, welches mir meine 10 % Geburtstagrabatt auf den Einkauf gegeben hat, aber den eigenen 20 %  Geburtstagsrabatt „vergessen“ hat. Vom Geschäftsrabatt habe ich erst draußen an der Türe auf dem Schild gelesen, dann kurz überlegt und mich meinen Ängsten gestellt. Mutig bin ich wieder in den Laden gegangen und habe die Verkäuferin freundlich darauf aufmerksam gemacht – UND ich habe auch die weiteren 20 %  bekommen. Nochmal yeah! 🙂

Und ich bin zu meinem Mobilfunkanbieter gegangen und habe nachgefragt, wie ich mit meinem Vertrag in Irland telefonieren kann. Das geht aber irgendwie nicht, weil ich in meinem Mini-Mini-Minivertrag so eine Option gar nicht habe. Da müsste ich eine große andere Flat abschließen, mich 20 Euro im Monat mehr kostet. Also erstmal auf Eis legen und mal nachprüfen, welche Möglichkeiten es noch gibt. 20 Euro mehr im Monat sind aktuell keine Option für mich. Aber ich hatte den Mut, in einen fremden Shop zu gehen und nachzufragen. Nicht schlecht, oder? Dafür, dass ich in den letzten 10 Jahren so oft meinen Mut verloren habe.

Außerdem habe ich mir heute ein Herz gefasst und spontan bei F….mann meine Augen testen lassen. Das hätte ich schon seit langem tun sollen, hab aber immer gedacht: „Ach, das geht wieder weg und wird wieder besser“. Es ist aber nicht besser geworden. Schilder in einiger Entfernung kann ich schon eine ganze Weile nicht mehr richtig erkennen und beim Lesen hab ich auch einige Probleme. Aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben.

Nun hat vorhin ein netter, junger Mann und kompetenter Augenoptikermeister mehr als 20 Minuten lang gründlich meine Augen untersucht und ausführliche Tests durchgeführt. Ich muss sagen, dass ich mich sehr gut beraten und aufgehoben gefühlt habe und das Angstgefühl rasch verschwunden ist.

 

Brille? photo 20150328_224544_zpsw83u8rts.jpg

 

Und da steht das Ergebnis  – fest und unbestreitbar. Was genau da steht und was alles bedeutet, weiß ich nicht mehr so genau. Aber ich habe wohl eine Hornhautverkrümmung (wie jeder 2. über 40 in Deutschland), die „eine ganz schöne Hausnummer“ ist. Rechts 1,5 und links 1,25.  Und ich brauche eigentlich 2 Brillen – eine für die Weitsicht und eine zum Lesen. Alternativ soll ich mal über eine Gleitsichtbrille nachdenken, weil kaum jemand es über längere Zeit schafft, ständig 2 Brillen mit sich zu führen und die immer wieder zu wechseln. Leuchtet ein, oder?  Brillengestelle ansehen konnte ich mir jetzt leider nicht, weil es schon so spät war. Da dieses Geschäft unglücklicherweise über eine schöne, leider aber auch „durchschaubare“ Treppe verfügt, die ich nicht hochgehen kann und die Damengestelle in der 1. Etage liegen. So werde ich in der nächsten Zeit nochmal wiederkommen müssen, damit mir jemand den Aufzug oder das Treppenhaus aufschließen kann.  In der verbleibenden Zeit muss ich mich wohl mit dem Gedanken an eine Brille anfreunden. Und mir überlegen, wie ich die bezahlen soll. Bei Gleitsichtgläsern werden das mindestens 50 Euro pro Glas werden. Und Entspiegeln ist wohl auch kein unnützer Luxus, sondern hilfreich. Es soll aber auch eine Versicherung geben, bei der das Ganze billiger wird. Muss ich mal schauen, wie was funktioniert.

Und man soll es nicht für möglich halten. Als er mir diese Testbrille gegeben hat und ich mir dann außerhalb der Untersuchungskabine die Umgebung, das Straßenschild und die Auslage angesehen habe – mal mit und mal ohne Brille, war das wie HD-TV im Gegensatz zu einem uralten Röhrenfernseher. Wow! Die Lektion habe ich verstanden!

Und im Großen und Ganzen bin ich heute richtig stolz auf mich! 🙂

 

Rückschlag


Ich weiß, dass es hier etwas still geworden ist in letzter Zeit. Einige Male habe ich in den vergangenen Wochen versucht, meine Gedanken hier einzupflegen, euch von schönen Weihnachtsmarkt-Besuchen, Johnny Logan-Treffen und Neugestaltung zu erzählen, aber ich konnte die Texte nie fertigmachen. Sie liegen alle noch unfertig in meinen Entwürfen.

Grund dafür ist, dass die Depri mich wieder eingeholt hat. Schleichend kam sie, traf mich dann mit ganzer Wucht und hebelte mich völlig aus. Tränen, Schmerzen, Abgrund, Kraftlosigkeit u.a. – das volle Programm. Die ganzen Ereignisse der letzten Monate haben mich einfach wieder geschafft. Seit Juni der Ärger und tägliche Druck und Streß mit dem Vermieter wegen des Wasserschadens (der immer noch nicht beseitigt und geklärt ist und täglich mit dem Druck auf Handlung in mir ist).  Dazu kamen dann die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel mit den dazugehörigen Feiern, Besuchen und Besuchern. Auch hier gab es oftmals Abwertung und Dissen zuhauf, mit deren Folgen ich immer noch zu kämpfen habe und die ich erneut bearbeiten muss und werde. Dazu kommen finanzielle Probleme und Sorgen, kaputte Computer und andere teure Elektrogeräte. Heute morgen muckte natürlich auch noch mein Auto und meldete Anspruch auf eine neue Batterie, die im Moment aber leider nicht drin ist. Auch sonst sind noch viele – mit Kosten verbundene – Baustellen offen, bei denen ich keinen Plan habe, wie ich sie stopfen soll.

Außerdem bin ich seit des Wasserschadens auch an anderen Stellen und Bereichen heftig beim Ausmisten und befreie mich von Dingen, Gedanken und Kram, der bei mir und an mir verstaubt und mir im Weg steht.  Neues kommt in mein Leben – manchmal auch nicht und es bleibt FREI-Raum für Entfaltung.  Auch daran arbeite ich seit Monaten nachdrücklich und auch das kostet sehr viel Kraft.

Ich merke, dass ich ob der Verletzungen der letzten Monate wieder meine Mauern hochgezogen habe. Mir scheint, als wäre auch noch eine Menge Stacheldraht dazugekommen, der mich vor den Verletzungen von außen schützen soll. Natürlich merkt man mir das nicht an; ich bin weiterhin freundlich, zuvorkommend, aufmerksam. Aber ich spüre, dass mein Inneres momentan sehr verletzlich ist und ich besonders stark auf mich aufpassen muss, damit ich nicht komplett abstürze.  Ich sehne mich nach langer Zeit wieder nach Partnerschaft, hab aber dummerweise immer das Glück, mich in Männer zu verlieben, die entweder gebunden oder Arschlöcher sind.  Und so schwanke ich ständig zwischen Hoffnung und Rückschlägen und verstecke mich oft in meinem Schneckenhaus – aber so ist wohl das Leben und ich weiß ja auch, dass es vielen so geht.

Zum Glück habe ich eine wunderbare Tochter, zwei herzallerliebste Katzen, Freundinnen, bei denen ich jederzeit anklopfen darf (wenn auch nur per WhatsApp wegen der Entfernung) und einen extrem guten und kompetenten Therapeuten, der mich glücklicherweise so gut kennt, dass seine Worte es immer wieder schaffen, zu mir durchzudringen – sei die Watte in meinem Kopf durch die Ströme von Tränen auch noch so dicht.

Dafür bin ich unendlich dankbar!

Und ich vertraue trotz aller Rückschläge darauf, dass das alles Sinn macht und letztendlich für mein Wachstum und Gesundheit sorgt. Denn wenn ich es schaffe, das ganze WISSEN in TUN umzusetzen, dann werde ich fast so etwas wie unkaputtbar sein. Mein Verstand weiß das schon – ich muss es nur immer wieder umsetzen und üben, üben, üben.  Eigentlich dachte ich, ich könnte das schon und wäre schon einen großen Schritt weiter, aber dieser Rückschlag nordet mich wieder dahingehend ein, dass ich weiter an mir arbeite.

Und das werde ich jetzt auch machen …….. also …

alles Gute für uns alle … haltet die Ohren steif … und lasst bloß den Kopf nicht hängen, wenn ihr schon ganz tief im Mist sitzt.

Fühlt euch ganz lieb gedrückt!

 

Wasserschaden 2014 – Bilder nach dem 1. Tag


Der erste ,Handwerker ist am Mittwoch fertig geworden.. Mein Kämmerchen ist leer – und damit meine ich RICHTIG LEER. Es ist nichts mehr drin. Das meiste wurde weggeworfen, der kümmerliche Rest wartet im Keller auf jemanden, der das reinigen soll.

Am Mittwoch Nachmittag habe ich noch mit dem Malerbetrieb telefoniert, um abzuklären, wann sie kommen würden.  Antwort war, dass sie gerne schon Donnerstag Vormittag kämen, andernfalls am Freitag. Das müsste aber noch von ihnen mit der Baufirma, die das Kämmerchen geleert hat, geklärt werden (wegen Nässe und so). Er würde mich dann später darüber informieren.  Bis Donnerstag Morgen habe ich nichts gehört, bin vorsichtishalber sehr früh aufgestanden, weil ich nicht wusste, ob sie nicht doch ganz früh schon auf der Matte stehen. Als um halb 10 noch niemand hier war, hab ich beim Maler angerufen. Mir wurde mitgeteilt, dass sie erst später am Abend die Termine geklärt hätten und es jetzt feststehen würde, dass sie am Freitag morgen um halb 8 kommen könnten.  So konnte ich zumindest den gestrigen Tag noch anders nutzen – dachte ich zumindest … bis um 11  Uhr der  Bereichsleiter (BL – vormals Hausmeister) schellte, um sich den Stand der Lage anzusehen. Ich habe ihm das ausgeräumte Kämmerchen und das Bad mit der herausgerissenen Decke gezeigt und gleich auf Schäden im Bad, die mir trotz Funzellicht durch die kleine Nachttischlampe aufgefallen sind, aufmerksam gemacht (Waschbecken hat einen Sprung, Oberschrank hat eine Macke und die Duschstange einen Schlag abbekommen, bei dem die Farbe abgeplatzt ist, kein Licht mehr im Bad, Lampe kaputt).  Er sagte zu, dass ich ein neues Waschbecken bekäme, der Elektriker bestellt würde, um einen Schlitz in die Decke zu machen und Kabel in die Mitte zu verlegen, damit eine einfache Deckenlampe, die sie bereitstellen würden, angebracht werden würde (vom Elektriker). Außerdem muss die alte Farbe an der Decke entfernt werden (macht der Maler, der morgen kommt), gestrichen werden kann aber erst, wenn das kaputte Rohr hinter der Kämmerchenwand repariert und dicht ist. ). Außerdem informierte ich ihn über den großen Verlust meiner Sachen aus dem Kämmerchen. Er war ziemlich sauer, dass so viel weggeschmissen wurde. Man hätte doch alles abwaschen können. Da hat er gut reden. Er hat nicht gesehen, dass die Sachen in Brack- und Schimmelwasser standen und nicht mehr zu retten waren. Und das sagte ich ihm auch. Das meiste war grundlegend beschädigt und wurde entsorgt. Der Rest steht im Keller. Er war ziemlich sauer, wollte sich das ansehen. Klar doch – ich hab ihm den Keller aufgeschlossen und ihm die wenigen Tüten gezeigt, die übriggeblieben sind. Als ich sie öffnen wollte, wiegelte er sofort ab, ich sollte die Säcke bloß nicht anfassen (hmm? Sooo giftig ist der Schimmel? Dass meine Tochter und ich nur noch husten, Hals- und Kopfschmerzen haben und auch die Haut verrückt spielt, ist ja schon länger so durch den Dreck, aber nicht mal die Tüte öffnen dürfen?) Er  sagte, dass er Fotos davon machen wollte, wenn die Sachen gereinigt wären und wir verließen den Keller wieder.

Als ich ihn fragte, wie das mit der Schadensliste ist, meinte er trocken, dass ich alles aufschreiben sollte, dürfte aber mit nicht mehr als 100 Euro rechnen. Maximal wären 200 Euro drin. Ich habe ihn entsetzt angeschaut und erklärt, dass er damit nicht auskommen würde, weil so viel weggeworfen würde. Er meinte, dass ab 400 Euro die Stadt Duisburg eingeschaltet würde, das eine Menge Probleme geben würde und das gar nicht möglich wäre.  Ich hab ihm gesagt, dass ich das jetzt noch nicht genau ausgerechnet habe und noch nicht abschätzen kann, wieviel es sein wird – aber auf jeden Fall mehr als 200 Euro (das war alle die Deko schon wert), da ich keine Ahnung habe, WAS im Keller in den Tüten liegt und was davon nach der Reinigung überhaupt noch brauchbar ist. Da sind ja auch meine Elektrogeeräte, Bohrmaschine usw. bei, die nass geworden sind. Ob die noch funktionieren, weiß ich doch jetzt noch gar nicht und kann das auch nicht testen, weil ich es nicht anfassen darf.  Er war auf jeden Fall ziemlich sauer über meine Aussage und fing an, darüber zu schimpfen, dass die Glühbirnen aus dem matschigen, klatschnassen, sich wie Pudding anfühlenden Karton,  weggeworfen worden wären. Die hätte man auch reinigen können, Ebenso wie die Nägel usw. in den verschimmelten Pappkisten. (*ich schüttle mich immer noch bei dem Gedanken*) Ich habe ihm gesagt, dass die Birnen kaputt, nass und rostig und nicht mehr zu gebrauchen waren und dass ich , um eine Birne in die Nachttischlampe, die jetzt als Licht im Bad fungiert, zu schrauben eine Birne aus meiner Flurlampe schrauben musste.  Er hat nur verständnislos den Kopf geschüttelt, aber ich bin nicht bereit, meine Elektrogeräte aufs Spiel zu setzen, indem ich schadhafte Birnen einsetze, die im Schimmelwasser gelegen haben. Er hat gemeint, die würde ich nicht ersetzt kriegen, er könnte mir nur 5 Glühbirnen anbieten, die könnte ich mir abholen? Halloooo??? Auf gar keinen Fall. Habe ihn aufgeklärt ,dass ich mindestens 30, wenn nicht noch mehr diverse Sorten an Leuchtmitteln, normalen Glühbirnen, Energiesparlampen, Strahlern, Reflektoren, Nähmaschninenlampen, Spots usw. in meiner Kiste hatte. Schließlich habe ich viele Lampen in jeder Größe und für jede Gelegenheit und Stimmung in meiner Wohnung (ich glaube, es sind im Moment bei uns so um die 44 Birnchen irgendwo eingeschraubt), wobei ich natürlich immer darauf geachtet habe, für jede Lampe auch gute Reserve im Haus zu haben. Bei uns ist das eben so! Punkt! Er ist dann nach ner halben Stunde mit gegenseitigem Standpunkten erklären wieder gegangen.  Als er weg war, kam meine Verzweiflung und Wut durch, und dann die Kraftlosigkeit, Übelkeit und heftige Kopfschmerzen.  Das kann doch wohl alles nicht wahr sein? Muss ich jetzt um die Sachen kämpfen, die offensichtlich durch die Vermieter an meinem Hab und Gut beschädigt wurden? Ich werde das nicht mehr mit dem BL besprechen, der ja hier die Macht zu haben scheint, da er mir erklärt hat, dass ich mich NICHT  an die Verwaltung zu wenden habe, wenn ich einen Schaden habe (15.07. Schaden bei der Vermieterin gemeldet, die ihn sich sofort angesehen hat. Ich hätte das direkt bei IHM melden müssen, dann hätte ich jetzt keinen Schaden, weil ER es sofort reparieren lassen hätte. Ach soooooooooooooooooo ist das – Der BL steht ÜBER der Chefin. Das konnte ich doch nicht ahnen *Ironie off*.) Grrrrrrrrr. Diese Arroganz ist unerträglich. Aber egal – soll er sein, wie er will. Geht mich nichts an und ich nehme das jetzt NICHT persönlich *Therapiemodus on*. Ich werde die Liste erstellen und sobald mir alle Schäden bekannt sind, werde ich sie weiterleiten. Wer das bezahlt (die Gebäudeversicherung oder die Stadt) ist mir fürchterlich egal, solange ich meinen Schaden ersetzt bekomme. Andernfalls werde ich wirklich Möglichkeiten suchen, die Sache einem Anwalt zu übergeben.  Mietminderung  steht ja auch noch im Raum – für Legionellen seit Juni und Schimmel und Nässe seit Juli. Meine Geduld ist jetzt wirklich am Ende!

 

Und so sieht es im Moment bei mir aus:

Wasserschaden 2014 - Badezimmerdecke1 -  11.09.14 photo 20140910_151536_zpsoh3rek4u.jpgWasserschaden 2014 - Badezimmerdecke2 -  11.09.14 photo 20140910_151527_zpsj4x4qota.jpgWasserschaden 2014 - Badezimmerdecke3 -  11.09.14 photo 20140910_151519_zpsbnnaes5f.jpg

 

 

Wasserschaden 2014 - Badezimmerdecke4 -  11.09.14 photo 20140910_151515_zpsseism8vw.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer1-  11.09.14 photo 20140910_151457_zpshlyk29zh.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer2-  11.09.14 photo 20140910_151445_zpsiehlhz0m.jpg

Wasserschaden 2014 - Abstellkammer3-  11.09.14 photo 20140910_151427_zpsvohqk1bq.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer4-  11.09.14 photo 20140910_151419_zpsiszuveg5.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer5-  11.09.1 4 photo 20140910_151411_zpssazdimp2.jpg

 

 

 

Wasserschaden 2014 - Abstellkammer6-  11.09.14 photo 20140910_151407_zpsrfqq2mev.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer7-  11.09.14 photo 20140910_151401_zpsqyp3pvff.jpgWasserschaden 2014 - Abstellkammer9-  11.09.14 photo 20140910_151353_zpswee1vb4p.jpg

 

 

Wasserschaden 2014 - Abstellkammer10-  11.09.14 photo 20140910_151339_zps94jv8iqq.jpg

 

Und morgen geht es – hoffentlich – weiter ….

Wasserschaden 2014 – der erste Handwerker kommt


Heute morgen um Viertel vor 9 sollten die Handwerker kommen, evtl. sogar etwas früher. So war das gestern Abend mit dem Chef telefonisch vereinbart. Gegen halb 10 kamen sie dann endlich: 1 Chef und 1 Mitarbeiter einer Baufirma. Ohne Anruf oder kurz Bescheid zu sagen, dass es später wird. Bin ich die Einzige, die das unhöflich findet?

In der Zwischenzeit habe ich  versucht, den Hausmeister zu erreichen, der gestern, direkt nachdem er gegangen ist, nicht mehr telefonisch erreichbar war. Den Herrn, der für die gesamten Technikprobleme zuständig ist, habe ich dann gefragt, wann denn die Leute kommen, die sich um das Herausreißen der Badezimmerdecke kümmern sollen. Er wollte das gestern klären und mich zurückrufen, hat das aber vergessen.  Er sagte heute, er würde die Maler informieren. Okay soweit.

Die Männer der Baufirma besprachen die Einzelheiten der Entrümpelung, Entsorgung und Aufbewahrung meiner Sachen. Der Durchgang zum Flur wurde mit Plane abgeklebt, der Boden durch Folie geschützt. Alle Türen sollte ich möglichst geschlossen halten. Meine Haustür bleib sperrangelweit offen den ganzen Tag.

Unsere beiden Katzen haben wir ins Wohnzimmer ausquartiert – samt Katzenklo und Futter –  für die Zeit, in der hier Handwerker rumspringen. Wenn die Handwerker weg sind und keine Gefahr für die Katzen besteht, dürfen sie abends wieder raus und sich in der Wohnung umschauen.

Nachdem die beiden Männer alles geklärt hatten, verschwand der Chef wieder. Plan war, dass er in 2 Stunden zurückkommen würde, weil dann zumindest das Kämmerchen fertig wäre. Als Anweisung gab es von seiten der Verwaltung die Vorgabe, dass alles Plastik und Metall abgewaschen werden und alles Textile, Schimmelige, Holz und Unrettbares in den Müll kommen sollte. Zudem muss die Zwischendecke entfernt werden, da sie auch aus Holz, klatschnass und schimmelig ist. Die Türe würden später mit Spezialreinigern abgewaschen.

Der Handwerker fing an, füllte viele große Kübel und Tüten mit Müll, andere Tüten mit Sachen, die im feuchten Ex-Keller meiner Nachbarin gelagert werden sollen, bis eine Reinigungsfirma kommt und alles abwaschen wird. Von mir aus hätte er ALLES wegwerfen können.Es stinkt und das Reinigen wird teurer als etwas neu zu kaufen. Außerdem bin ich nicht sicher, ob wirklich alles richtig sauber wird.  Er sollte sogar meine große Kiste mit Leuchtmitteln, Glühbirnen, Halogenlampen usw. zu den zu reinigenden Sachen stellen. Das ging aber nicht, da der Karton im Wasser stand, völlig durchweicht und verschimmelt war, die Kartons der Glühbirnen verschimmelt und die Fassungen z.T. schon rostig waren. Da war nichts mehr zu retten.

ALLES aus dem oberen Kämmerchenbereich musste entsorgt werden, weil alles patschnass war und getropft hat und verdorben war. Meine GESAMTE Weihnachtsdeko, meine Herbst- und Frühlingsdeko, Partydeko – alles weg. Lichterketten für Tannenbaum und Fenster – alles weg. Kunsttanne für Türrahmen, Ton- und Stoffdeko für Ostern und Herbst – alles weg. Tür – und Fensterhänger für alle Jahreszeiten – weg. Es wird nichtmal mehr selbstgemachtes Spritzgebäck bei uns geben in diesem Jahr, weil die Verpackung vom Fleischwolf völlig nass und schimmelig war und der Wolf selbst ganz feucht und rostig.  Ein paar Tannenbaumkugeln, die ich neu gekauft hatte und die noch in Plastik geschweißt waren und meinen neuen Tannenbaumständer konnte ich behalten. Na super! Von den anderen Sachen, die weggeschmissen werden mussten, habe ich eine Liste erstellt, die 4 handschriftliche Seiten und jetzt schon abzusehen ist, dass sie mehrere 100 Euro Schaden umfasst. Ich bin gespannt, ob und was ich davon ersetzt bekomme, oder ob ich wieder einmal auf dem Schaden sitzen bleibe – wie schon so oft.

Als nach 2 1/2 Stunden der Chef zurückkam, war das Kämmerchen noch nicht leer. Wie sollte 1 Mann alleine das unter den engen Bedingungen und Schimmel auch schaffen? Das war gar nicht möglich. Der Chef gab mir ein Schloß für die Sachen, die im Keller zwischengelagert werden und verschwand wieder.

Am Nachmittag war der Arbeiter fertig mit dem Kämmerchen, hatte noch die Regale, die Zwischendecke und den Boden entfernt und die Kammer komplett entkernt. In der Zwischenzeit mussten wir das Badezimmer leerräumen, damit er die Holzdecke entfernen konnte.  Zum Glück habe ich 5 Wäschekörbe, die ich für diesen Zwecke einsetzen konnte. Wir haben das ganze Zeug, inkl. Waschpulver, alle Handtücher, Duschstange und Vorhang und allem, was dazugehört, auf Kinderzimmer und Schlafzimmer verteilt. Schlafen kann ich da heute nicht, da dort auch noch die Sachen aus dem Flur stehen müssen (Schuhregal, Schirmständer usw.) So werde ich wahrscheinlich die Nacht auf der Couch verbringen müssen.

Um halb 4 war dann alles fertig. In der Zwischenzeit hat die Malerfirma angerufen und nachgefragt, wann sie kommen könnten. Na, von mir aus immer. Je eher, desto besser. Der Meister fragt, ob die Decke im Bad nass wäre. Da der Handwerker mir gesagt hat, dass sie trocken wäre, gab ich das so weiter – allerdings sagte ich dazu, dass ich das nicht genau wüsste. Er bat mich, dem Chef der Baufirma auszurichten, ihn zurückzurufen, falls er wieder hier wäre, damit er wüsste, ob er morgen oder erst übermorgen kommen sollte. Das hinge wohl mit dem Feuchtigkeitszustand der Wände bzw. Decke ab.

Als der Chef der Baufirma kam, gab ich die Infos weiter. Er sagte, ich bekäme Bescheid, wann die Maler kommen würden. Im Anschluß erfuhr ich vom Handwerker, dass die Decke im Bad wohl doch nass wäre – so hätte es sein Chef gesagt. Das wäre daran zu erkennen, dass Schimmel auf der Rückseite der Paneele wäre. Ich hab das nicht gesehen, weil das Holz sofort entsorgt wurde. Was ich allerdings gesehen habe, als ich ins Bad ging, war eine völlig ruiniert, verschrappte Decke, auf der wohl mal irgendwann blaue Latexfarbe war, die nicht ganz abgegangen ist ….. und ……. es gibt keinen Anschluss für meine Lampe, die im übrigen auch soweit defekt ist, dass nur noch 2 von 4 Birnen leuchten, auch wenn sie frisch eingeschraubt werden. Das muss wohl ein Feuchtigkeitsschaden sein. Aus der Wand über dem Waschbecken blickt mich ein nacktes Kabel an, das unter dem Holz bis zur Mitte des Raumes gelegt worden sein muss. Daran war die Lampe angebracht – über und unter der Holzdecke. Diese Badezimmerlampe kann ich nicht mehr nutzen.  Ich habe jetzt provisorisch meine Nachttischlampe ins Bad gestellt, damit wir nicht im Dunkeln aufs Klo müssen.  Eine Glühbirne für die Lampe hatte ich jetzt natürlich nicht mehr, weil meine Glühbirnenkiste weggeworfen wurde, aber ich habe aus den vorhandenen Lampen eine Birne rausgeschraubt. Das habe ich auch für das Flurlicht machen müssen, damit der Handwerker etwas sehen kann. Arrrgh.

Jetzt brauche ich auf noch eine neue Lampe fürs Bad. Da muss ich morgen Nachmittag zur Verwaltung, damit sie mir einen Gutschein oder sonstwas geben. Wovon soll ich sonst eine neue Lampe kaufen? Ich hoffe, das klappt. Außerdem muss noch ein Elektriker bestellt werden – zum einen für das neue Licht, was irgendwann mal wieder im Kämmerchen leuchten soll (die Lampe ist auch Schrott gewesen) – und für einen Unterputzkabel samt Schlitz mit Dose für die Lampe im Bad. Das kann ja nicht so bleiben.  Außerdem wollte ich die Liste mit den entsorgten Sachen abgeben – unter Vorbehalt, weil ich erstmal sehen muss, was von den Sachen im Keller noch gesäubert werden kann.  Ob meine ganzen Elektrogeräte die Feuchtigkeit überstanden haben, ist auch noch nicht geprüft.

Jetzt ist es halb 6 – es hat noch niemand angerufen, um einen Termin für morgen oder übermorgen zu machen. Also muss ich wohl erstmal alles absagen, zuhause bleiben und warten.

Ach – das ist noch nicht alles: Meine Nachbarin (mit dem Ex-nassen-Keller) hat mich im Hausflur angesprochen, damit ich darauf achte, bei Regen in den Keller zu gehen und Wasser zu schaufeln bzw. den großen Kübel mit Wasser zu entleeren, da das sonst bis zum Fenster laufen würde. Sie käme ja jetzt nicht mehr in den Keller, weil ich es mit einem Schloß abgeschlossen habe *vorwurfsvoller Blick und Ton* Das dürfte ich auf keinen Fall vergessen, weil ich sonst meine anderen Sachen wieder im Wasser stehen habe. Aber es wäre ihr ja egal, da es nicht mehr ihr Keller wäre. Aha – na gut, ich nehme es zur Kenntnis.

Aaaber – wie soll ich mit meinem Rückenschaden denn den großen Kübel leeren oder auf dem Boden rumkriechen und Wasser schöppen???? Lieber Gott – lass es bitte trocken bleiben, bis ich alles wieder in trockenen Räumen habe.

Ich kann jetzt schon nicht mehr, hab Angst vor dem, was mich noch erwartet und frage mich, wie ich das alles schaffen soll. Kann nicht ein Wunder geschehen und man mir eine neue, immer trockene Wohnung mit Balkon geben, den Umzug und die neuen Teppiche bezahlen und mich dann endlich ein trockenes Zuhause schaffen lassen? Ich glaube, diese Wohnung hatte seit 1981 schon 10 – 15 Wasserschäden. Ich hab die Schnauze sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo voll davon.

Ich musste mir das jetzt einfach von der Seele schreiben – auch als Dokumentation und hab nicht auf Form und Fehler geachtet. Das ist mir gerade auch völlig egal. Mein Kopf ist leer und tut weh, der Rücken auch, Husten, Halsschmerzen vom Stehen im Schimmel den ganzen Tag.

Und morgen geht es weiter….

Schlüssel-Dienst


Gestern schellte ein junger Mann bei uns und erzählte, dass wir heute neue Schlüssel für die untere Haustüre bekämen und unsere Kellertüren zu den Kellergängen ab morgen abschließbar wären. Wir nahmen das zur Kenntnis (mich wundert ja längst nichts mehr und das ist bestimmt jetzt die Reaktion auf die Kellereinbrüche im letzten Jahr) und so blieb ich heute zuhause, um auf den Schlüsseldienst zu warten. Zur Info hing noch ein Zettel im Hausflur, der über die Neuigkeiten informierte. Leider mit sehr dürftigen Termininformationen.

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(da der Zettel öffentlich im Flur hängt, zeige ich ihn einfach hier mal)

Am frühen Vormittag waren die Handwerker dann im Haus. Es schellte und  ich bekam meine Hochsicherheits-Schlüssel gegen Unterschrift. Danach hörte ich im Keller für ca. 1 Stunde Hämmern, Bohren und Handwerkerlärm.

Vor ein paar Minuten schellte es dann wieder (ich sollte mir vielleicht doch mal eine Drehtüre einbauen lassen. Memo an mich: bei der nächsten Wohnung nicht mehr Erdgeschoss, sondern nach ganz oben ziehen!). Meine Nachbarin (die mit dem Paketproblem) beschwerte sich verzweifelt, dass sie nicht mehr ins Haus käme. Sie war den ganzen Morgen unterwegs und wusste nicht, dass der Schlüsseldienst kommt. Danach verschwand sie schimpfend in  ihre Wohnung und schellte ein paar Minuten später noch einmal (wie war das mit der Drehtüre?). Ihr Sohn war den ganzen Morgen zuhause, hat aber durch Musik-hören und weiß der Geier was nicht gemerkt, dass die Handwerker im Haus waren und auch kein Schellen bemerkt (das kommt öfter vor – siehe Paketdienst). Komisch nur, dass ich Schellen und Handwerker (und telefonierenden Nachbars-Sohn) gehört habe, obwohl meine Waschmaschine und der Trockner lief und draußen die Gärtner gehobelt haben. Ich wusste gar nicht, dass ich so feinsinnige Ohren habe *Ironie off*

Jetzt hat sie mich nach einem unsere Zweitschlüssel gefragt, damit sie überhaupt ins Haus kommt. Natürlich habe ich ihr ausgeholfen. Leider habe ich jetzt für die anderen, befreundeten Mieter (über mir ist niemand zu Hause gewesen) keinen Schlüssel mehr. Und die Mieter ganz oben *räusper* – die mit dem Schaden – muss ich leider ignorieren, da ich ihnen üüüüberhaupt nicht helfen kann. – wenn sie denn jemals wieder aus ihrer Sommerfrische erscheinen.

Das ist aber jetzt noch nicht das Ende der kleinen Geschichte.  Wirklich in den Keller kommt man jetzt immer noch nicht – auch nicht mit Schlüssel. Es sei denn, man ist sehr schmal und ohne Zubehör/Fahrrad/Kisten usw.. Der Grund: die Tür auf unserer Seite ist nicht richtig zusammengebaut *Augenroll*

 

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So ist die Türe geschlossen. Der Schließer oben ist neu.

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Tja – weiter geht die Türe nicht auf. Die Handwerker müssen das gesehen haben, denn in der Wand ist an der Stelle schon ein kleines Loch.

…..

puuuhhhhh – ich kann nicht mehr. Meine Haut ist im Moment einfach zu dünn für solche Aktionen und ich möchte nur noch schreien – oder irgendwohin verschwinden. Das ist doch alles nicht mehr normal, oder?

Wann kommen die Männer mit den weißen Kuscheljacken?

Habe ich schon erwähnt, dass ich auch noch die Baustelle „Wohngeldamt Duisburg  hat eine seeeeehr lange Leitung“ habe, die sich nicht bewegt, mich nicht mehr schlafen lässt und laufend zum Heulen bringt? Aber das ist einen weiteren blog wert, wenn ich wieder durchatmen kann.

Eine Energietankstelle wäre nicht schlecht.

Mich halten gerade noch die Aussicht auf meinen Termin morgen beim besten Psychotherapeuten des Universums, auf das Konzert mit JOHNNY und meiner Freundin Petra aufrecht sowie die wundervolle Einladung meiner anderen Seelen- Freundin, von der ich  zu meinem 50. Geburtstag im nächsten Jahr versprochen bekommen habe, dass wir einen gemeinsamen Kurztrip nach Irland machen. Ein TRAUM, den ich mir leider nicht selbst erfüllen könnte.  Hoffentlich klappt das.

DANKE FÜR EURE FREUNDSCHAFT!

…..

sooo –  Update nach einer weiteren Stunde

Es hat gerade nochmal geschellt, ich bekam meinen Schlüssel zurück und die Handwerker waren nochmal da, um den Schaden zu beheben.  Nun weiß ich auch, dass man Schlüssel nachmachen lassen kann (wenn man eine Familie mit mehr als 3 Personen ist), diese dann je  23 Euro kosten und am anderen Ende von Duisburg abzuholen wären.  Da kann ich mich nur an den Kopf packen. 23 Euro????? Für einen Außen-Haustürschlüssel??? Wo unsere Haustüre seit Jahren Tag und Nacht offen steht, weil immer irgendwelche Leute vergessen, sie zuzuziehen??? 23 Euro für einen Schlüssel für Feuerschutztüren zu Kellergängen (nicht zu unseren Kellern, nur zu den Gängen)?? Die Kellergänge waren noch NIE abzuschließen, so lange ich hier wohne (seit 1981) und standen bis vor einem Jahr ständig offen. Sie werden erst seit dem Kellereinbruch zugezogen, sind aber ohne Schlüssel zu öffnen gewesen.

Ja, ich weiß, für viele, die das jetzt lesen, sind das nur kleine Probleme und 23 Euro ist Killefit und  kein Geld und völlig normal. Aber ich kann echt nur den Kopf schütteln. Das ist hier keine reiche Siedlung. Hier wohnen hauptsächlich alte Kruppianer in ehemaligen Krupp-Wohnungen, die fast alle nicht viel Geld haben. Die Wohnungen sind sozial gefördert.

Muss ich nicht verstehen, oder????

 

Wasserschaden 2014 – das Grauen geht weiter


Es stinkt zum Himmel. Jeden Tag mehr.

Mir ist nur noch kotzübel von dem Schimmelgestank in der Wohnung, obwohl ich bereits seit langem Dauer-Durchzug habe, damit etwas Sauerstoff durchzieht. Aber es hilft fast überhaupt nicht.  Eigentlich ist der Gestank im ganzen Haus und knallt Bewohnern und Besuchern schon unten an der Haustüre ins Gesicht. Das ganze Haus riecht schon muffig. Aber in meiner Wohnung hat sich das in den letzten 2 Wochen extrem verschlechtert, was mich auch nicht besonders wundert, da die „Nachbarn mit dem Schaden“ den Handwerkern immer noch keinen Zugang gewähren, wie ich hörte.

So sieht es mittlerweile bei uns aus. Wie das stinkt, kann man sich ja denken. 😦

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 Der obere Teil des Kämmerchens ist nass.

Der Schimmel sitzt auch schon auf dem Holz.

 

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Nasse Decke oben

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Schimmel an der Decke

Es wird höchste Zeit, dass da Abhilfe geschaffen wird. Eigentlich sollten die Handwerker ja schon längst hier sein, aber bis jetzt herrscht noch Funkstille.

Habe heute nochmal die Hausverwaltung informiert (mit Fotos) und um dringende Abhilfe gebeten.

Schließlich kommt am nächsten Wochenende meine Freundin für ein paar Tage her, damit wir zusammen in Mülheim zum JOHNNY LOGAN-Konzert gehen können.

Bis dahin muss auf jeden Fall etwas passiert sein, denn zusätzlich zum schlimmen Gestank steht noch die Hälfte des Inhalts meines Kämmerchens in der Wohnung verteilt (bereits gereinigt und Verdorbenes/Verschimmeltes entsorgt).

*seufz*

Einkaufserlebnis pur


Wie schön, dass in meinem häuslichen Umfeld alles so schön „fußläufig“ erreichbar ist. Mit dem Auto ist man in ca. 2 Minuten bei Edeka, in 5 Minuten bei Netto, in 8 Minuten bei Aldi, in 11 Minuten bei Lidl und in 15 Minuten bei Penny (rote Ampeln und Stau eingerechnet). Real und Rewe sind im Normalfall in 20 Minuten zu erreichen. Alles ganz gut und schön. Wurde auch alles rege von mir genutzt, um die günstigsten Angebote zu nutzen. Lidl und Penny waren meine Haupteinkaufsziele, weil das Katzenstreu von dort für uns am Besten ist und es gutes und günstiges Obst und Gemüse gibt.  In den anderen Läden gibt es das natürlich auch, nur leider oft nicht so günstig.

Aber jetzt ist gerade Schluss mit dem Einkaufsgenuss. Seit einer Woche ist ja jetzt schon mein kleines Auto kaputt. So bin ich gerade bei 35 °C zu Fuß mit meinem braven Rollboy durch die Gegend gezogen. Eines steht nach diesem Einkaufserlebnis fest: Erreichbar für mich ist jetzt nur noch Edeka und notfalls Netto, denn ich habe gerade für die Strecke von hier bis Netto eine Dreiviertelstunde  für den Hinweg und 1 Stunde für den Rückweg gebraucht, weil der Rücken kaputt ist und der Wagen so schwer war. Dazu kommt natürlich noch mein allgemeiner Gemütszustand im Moment.  Jetzt bin ich erstmal platt und muss mich ausruhen.“ Belastbar“ geht anders.

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– mein alter Rollboy, den ich vor knapp 20 Jahren zu Weihnachten bekam, als meine Tochter keinen Kinderwagen mehr brauchte, damit ich keine schweren Tüten schleppen muss. Ein unverzichtbarer Begleiter in meinem Leben! –

 

Ich hatte ganz vergessen, wie es ist, wenn man den Einkauf nicht nur nach Inhalt der Geldbörse, sondern auch nach Heimtransportmöglichkeit aufschlüsseln muss. Dabei musst ich ja bevor ich mein Auto hatte, auch alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad machen. Damals konnte ich aber noch Fahrrad fahren und hab es auch sehr geliebt, was jetzt 1. wegen Rückenschmerzen nicht mehr geht und 2. mein Fahrrad kaputt im Keller steht. Da die Reparatur meinen momentanen Rahmen sprengt, da ich das nicht selbst erledigen kann, bleibt das auch noch eine Weile da stehen.  Den Fahrrad-Transportanhänger, den ich mal hatte und der das Transportieren leichter machte, habe ich auch längst wieder verkaufen müssen. Also nützt mir eigentlich auch das Fahrrad nicht mehr.

Ganz schöner Mist, wenn man krank ist und die ganz normalen Sachen nicht mehr so einfach machen kann. Das ist im Haushalt und auch draußen ein Problem. Jeder sagt zu mir: „Ach, du hast es gut; du bist in Frührente. Hast den ganzen Tag Zeit für Nix.“ Die Leute wissen nicht, wie verdammt hart das ist, wenn man sich nicht mehr so bewegen kann, weil alles weh tut, man durch die Antidepressiva und anderen Tabletten immer dicker wird (und das auch nicht aufhört, wenn man sie abgesetzt hat)  oder der Kopf nicht mitmacht – und dazu die Frührente sehr knapp ist und man jonglieren muss, um irgendwie über den Monat zu kommen.. DAS sucht sich niemand freiwillig aus! Wollte ich nur mal loswerden an die „alten Freunde aus dem Kleingartenverein“, die ich gerade beim Einkaufen getroffen haben und die mich so lieb daran erinnert haben, dass sie mich fast nicht erkannt hätten, weil ich so moppelig geworden bin. Als Frührentner hat man ja auch nichts zu tun.

 

So, jetzt hab ich erstmal Dampf abgelassen und bin wieder etwas runtergekühlt. Positiv denken: Alles ist gut!.

 

In diesem Sinne: Macht das Beste aus eurem Tag und lasst euch nicht unterkriegen. Es gibt trotz allem Mist immer etwas Gutes: So habe ich heute auf dem Weg durch das langsame Laufen ganz viele schöne Blumen bewundert, fröhliche Kinder und spielende Hunde gesehen. Das ist doch schon mal was.

 

Wasserschaden zum x-ten


Es hat uns mal wieder erwischt:

Vorhin kam meine Nachbarin, holte ihr „Päckchen“ ab und erzähle beiläufig, dass gleich die Hausverwalterin käme, um sich den Wasserschaden in ihrem Keller anzusehen. Sie erzählte, dass immer, wenn es regnet, ihr Keller (der unter meiner Wohnung liegt) unter Wasser steht, weil das Wasser an der Innenwand herunterläuft. Vor einigen Monaten hatte sie mir schon einmal davon erzählt, danach waren Handwerker im Haus und ich dachte, der Schaden wäre längst behoben. Damals habe ich natürlich sofort in meinem Kämmerchen nachgesehen, ob ich ebenfalls einen Wasserschaden hätte. Dem war aber nicht so. Nur ein Restfleckchen alten Schimmels vom Wasserschaden davor war noch sichtbar. Deshalb nutze ich mein Kämmerchen auch wirklich nur als Abstellkammer für Dinge, die ich nur 2 x im Jahr oder weniger brauche und lasse ansonsten die Türe immer geschlossen. Ich bin ziemlich geruchsempfindlich und alleine nur der Hauch von Schimmelgestank verursacht in mir höchste Übelkeit.

Höchst alarmiert habe ich vorhin mit den schlimmsten Befürchtungen meine Kämmerchentüre geöffnet. Auf den ersten Blick war nichts zu sehen, aber als ich die Wand freigeräumt hatte, hat mich fast der Schlag getroffen. Die Wand ist nass. Es stinkt wie die Pest nach Schimmel.

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Als die Hausverwalterin kam, hab ich ihr den Schaden gezeigt. Sie ist immer sehr freundlich und verständnisvoll und hat mitgekriegt, wie mich dieser erneute Wasserschaden in meiner Wohnung aus der Bahn wirft. Wie oft schon hatte ich mit den Wasserproblemen anderer zu kämpfen? Wie oft schon wurde meine Wohnung aufgehauen, die Badezimmerwand zertrümmert, die Küche demoliert und die Kinderzimmerwand aufgestemmt, ganz zu schweigen von den Aufrissarbeiten im Kämmerchen – immer, wenn jemand über mir einen Rohrbruch hatte. IMMER hatte ich den Schaden. Beim letzten Aufhauen des Kämmerchens habe ich schon nachgefragt, ob sie nicht einen Versorgungsschacht legen könnten, damit nichit immer die Wand aufgehauen werden muss, aber das haben sie nicht gemacht.

Und jetzt ist es wieder soweit. Der Handwerker wird von der Verwaltung informiert und mir stehen wieder diese Drecksarbeiten ins Haus. Ich habe allerdings sofort gesagt, dass ich diesmal nicht mehr bereit bin, die Stromkosten für die Trocknungsgeräte zu übernehmen. Beim letzten Mal wurde mir vorab zugesagt, dass ich die Kosten zurück bekäme, aber letztendlich habe ich nur ca. 1/3 des Geldes zurückbekommen, während bei meiner Nachbarin mit Hausstrom getrocknet wurde und sie nicht einen Cent bezahlen musste. Mir ist egal, wie sie es anstellen, aber ich bin nicht bereit, wieder für anderen Mist zu zahlen.

 

Das Heftigste an dem Schaden diesmal ist, wie ich heute erfahren habe, dass der Rohrbruch in der 2. Etage über meiner Wohnung liegt. Die sehr elitären Bewohner dieser Wohnung verbringen den Sommer hauptsächlich im Kleingarten. Sie wurden – wie man mir erzählte – schon vor Monaten angeschrieben, damit sie sich mit den Handwerkern in Verbindung setzen und den Schaden beheben lassen. Dazu sind sie nicht bereit, weil sie den Sommer im Garten verbringen wollen (keine 10 Minuten mit dem Fahrrad von hier aus). Sie kommen nur ein paar Mal in der Woche, um die Post zu holen. Handwerker dürften, wie ich heute erfuhr, erst Ende September in ihre Wohnung, weil sie erst im Oktober die Saison im Garten beenden würden. Nett, oder?

Bin gespannt, ob oder was jetzt passiert. Ich hoffe und bete nur, dass sie nicht (weil sie oben in die Elitewohnung nicht reinkommen), meine Wand aufhauen und von hier aus das neue Stück einsetzen. Denn eigentlich würde es völlig reichen (wie der Handwerker vor Monaten meiner Nachbarin erzählte), wenn die oberste Wohnung, in der der Schaden entstanden ist, aufgehauen würde. Aber in diesen Haus haben schon Pferde vor die Apotheke gekotzt. Hier ist alles möglich und jeder macht, was er will.

Am Liebsten würde ich einfach ausziehen. In eine Wohnung mit Balkon, frischer Luft und ohne ewige Wasserschäden. Geht aber leider aus vielen Gründen nicht. Ich habe weder die Manpower, noch das Geld für einen Umzug, die Renovierung der alten Wohnung und der Einrichtung der neuen. Meine Freunde wohnen Hunderte Kilometer entfernt und hier ist Ort ist niemand, der mir helfen könnte, seit ich keine Kontakte mehr zum Kleingartenverein oder meinem alten Musikverein habe. (Schon komisch, wenn man bedenkt, dass ich früher überall im Vorstand war und ich da sehr viele „Freunde“ hatte, die bei der Scheidung abgesprungen sind).

Und eigentlich liebe ich diese Wohnung, weil sie prima aufgeteilt ist und Ost- und Westfenster hat. Ich liebe Sonnenauf- und untergänge und könnte mir nicht vorstellen, in einer anders ausgerichteten Wohnung zu wohnen. Da würde mir wirklich etwas fehlen. Morgens werde ich von der Sonne geweckt und abends kann den Sonnenuntergang sehen. Außerdem sind mein Wohnzimmer und das Schlafzimmer schön groß. Das brauche ich, weil ich ja auch viel nähe und mein Zeug unterbringen muss. Das Kinderzimmer ist auch groß genug. Das Badezimmer ist winzig, ebenso wie die Küche. Dabei finde ich eine große Wohnküche, wie wir sie in Altroggenrahmede hatten, viel schöner. Aber sie reicht für 2 Personen.

Meine Gedanken und Sorgen kreisen gerade mal wieder. Das hört einfach nicht auf. Ich bin fix und fertig, verzweifelt, hoffnungslos und kraftlos. Dazu kommt, dass am Freitag mein Auto kaputtgegangen ist, ich nicht weiß, was mir da bevorsteht und sich heute wieder gezeigt hat, dass dringend neue Anziehsachen gebraucht werden, weil die alten sich auflösen. Wie soll ich das nur alles schafffen? Ich kann gerade nicht mehr. Hilfe ist nicht zu erwarten, ich weiß, aber das musste ich jetzt einfach mal rausschreiben, sonst platze ich vor lauter innerer Tränen.

 

 

Unsere Katzen


Das sind unsere tierischen Familienmitglieder Arthur und Selenia.  Wir sind zu den Katzen gekommen (oder sie zu uns 😉 ), weil meine Tochter sich schon lange eine Katze gewünscht hat. Es sollte  ein grauer Tiger mit weißem Schnäuzchen, Bauch und Pfötchen sein. Also habe ich mich 2008 auf die Suche gemacht.  Jetzt hat sie einen braunen Tiger und ein weißes Kätzchen.  Es ist fast so, als hätte sich ihr Wunsch auf zwei Katzen aufgeteilt.  😉

Tiere hatten wir schon immer. Ich hatte als Kind schon Wellensittiche, danach einen Goldhamster Goldi, dann mehr als 13 Jahre meinen geliebten Hund Blacky. Dann kamen die Meerschweinchen Flöckchen und Benny und danach die Kaninchen Kuschler und Wirbelwind.  Wir hatten nie ein Tier alleine, es waren immer mindestens zwei von jedem.  Und nun sollten es Katzen sein, weil die auch von alleine den Kontakt zum Menschen suchen und nicht nur darauf warten müssen,  bis der Käfig aufgemacht wird.

Ich habe mich überall umgehört,  wo es Katzen gab, konnte mich aber nicht entscheiden.  Dann erwähnte meine Schwester,  dass eine Freundin von ihr Katzen aus Spanien vermittelt, die sonst nicht überleben würden und gerade welche hat. Wir sind dann nach Krefeld gefahren und waren gespannt darauf, was uns da erwarten würde.

Dann kam der Schock. Sie zeigte uns zwei magere, verpilzte, vermilbte, ängstliche  Katzenkinder, die kaum Fell hatten, aber unzertrennlich waren und uns mit ihrer Art sofort in den Bann zogen. Uns trieb es die Tränen in die Augen.  Die Katzen waren vor ein paar Tagen vermittelt  und gerade wieder zurückgeben  worden.

Wir nahmen sie in unser Leben und unsere Familie auf. Am Anfang war es schwierig,  Tierarztbesuche, sehr viel putzen und waschen, weil der Kater vor Angst überall hingepinkelt hat. Aber wir hatten Geduld,  Zeit und Verständnis und wurden mit bedingungsloser Liebe und viel Lebensfreude belohnt. Selenia hat sich schon nach 10 Minuten auf meine Brust gelegt. Das ermutigte Arthur, sich vorsichtig auf meine Beine zu legen. Ich muss jetzt noch heulen vor Glück,  wenn ich daran denke.  Die beiden helfen mir auch heute noch oft über depressive Zeiten.  Und auch meiner Tochter tun sie sehr gut und geben ihr viel Ruhe.

Wir können uns ein Leben ohne die beiden nicht mehr vorstellen.  Und wenn sich jemand über das eine oder andere Katzenhaar mokiert,  kann er mir den Rücken runter rutschen. Das ist eben so und das ist es uns wert.

Das sind sie:

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Ex und Streß


Normalerweise schreibe ich hier solche Sachen nicht, aber ich drehe gerade etwas am Rad wegen heute Nachmittag.

Ich brauche gerade mal ein bisschen Mut, Daumen drücken und Kraft schicken für ein vermutlich sehr anstrengendes, heftiges, emotionales und wieder mal sehr scharfzüngiges Gespräch mit dem Ex.

Hilfe und Verständnis ist von ihm wie immer nicht zu erwarten. Er kennt nur seine eigene Welt, will uns „seine Sachlage“ darlegen, jetzt, wo er auch Rentner ist – interessiert sich aber andererseit einen Dreck um unsere „Sachlage“, mit der wir schon seit Jahren kämpfen. Wirft mir bzw. uns Unfähigkeit für alles Mögliche vor und drückt sich vor Verantwortung, wo er nur kann.

Ich hab gerade das Gefühl, vor Nervosität in Ohnmacht zu fallen, muss aber andererseits hier nochmal für eine einigermaßen besucherfreundliche Optik sorgen, sonst muss ich mir wieder anhören, wie Scheiße wir doch leben. Leichter gesagt als getan. Bin gerade einfach nur blockiert und panisch, weil ich jetzt schon weiß, dass hinterher alles nur noch Schlimmer ist, als es sowieso schon ist.

Die Vorwürfe, Ausreden und Lügen, die er uns servieren wird, müssen wir wohl der Kooperationsbereitschaft wegen wieder schlucken.  Andererseits wird er wahrscheinlich wieder sofort abwinken, wenn wir versuchen, unseren Zustand darzulegen und wütend austicken – und wieder „empfehlen“, HARTZ IV zu beantragen, bzw. das Studium (welches super läuft und meiner Tochter viel Spaß macht) abzubrechen und Arbeiten zu gehen. Schließlich wären wir ja nichts Besseres und er hätte auch schon mit 14 gearbeitet. Außerdem wird er wieder vorschlagen, dass ich mir einen Mann suchen soll, der uns ernährt und Tochter ausziehen soll, weil sie dann Unterstützung vom Staat kriegt. Ich kotze jetzt schon bei diesen „gutgemeinten Vorschlägen“.  Er kann es einfach nicht ertragen, dass wir so ein gutes Verhältnis miteinander haben und er hält auch meine Krankheit für reine Spinnerei – ich soll mich nicht so anstellen.  Als hätte ich diesen Scheiß nicht schon 1000 x gehört – mindestens.

Fühle mich gerade einfach nur innerlich total leer und wütend und enttäuscht gleichzeitig, heule mir seit Monaten wegen diesem von ihm seit 2 Jahren immer wieder angedrohten Sache die Seele aus dem Leib und kann einfach nicht verstehen, wie jemand so wenig Liebe, Respekt und Interesse für seine Tochter haben kann. Dass er mich hasst, ist mir klar und egal, Aber sie so zu behandeln, gibt mir den Rest.

….

Naja – wie auch immer. Wir müssen da heute durch und danach werden wir klarer sehen. Er war ja wohl beim Anwalt und hat sich erkundigt, was er noch machen und wie er da rauskommt. Mal sehen, was dabei rauskommt.  Ändern kann ich an der Tatsache sowieso nichts. Und vielleicht kann ich ja wieder klar denken, wenn ich erstmal die Fakten habe, wie es im nächsten Monat weitergehen soll.

An Weihnachten darf ich jetzt sowieso noch nicht denken. Das fällt bei uns in diesem Jahr wieder mal unter die Rubrik „sehr minimalisch“.

Aber  Hauptsache, wir haben uns und halten zusammen.

Das musste jetzt raus. Sollte es jemand lesen, der uns kennt, kann er ja mal drüber nachdenken, ob der ach so wunderbare Ex wirklich so wunderbar, hilfsbereit und toll ist, wie er sich immer darstellt. Aber egal, ich bin sowieso seit der Scheidung die Böse.  Nach Hintergründen hat ja nie jemand gefragt, sondern alle Freunde sich einfach zurückgezogen. Ist ja auch einfacher, sich mit dem weiter anzubändeln, der immer groß Party mitmachen kann als zu jemandem zu stehen, bei dem einem Cafe- oder Weihnachtsmarktbesuch schon eine lange Planung vorausgehen muss.

Was soll’s? Das heute geht auch vorbei und alles andere ist sowieso Vergangenheit.

Irgenwie werden wir das auch diesmal wieder hinkriegen …

hoffe ich …

Wieder mal keine Behandlung – ich hab die Schnauze so voll


Heute morgen war ich wieder beim Orthopäden – wieder mal wegen des Rückens.  Seit 10 Jahren habe ich dauernd Probleme damit und seit JANUAR ist es wieder extrem schlimm geworden. Am Empfang behauptete die nette Dame, mit der ich beim letzten Mal  schon Zoff hatte, steif und fest, ich hätte einen Nachsorgetermin für mein Knie und die letzten beiden Termine wären sowieso nur Notfalltermine gewesen. Außerdem stimme meine Überweisung nicht und es hätte ein Zusatz draufstehen müssen, dass es sich um Rehabilitation handelt.  Gesagt hat mir das aber niemand vorher.  Und der letzte und dieser Termin sind keine Notfalltermine gewesen, sondern echte, saubere Termine wegen des RÜCKENS (AUSDRÜCKLICH darauf hingewiesen und beim letzten Mal lang und breit klargemacht). Bin ich eigentlich nur noch im falschen Film? Ich könnte jetzt schon kotzen.

Nach einer halben Stunde durfte ich dann endlich ins Sprechzimmer, wo ich nochmal 15 Minuten gewartet habe.  Als Lichtblick kann ich aber zumindest sagen, dass dieser Termin bei dem Orthopäden war, dem ich eigentlich vertraue und der mir bisher irgendwie helfen konnte. Nach einer gründlichen, schmerzhaften Untersuchung kam er zu dem Schluss, dass meine Nerven im Ganzen sehr gereizt sind, ich vermutliche eine Entzündung mit mir rumschleppe,  das Problem mein Bauch wäre und ich Heilfasten sollte. Außerdem schlug er mir vor, es mit Akupunktur zu versuchen. 10 x hat er mir aufgeschrieben. Start ist im OKTOBER 2013.  Ja – im Oktober – richtig gelesen.

Mit diesen 10 Terminen, die dann Anfang November zuende sein werden, stand ich dann wieder auf der Straße. Ohne Schmerzlinderung. Ohne Hilfe oder Einlagen für die Fersensporne oder sowas. Aufgeschrieben hat er sich alles, was mir wehtut. Aber da das privat bezahlt werden muss, kann man da nichts machen. Da muss ich durch. Ich könnte nur noch heulen. Ich kann nicht mehr.

Dass meine Nerven im Eimer sind, weiß ich selbst. Nicht nur die sichtbaren körperlichen. Ich fühle mich gerade total am Ende, kann nicht mehr.

Hab mir gerade einen Nottermin beim meinem Hausarzt geholt für morgen früh.  Irgendwer muss mir doch mal helfen können.

Mir gruselt es nur davor, dass es so läuft wie beim letzten Mal:

Check-up, Blut abnehmen, Entzündung festgestellt – alles beim Herrn Doktor, bei dem ich mich sicher und verstanden fühle.  Neue Blutabnahme, um zu testen, ob es besser geworden ist.

Termin bei Frau Doktor bekommen 😦 , obwohl für Herrn Doktor bestellt, 2 Stunden gewartet, drangekommen, musste mir anhören, dass ich einfach zu dick bin und wurde ohne weiteren Kommentar oder Hilfe oder irgendwas wieder weggeschickt. Danach bin ich ewig nicht mehr hingegangen, weil ich es nicht ertragen konnte.

Und das Dumme ist, dass ich immer erst draußen auf der Straße merke, dass mir wieder nicht geholfen wurde. Bin nicht fähig gewesen, das schon im Sprechzimmer klar zu machen und nicht eher zu gehen, bis irgendeine Linderung aufgetreten wäre. Ich bin soooooo blöd.

Ich frage mich, wie lange das mein Körper und mein Magen noch mitmachen, dass ich am Tag bis zu 4 Hammertabletten schlucke, damit die Schmerzen einigermaßen zu ertragen sind.

Und es kotzt mich an, dass ich nur am Jammern und Stöhnen bin, bei jeder Bewegung, beim Aufstehen, beim Laufen, beim Spülen, beim Kochen, beim Zähnebputzen, beim Duschen usw. .

Ich will endlich wieder beschwerdefrei sein.  Hab die Schnauze so gestrichen voll von dem ganzen Mist, der Arztrennerei ohne wirkliche Hilfe und Linderung und den ganzen anderen Problemen. Hab keine Kraft mehr für irgendwas. Fühle mich nur noch down.

Kann nicht mehr …..

Du bist einfach zu dick


Mir ist gerade wieder einmal was „Nettes“ passiert:

Ich war in der Küche und habe Milchreis als Nachtisch für das Wochenende gekocht. Nebenbei habe ich einen Kuchen gebacken.  Nach langer Zeit hatte ich einfach mal wieder Lust darauf und irgendwie habe ich das Gefühl, als würden wir noch Besuch bekommen.  Alle paar Wochen kommt meine Schwester mal spontan am Samstag zu uns zu Besuch.

Der Reis war fast fertig, aber noch etwas hart. So hab ich den Herd einfach nochmal angemacht, um ihn nachgaren zu lassen.  Während ich den Kuchen aus dem Ofen geholt und zum Abkühlen auf die Spüle gestellt habe, sprach mich von draußen durch das geöffnete Küchenfenster mein Nachbar an.  Er fragte mich, ob ich eine große Schraube für ihn hätte und zeigte mir eine Beispielschraube.  Da ich glaubte, so eine Schraube zu haben, habe ich in meiner Werkzeugkiste nachgesehen und tatsächlich eine ähnliche Schraube gefunden, die ich ihm über die Balkontüre angegeben habe. Er hat mich in ein Gespräch verwickelt und irgendwann gefragt, warum ich immer so komisch schief laufe. Ich hab ihm dann erzählt, dass ich mir das Knie und den Rücken verknackt habe.

Er meinte daraufhin einfach nur: „Du bist einfach zu dick! Du musst abnehmen!“,  drückte seine Kippe an der Hauswand aus und schmiss sie wie gewohnt in den Garten.  Mir ist das Wort im Hals steckengeblieben und ich war erstmal sprachlos. Dann bin ich (obwohl ich es besser wissen sollte) in die Verteidigung gegangen und habe ihm erklärt, dass ich von den Tabletten und der Depri so dick geworden bin und das nicht am Essen liegt. Seine Antwort war, dass er auch ne Depression hätte, aber das Zeug nicht schlucken würde, weil man von „Cortison“ (?) dick wird und das alles Quatsch wäre. Ich hätte doch nur in den Beipackzettel kucken müssen und dann hätte ich das gesehen. Ich  hab mich dann wieder verteidigt und gesagt, dass ich damals sogar meinen Psychiater darauf angesprochen habe, dass ich davon zunehme und dieser nur gemeint hätte, das könnte gar nicht sein. Ist aber so! Und das geht nicht nur mir so! Viele meiner Ex-Kollegen und Bekannten mit Depris sind von den Medis 20 – 30 kg schwerer geworden. Bei mir waren es 25 kg. Zu meinen ursprünglichen 60 kg kamen 10 kg, die nach der Schwangerschaft geblieben sind (nicht weiter schlimm) plus 10, die blieben, nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe (trotz Sport und Diät).  10 weitere kamen durch den Streß auf der Arbeit (andere nehmen ab, ich nehme zu, wenn ich Streß habe). Und jetzt noch die durch die Krankheit. So bin ich so dick geworden.

Mein Nachbar meinte, dass Diäten auch Quatsch wären und ich Sport machen müsste. Na super! Was für eine Erkenntnis! Was hätte ich nur ohne meinen superschlauen Nachbarn gemacht? Sport! Na sowas! …. Ach ja – das war ja das, was ich die letzten 1 1/2 Jahre zwei Mal in der Woche in der Gruppe gemacht habe. Könnte Sport auch gewesen sein, dass ich 3 x in der Woche Nordic Walking gemacht habe? Könnte es auch Sport gewesen sein, was ich mit Peziball, Gummibändern, Seilchen und anderen Sportgeräten zuhause gemacht habe? Vom Tanzen einmal abgesehen? … Nöööö – kann ja nicht. Sonst wäre ich ja nicht so fett, oder?  Alles angefressen natürlich – die 1200 kcal, an die ich mich immer noch meistens halte (wenn ich sie überhaupt zusammenkriege, weil ich überhaupt keinen Hunger habe) – machen mich so fett.

Ach ja – zu dem eingeklemmten Meniskus und dem Bandscheibenschaden fällt mir noch ein, dass ja nur FETTE Leute krank werden. Sportler haben so was ja gar nicht! Ich bin so dumm! Danke, Nachbar, dass du mir die Augen geöffnet hast. Es liegt alles nur an meinem Fett!

Und noch etwas fällt mir ein: Vor einer Weile habe ich auch eine sehr „freundliche“ mail von einer mir unbekannten Frau bekommen, dass ich fette und faule Sau nicht so viel schreiben und jammern soll, sondern lieber Arbeiten gehen soll, anstelle rechtschaffenden Leuten durch meine Frührente auf der Tasche zu liegen.

Nett, oder?

Leider kann ich der Frau nicht per mail antworten, weil die Adresse gesperrt ist. Aber eins möchte ich dazu sagen: Ich hab mir das nicht ausgesucht, krank zu werden. Ich war immer sehr fleißig und zuverlässig, loyal und zu Höchsteinsätzen bereit. Seit ich 14 Jahre alt war (als meine Muter starb), habe ich alleine einen Haushalt geführt und war früh arbeiten. Ich habe immer sehr viel geleistet – für meine Familie, die Familie meines Ex und meine Arbeitgeber. Also halte die Klappe, wenn du keine Ahnung hast! Du bist nie  in meinen Schuhen gelaufen!

Mir fällt gerade nichts mehr ein und ich würde am Liebsten alles hinschmeissen, nicht mehr vor die Tür gehen und einfach aufgeben. Ich weiß, das geht gleich wieder vorbei – muss ja. Es gibt so viel zu tun und zu denken, damit auch dieser Monat irgendwie klappt. Aber jetzt gerade in diesem Moment hab ich einfach keine Kraft.

pfffff ……..

Aähm – mein Milchreis ist auch angebrannt. Irgendwann habe ich das gerochen und bin in die Küche gestürzt (so schnell es eben geht) und habe dann nur noch ein qualmendes Etwas auf dem Herd gefunden.   pppfff – was solls? Ich bin eh zu fett, oder? 😦

Gedankensalat


Mir geht es heute gar nicht gut. Ich weiß nicht genau, warum das so ist. Bin heute morgen schon mit üblen Gedanken aufgestanden und fühle mich heute total niedergedrückt. Irgendwie geht auch alles schief heute. Meine Schmerztabletten ware leer, obwohl ich gestern dachte, die würden noch bis heute reichen. War wohl nix.  Die letzte hab ich gestern Abend genommen.  So musste ich heute morgen ohne auskommen. Mittlerweisle habe ich aber wieder welche. Als nächstes hat die Apotheke eines der beiden Rezept, so wie es ausgestellt war, nicht angenommen, sondern wollte eine Alternative eintüten. Die Krankenkasse würde das Medikament nicht bezahlen, wenn kein Kreuzchen dahinter stehen würde, sagte man. Na super. Die Alternative, die ich in der letzten Woche bekommen habe, konnte ich nur unter Würgen einnehmen, weil die Ummantelung so gestunken hat. Das war jedes Mal eine Riesenüberwindung. Aber ohne diese Tabletten waren die Schmerzen noch zu schlimm, also hab ich das mal wieder ertragen.  Das hatte ich vor einer Weile mit einem anderen Medikament auch schon und hab das auch der Ärztin, mit der ich nicht klarkomme,  gesagt (weil mein Doc an dem Tag nicht da war). Sie hat nur abgewunken und gemeint, ich sollte das nehmen, das wäre DAS Medikament für meinen Fall. Ich konnte es aber nicht in den Mund nehmen, weil es einfach so furchtbar gestunken hat. Bis jetzt habe ich mich noch nicht entschieden, meinen Arzt anzurufen und eine Lösung zu finden oder es einfach wieder hinzunehmen. Ich weiß auch noch nicht, ob ich das einlöse oder nicht. Da sie mir gestern für einen Rezeptwunsch zwei Rezepte ausgefüllt haben, werde ich ja wohl auch 2 x die blöden Gebühren bezahlen müssen. Und das dritte Medikament muss ich komplett selbst bezahlen, obwohl ich dieses gar nicht haben wollte und das auch nicht für passend halte.  Meine Güte, mache ich das alles wieder komplizierter als es ist. (Halt die Klappe, du Stänkerer in mir!)

Und wieder taucht bei mir das Gefühl auf,  ich wäre nicht okay und überempfindlich und überhaupt.  Den ganzen Morgen mache ich mir schon Gedanken über meine Gedanken und Einstellungen über die Dinge, die im Moment passieren. Ich versuche, die Gegebenheiten neutral und mit Abstand zu betrachten und da taucht auch die Unsinnigkeit meiner Gefühle auf. Es gibt keinen Grund, sauer und depri zu sein. Das ist nur meine Überempfindlichkeit und Unüberlegtheit. Ein Teil von mir würde am Liebsten alles hinschmeißen – und doch weiß ich, dasss das sowieso nicht geht und auch nicht gut für alle Beteiligen wäre. Irgendwann kommt dieser Punkt sowieso auf mich zu. Das ist die Natur der Dinge. Wie ich das packen soll, weiß ich nicht.  Im Moment raubt mir ja schon ein zu bearbeitender Brief alle Kraft und ich komme wieder nicht voran. Manchmal ist es so schwer, eine Entscheidung zu treffen, deren Folgen ich nicht absehen kann und wo ich nicht weiß, ob und wie ich das alles schaffen soll.

Obwohl ich optisch so ein dickes Fell habe, fühle ich mich äußerlich so verletzlich wie Seidenpapier und innerlich wie ausgebrannte, nur mit einem Rest glimmende Asche. Dafür gibt es überhaupt keine Rechtfertigung. Eigentlich ist alles normal und über manche Dinge müsste ich längst hinweg sein. Bin ich auch – dachte ich. Aber wahrscheinlich doch nicht, sonst würde mich das ja nicht umhauen.

Ich muss drüber nachdenken!

Spontan geht anders


Vorhin hat meine älteste Schwester angerufen und mich gefragt, ob ich morgen früh spontan Zeit hätte. Ich habe mich gefreut, weil ich dachte, dass sie mich besuchen kommen möchte. Ihr fällt im Moment zuhause  die Decke auf den Kopf und sie möchte einfach eine schöne Zeit mit mir haben, sagt sie. Aber sie möchte, dass wir uns in Krefeld treffen. Ups? Das hatten wir noch nie. Ich bin im ersten Moment total erschrocken, meine Gedanken rasen. Aber ich sage, dass ich mich auf morgen freue. Frage sie, wo wir uns treffen und wo sie parken will. Sie erklärt mir groß und breit,  wo sie immer parkt und dass sie zwischendurch immer das Parkhaus verlässt und wieder reinfährt, um Kosten zu sparen. Das verwirrt mich alles total und ich blicke schon nach kurzer Zeit nicht mehr durch.  Ich habe keine Ahnung, WO das Parkhaus ist und fühle mich in einer größeren Stadt sowieso schnell verloren, wenn ich alleine hinfahren muss.  Ich weiß, das ist total bescheuert und früher hatte ich mit solchen Sachen überhaupt keine Probleme. Aber seit ein paar Jahren überfordern mich solche einfache Dinge total. Ich erzähle ihr, wo ich sonst in Krefeld parke und sie meint, ihr Parkhaus wäre besser. Na super! Weil ich überhaupt keinen Plan habe, wie das alles laufen soll, sage ich nach 15 Minuten erstmal zu und wir vereinbaren einen Treffpunkt außerhalb der Parkplätze.
Warum kommt sie nicht her? Wie komme ich nach Krefeld? Meine Gedanken kreisen um alle möglichen Punkte. Jetzt sitze ich seit Stunden vor dem PC, schaue mir den Stadtplan an, schaue mir die Parkplätze an, finde Berichte über Drogenkonsum und gebrauchte Spritzen in den Parkhäusern und von fehlenden Parkwächtern. Meine Angst wird immer größer.  Wo soll ich hin? Und wie? Ich fahre normalerweise nur ganz selten alleine mit meinem Auto. Und wenn, dann möglichst nur bekannte Strecken. Ich bin ein Angsthase geworden. Mein Forscherdrang und Mut von früher ist einfach weg, wenn es um solche Touren geht. Ich mache mich total nervös. Eigentlich wollte ich schon seit Stunden im Bett liegen und schlafen, aber es geht nicht. Ich weiß ja immer noch nicht, was ich morgen früh machen soll. Dazu kommt, dass hier wirklich viel Schnee liegt. Na gut, die Hauptstraßen sind geräumt. Aber unsere Straße und die Nebenstraßen sind echt extrem glatt. Gestern hing ein Krankenwagen hier bei uns im Wendekreis fest, weil unter der aufgefahrenen Schneedecke alles vereist ist und er musste angeschoben werden.  Und ich soll da fahren? Ja okay – es sind nur ein paar Minuten und ich wäre auf der Hauptstraße. Von da an geht das ja bestimmt wieder. Aber trotzdem. Ich weiß ja nicht, was mich auf dem Weg erwartet.

Mit dem Bus oder Zug fahren kann ich auch nicht. Dafür reicht mein Budget nicht mehr. Die Fahrten sind einfach zu teuer. Und zum Bahnhof müsste ich dann auch mit dem Auto oder mind. 20 Minuten laufen, weil ich ja nicht mehr so schnell bin. Ich hoffe, dass mein Sprit noch bis Ende des Monats reicht. Ich muss ja auch noch 2 x mit dem Auto zum Doc und jeden Tag 2 x zum Bahnhof.  Wie soll ich das nur machen? Parkgebühren kommen ja morgen auch noch. Dann bleibt für den Rest des Monats nichts mehr. So ist das, wenn man in Frührente ist und mit Tochter alleine wohnt. Da ist alles nicht so einfach.

Meine Schwester will morgen mit mir frühstücken gehen. Ich habe ihr schon gesagt, dass ich zuhause frühstücken werde, weil ich mich in kein Cafe setzen kann. Sie meinte nur, das würden wir dann morgen sehen, was wir machen. Ich weiß nur, dass ich unglaublich aufpassen muss, damit ich mein Auto nachher noch (aus welchem Parkhaus auch immer) wieder rausholen kann.  Am liebsten würde ich einfach absagen, aber das würde sie nicht verstehen. Ich will auch nicht jammern. Das will sie ja auch nicht hören. Sie hat ihre eigenen Probleme. Und eigentlich hält sie mich für stark, weil ich in ihren Augen schon so viel geschafft und durchgestanden habe. Dabei bin ich das gar nicht.  Hoffentlich habe ich morgen genug Kraft, um vernünftig neben ihr herzulaufen und nicht wieder mit dem blöden Hexenschuss und Fersensporn gebückt wie eine alte Frau durch die Gegend zu humpeln. Ich werde mich zusammenreißen. Wenigstens für 1 Stunde oder 2. Und ich weiß jetzt schon, dass mich das wieder so viel Kraft kosten wird, dass ich danach ein paar Tage nicht mehr richtig hochkommen. Aber egal – ich will mit ihr etwas unternehmen. Wir haben so wenig Zeit miteinander und das kann immer alles ganz schnell vorbei sein. Das habe ich ja oft genug erlebt. Also werde ich auch morgen wieder stark sein. Sie wird mit mir durch die Geschäfte gehen – ich werde lächeln und mich mit ihr freuen, wenn sie etwas Schönes findet.  Aber ich werde nichts kaufen. Nicht nur, weil ich in meiner Größe nichts Gescheites oder Günstiges finde. Meine Schwester hat ganz fürchterlich viel abgenommen und ist nur noch ein Strich in der Landschaft. Ich habe ganz fürchterlich viel zugenommen, passe nirgendwo mehr richtig rein und schöne Sachen habe ich auch nicht. Vor dem Zusammenbruch war ich genauso schlank wie sie mal war. Die Tabletten und die Depressionen haben mich dick werden lassen. Aber Neid empfinde ich nicht. Es geht mir ja eigentlich noch gut. Ich habe alles, was ich brauche und anderen geht es viel schlechter. Sie sitzen in der Kälte im Schnee und werden uns Pappbecher entgegenhalten. Ich kann kaum an diesen Menschen vorbeigehen. Das zerreisst mich immer. Am liebsten würde ich ihnen noch meinen Mantel geben.  Meist bleibt es aber dann bei meinem letzten Euro, der in diese Büchse wandert. Ich kann noch geben! Und das ist gut so! Irgendwie kommen wir schon durch. Das haben wir immer irgendwie geschafft. Aber es ist extrem hart.

Werde ich morgen eine gute Gesellschaft für meine Schwester sein? Ich möchte, dass es ihr gut geht, wenn wir zusammen sind. Ich möchte, dass sie lächelt. Sie hat es auch nicht leicht. Also werde ich irgendwie morgen nach Krefeld fahren, irgendwie parken und irgendwie den Morgen überstehen und eine schöne Zeit mit ihr haben. ich hab solche Angst vor dem Fahren. Aber irgendwie werde ich mit Hilfe des Navis ankommen. Egal, wie lange es dauert. Ich fahre einfach sehr viel früher los, dann passt das schon irgendwie.. Hoffentlich finde ich mein Auto wieder. Sonst passt meine Tochter mit auf, wenn wir wegfahren und bringt mich wieder zum Auto zurück.   Ich verliere seit dem Zusammenbruch so leicht die Orientierung. 😦

Und noch etwas Schreckliches fällt mir ein. Was mache ich nur, wenn sie in ein Einkaufzentrum will und Rolltreppe fahren will?? Oh hilfe, das kann ich nicht mehr. Ich kriege schlimmste Panikattacken auf Rolltreppen und manchmal sogar auf einfachen langen Treppen. Daher nehmen meine Tochter und ich beim Shoppen normalerweise vorhandene Aufzüge – oder ich warte vor den Geschäften, wenn es keine gibt und das nicht möglich ist. Das habe ich meiner Schwester auch irgendwann mal gesagt, aber ich bin sicher, dass sie das gar nicht wahrgenommen hat. Also wird sie morgen irgendwo hoch- oder runterfahren wollen und mich wieder zusammenfalten und auslachen, wenn ich ihr sage, dass ich das nicht kann.  😦 ….. Ich glaube, ich sage doch morgen früh noch spontan ab. Sie wird eine andere finden, die mit ihr geht – vielleicht eine Freundin? Mit der kann sie dann Rolltreppen fahren, so viel sie will. Und die parkt mit ihr dann vielleicht auch im Seidenweberhaus und fährt zwischendurch auch wieder raus und rein.  Ich bin keine gute Gesellschaft mehr für sowas.  Aber wenn ich jetzt kneife, ist das auch nicht gut. Nicht gut für mich.  Ich hasse es, feige zu sein. Aber ich könnte jetzt schon heulen, wenn ich an die Rolltreppen und das Fahren und die Parkhäuser und das Frühstück denke.  Also schiebe ich die Gedanken einfach weg und denke nur an meine Schwester. Ich schaff das schon. Irgendwie? Gleich werde ich erstmal ins Bett gehen – vermutlich noch die halbe Nacht nachdenken und Lösungen suchen. Und je nachdem, wie es mir morgen geht, werde ich fahren oder nicht.

Spontan geht anders!

Depressionen, Verzweiflung, dumme Sprüche und Hilfe


„Reiß dich zusammen! Lass dich nicht so hängen! Jammere nicht immer soviel herum! Heul doch nicht schon wieder! Gib dir einen Tritt in den Arsch! Du musst dagegen ankämpfen! Wie lange willst du denn noch krank sein? Ich kann es nicht mehr hören! Depression ist doch keine Krankheit! Die Faulen brauchen nur eine Ausrede! Du bist zu sensibel! Schaff dir ein dickes Fell an! Hör doch nicht auf die anderen! Schalt doch einfach ab, wenn du aus der Firma kommst – mach ich auch so! Heulsuse! Memme! Weichei! Stell dich nicht so an, andere müssen da auch durch! Du suchst nur eine Ausrede! Du bist einfach faul und willst anderen auf der Tasche liegen! Mach dir nicht so viele Gedanken um so einen Mist! Hör auf, darüber nachzudenken!  Lass dich ablenken! Du kannst doch nicht den ganzen Tag liegenbleiben! Du musst mal wieder normal werden! Ich versteh nicht, warum du das so schwer nimmst! Geh mal an die Luft, dann geht das wieder!  Du musst dir mal ein bisschen Mühe geben, dann bist du bald wieder fit! Kapierst du nicht, dass du dich einfach anstrengen musst?  Versuch es doch wenigstens mal! Ich kann dir auch nicht helfen! Du gehörst in die Klappse! Du hast nen Knall! Wie lange dauert das denn noch?  Du bist verzweifelt? – so ein Quatsch! Anderen geht es auch mal schlecht! Du bemühst dich nicht genug!  Depression ist doch nur ein Modewort als Ausrede für Faulheit!“

Solche und andere Sprüche sind in Massen auf mich eingeknallt, als ich in die Depression gerutscht bin. Und manche davon höre ich auch heute noch, wenn es mir mal wieder schlecht geht. Als würde ich mich nicht genug anstrengen – vielleicht sogar nur billig um Mitleid heischen. Ich könnte kotzen! Aber selbst dafür fehlt mir dann die Kraft. Ich habe keine Kraft mehr, anderen vermitteln zu wollen, wie es mir geht. Bin dann einfach nur noch leer und abgrundtief müde. Die meiste Kraft brauchen meine Gedanken. Kein Wunder, wenn sie im Dauer-Marathon durch meinen Kopf rasen. Wäre da nicht jeder müde und kraftlos? Es ist dann, als würde ich vom Rest der Welt fallengelassen werden – ab in den Abgrund eines tiefen Brunnens, aus dem ich kein Licht mehr erkennen kann.

Jetzt – nach einigen Jahren mit zeitweiser Hilfe von unterstützenden Tabletten, einer Reha, die mich mit Leuten zusammenbrachte, denen es ebenso geht – und einem guten Therapeuten  schaffe ich es, nicht mehr so tief zu fallen und das Licht im Auge zu behalten. Mit professioneller Hilfe klettere ich immer wieder aus dem Brunnen heraus, der mich mit eisernen Händen umklammern und herunterziehen will. Ich erkenne meistens die Stellschrauben (nicht immer sofort, aber spätestens mit Hilfe), die mich glauben lassen, was ich über mich glaube und wie ich mich immer wieder abwerte –  und ich weiß mittlerweile eigentlich auch, wie lächerlich und unhaltbar sie sind, wenn ich mit einer anderen Perspektive daraufschaue.

Ja, ich kämpfe immer noch! Aber nicht mehr GEGEN die Depression. Nicht mehr GEGEN MICH. Ich kämpfe gegen die Wertvorstellungen über mich, die mir von irgendwelchen Leuten eingetrichtert worden sind und versuche, sie ans Licht zu bringen, zu beleuchten und aufzulösen. Immer gelingt mir das nicht und manchmal kommen sie ganz unverhofft aus Ecken, aus denen ich sie nicht erwartet habe.  Die Leute, die zu mir sagen, ich wäre begriffsstutzig, blöd, wertlos, schwach, eine Belastung, eine Zumutung, unerwünscht usw. können mich mal kreuzweise gern haben. Sie haben keine Ahnung, wie hart ich bereits an mir gearbeitet und immer wieder für mich gekämpft habe.  Für ihre Begriffe ist es nie genug, was ich mache. Aber sie sollen erstmal in meinen Schuhen laufen, bevor sie mich verurteilen. Und selbst dann lasse ich keine Verurteilung für mich mehr zu. Ich versuche, nicht mehr aufzugeben und ich versuche, mich nicht weiterhin zu verletzen.

Über den Weg dahin werde ich hier noch erzählen.

Bis dahin sage ich: Haltet durch und holt euch professionelle Hilfe! Das ist keine Schande, sondern eine Lösung

.

 

Alternative Behandlungen ;-)


Für jeden Menschen und für jede Krankheit gibt es ein Mittelchen. Welches möglicherweise für dich gut ist, kannst du nur ganz alleine entscheiden. 😉

Wenn Du mal wieder müde und kraftlos bist, dann schau doch mal kurz mit einem Augenzwinkern in diesen Text, den ich in den Weiten des Internets gefunden habe:

********

„Es geht mir nicht gut. Ich fühle mich müde, kraftlos, und irgendwie tut alles weh. Der Alltag ist unendlich mühsam, die Kinder nerven bis in die letzte Zelle hinein. Der Magen schmerzt, in meinem Hirn ein großes Loch. Dauernd Streit mit meinen Lieben, an Schlaf ist trotz Hundemüdigkeit nicht zu denken, weil’s im Kopf nur rumort. Da kann doch was nicht stimmen! Der Weg zur Heilung führt über die Fachleute, oder? Wollt ihr mich ein Stück begleiten?“

Hausarzt:
„Ich verschreibe Ihnen 3 Mittel: die blauen nehmen Sie morgens und abends, die gelben 1x vor dem Schlafengehen. Und wenn Sie davon Magenschmerzen kriegen, schlucken Sie die gestreiften einfach direkt nach jeder der anderen Tabletten. Sollten Sie auf die blauen Kopfweh kriegen, dann schreibe ich Ihnen noch Tropfen auf, die das wieder besser machen, und wenn irgendwo ein Ausschlag auftauchen sollte, nehmen Sie diese Salbe. Es ist ein Ärztemuster, das geb‘ ich Ihnen so dazu. Die wirkt schnell. Es ist ein wenig Cortison drin, aber eh nur ganz wenig, die können Sie ruhig nehmen. Und nehmen Sie die Tabletten unbedingt regelmäßig; da kann man gar nichts anderes machen! Auf Wiedersehen.“

Internist:
„Jetzt machen wir mal ein Blutbild, ein Röntgenbild, ein Passbild, eine Computer-Tomographie, eine Magnetresonanz-Tomographie, eine Harnprobe, eine Stuhlprobe, eine DNA-Analyse, eine Haaranalyse, eine Hirnanalyse, eine Allergie-Analyse, ein EKG, ein EEG, ein AEG, eine Magenspiegelung, eine Blasenspiegelung, eine Darmspiegelung, eine Kehlkopfspiegelung, und die Kopfspiegelung. Vorab probieren Sie doch mal diese neue Salbe von Chemopharm. Sie sind doch hoffentlich zusatzversichert?“

Alternativer Zahnarzt:
„Die Amalgamplomben müssen alle raus, Sie sind ja ganz vergiftet. Da machen wir überall Kronen drauf, die kosten zwar mehr, aber die halten auch länger. Und kommen Sie jede Woche einmal zur Mundspülung – in Ihrem Mund gibt es noch immer Bakterien, denen müssen wir zu Leibe rücken, sonst haben Sie nie Ruhe.“
Homöopath: (nach zweistündiger Ordination) „Ganz sicher bin ich mir noch nicht. Sie sind ein schwieriger Fall. Da brauche ich noch ein paar Tage Zeit. Ich muss erst mal darüber meditieren. Die Globuli schicke ich Ihnen dann nach Hause. Nehmen Sie bitte 1 Stück von der Hochpotenz, und 3 Mal täglich von den Niederpotenzen. Und nach 6 Wochen telefonieren wir wieder!“

TCM-Akupunkteur:
„Ihre Meridiane sind ja ganz verstopft, da kann ja das Chi nicht fließen. Außerdem sind Ihre 5 Elemente im Ungleichgewicht. Akupunktur ist eine uralte Heilmethode aus China und wirkt garantiert. Die Chinesen heilen sogar Knochenbrüche damit. Jetzt steche ich sie mal an wie ein Nadelkissen, dann verordne ich Ihnen noch eine geschmalzene 5-Elemente-Diät und gebe Ihnen 20 Qi-Gong-Übung zur Meridianstärkung mit auf den Weg.“

Naturheilpraktiker:
„Ganz klar: Darmpilz. Sanierung ist angesagt. Gleich eine Hydro-Colon-Darmspülung.“

Ganzheitlicher Ernährungsberater:
„Kein Fleisch, kein Mehl, keine Milchprodukte, keine Eier, nichts Gekochtes, kein Zucker, kein Salz, kein Pfeffer, kein Fett, kein Tee, kein Kaffee, kein Alkohol, kein Nikotin, kein Auto, kein Telefon, kein Sex, am besten nur Obst, Gemüse, Soja, rohe Getreidekörner, Mineralwasser. Das beseitigt garantiert jedes Unwohl- oder Kranksein.“

Bioresonanz:
„Hausstauballergie, Milbenallergie, Milcheiweißallergie, Weizenallergie, Tomatenallergie, Gurkenallergie, Arbeitsallergie.
Uiiii, das wird dauern!“

Radiästhesie:
„Um Gottes Willen, Wasseradern, Erdstrahlen, Störzonen, Elektrosmog! Bett umstellen, Iso-Matte und Kupferspiralen unters Bett, sofort eine Grander-Anlage ins Hauswassersystem einbauen lassen!“ (alles bei ihm beziehbar)

Psychotherapeut:
„Wovor verschließen Sie denn die Augen? Was wollen Sie nicht sehen? Was macht Sie denn so müde? Sie müssen hinschauen, sich dem Problem stellen. Sie müssen damit umgehen, sich selbst liebevoll annehmen lernen. –
Klar, diese Tabletten! Wenn Sie wollen, dass ich Ihnen helfe, müssen Sie damit aufhören, Sie sind ja gar nicht Sie selbst!“

Psychoanalytiker:
„Das ist der verdrängte Ödipus-Komplex. Sie haben eine gestörte Vater-Übertragung auf Ihren Chef, der Sie an einen ehem. Wohn- Nachbarn aus Ihrer frühen Kindheit erinnert. Legen Sie sich einmal auf die Couch und assoziieren Sie frei vor sich hin – ich schlafe inzwischen eine Runde in meinem Sessel.“

Releasing Therapeut:
Da sind noch einige Devices von Matriachat (mindestens 379) Stück in Deiner Aura und Deinen Genen. Du musst jetzt mindestens 3 Monate keinen Sex haben, 2 mal die Woche zu einer Session kommen und meine nächsten 5 Releasing Wochenend- Seminare besuchen. Wenn Du gut bist, kannst Du dann nach den 5 WS’s assistieren, und dann schauen wir mal weiter was der allerhöchste Geist zu Deinem Fall sagt.

Reiki-Meister:
„Ja, ich kann das gut wahrnehmen: die Energie fließt nicht so richtig. Kommen Sie zehn Mal, dann sehen wir weiter. Sie sollten nicht so viel reden – legen Sie sich einfach hin und entspannen Sie sich! Reiki macht das schon. – Ich mache auch Fernheilungen: ich sitze hier und konzentriere mich ganz auf Sie zu Hause. Macht 80 € die Sitzung.“

Kinesiologe:
„Sie sind ja ziemlich aus der Balance. Ich gleiche jetzt einmal Ihre Gehirnhälften aus und zeige Ihnen, wie Sie daheim die Augen rollen müssen. Dann werden Ihre Selbstheilungskräfte schon wieder aktiv werden.“

Astrologe:
„Du hast den Uranus und den Saturn gerade direkt auf Deinem Jupiter, und der Mond steht in Konjunktion mit Pluto genau gegenüber. Das ist ein bisschen heftig. Keine Sorge, nach einem Jahr löst sich das allmählich wieder auf.“

Feng Shui:
„Schau Dir doch Deine Wohnung an: im Beziehungseck die Schmutzwäsche, im Reichtumseck eine vertrocknete Pflanze, und im Bereich Ruhm und Karriere das Klo…. klarer geht’s nicht, oder? Ich habe da ein paar sehr wirkungsvolle Mobiles und Kristalle, mit denen du diese Fehlbereiche beleben kannst, damit wieder alles ins Lot kommt. Ich verspreche dir: diese Investition zahlt sich aus; hundertfach kriegst du’s zurück.“

Engels-Channel:
„Ich kriege da so eine Botschaft aus dem Jenseits, dass Sie in Wirklichkeit jemand ganz anderer sind. Sie gehören nicht in diese Welt, Sie sind zu Höherem berufen. Lernen Sie das Channeln und fangen Sie endlich an zu heilen; das ist Ihre wahre Berufung. Die jenseitigen Meister warten nur mehr auf Ihr „Ja“. Wissen Sie, ich sag das nur zu Ihnen: nächsten Monat beginnt eine Ausbildungsgruppe bei mir, wo ich solchen Menschen wie Ihnen beibringe, wie man seine Fähigkeiten entwickelt und zum Wohl der Welt einsetzt. Wenn ich so überlege: ich könnte mir vorstellen, dass gerade Sie dafür besonders talentiert sind und eines Tages vielen Menschen damit helfen könnten.“

Katholischer Seelsorger:
„Beten Sie, liebe Schwester, beten Sie! Jesus liebt Sie! Das ist mehr als genug. Meinen Sie nicht? Warum versteifen Sie sich so darauf, dass Sie von Ihrem Mann Liebe brauchen? Lassen Sie los! Öffnen Sie sich dem Heiligen Geist. Kommen Sie zu mir, wann immer es Ihnen Ihr Herz sagt – auch wenn es mitten in der Nacht ist – und erzählen Sie mir alles! Das wird Sie erleichtern. Bei mir sind Sie in guten Händen, ganz sicher und ganz unverbindlich und kostet Sie auch nichts, wie bei den Therapeuten, den Sekten und dem Psychokult. Ich tue das ganz uneigennützig…“

Gestalttherapeut:
„Rauslassen! Komm, lass es raus! Schrei, schrei endlich! Trau dich!“

Edelsteintherapeut:
„Hier habe ich viele bunte Steinchen. Welchen wollen Sie nehmen, einen roten, einen blauen, einen grünen? Smaragd, Saphir, Bergkristall? Männchen oder Weibchen? Suchen Sie sich einen aus, ganz spontan und intuitiv, und legen Sie ihn sich jeden Tag 30 Minuten auf die Brust. Das öffnet die Chakren.“

Familientherapeut:
„Jetzt stellen wir mal Ihr Familiensystem auf. Gibt es da irgendwelche „schwarzen Schafe“, abgetriebene Kinder, verstoßene Enkeln, Onkeln und Tanten, enterbte Nichten und Neffen, betrogene Ehemänner, faule Schul- und Studienabbrecher? Die stören das Familiensystem, und deren erblicher Einfluss wirkt sich auf Sie hemmend aus, Sie können Ihre Potenziale nicht voll entfalten. – So, jetzt rücken sie mal das System zurecht, verbeugen sich vor Vater und Mutter, Oma und Opa, Urgroßvater und Urgroßmama, alle Geschwister, Cousins und Stiefenkeln und danken Ihnen, wofür auch immer, werfen Sie sich vor ihnen auf den Boden und fangen Sie spontan an zu weinen. Das wird die Schuldverstrickung lösen.“

Tachyonen-Berater:
„Was Du erlebst, sind einfach Entgiftungserscheinungen. Da will ganz viel alter Mist raus aus deinem System. Wehr dich nicht dagegen, kauf noch ein paar neue, noch bessere Tachyon-Produkte, zum Beispiel diese wunderbare Blue Green Alge – die reinste Gehirnnahrung, die ideale Versorgung für unser Zeitalter. Du wirst sehen: wenn deine Chakren erst einmal dauerhaft nach oben ausgerichtet sind, schießt dein Energielevel in die Höhe wie nix.“

Tantra-Lehrer:
„In dir ist das Weibliche und das Männliche noch nicht vereint. Sei öfter mal Mann, dann wieder ganz Frau. Bete zu Shakti und Shiva, Shankar und Ganesha, Paramahansa und Yogananda, Bhagvad Gita und Mahabharata…“

Yoga-Lehrer:
„Jetzt machen wir einmal ein paar ganz schwierige Verrenkungen, bis die Wirbelsäule kracht, das tut dem Körper und dem Karma gut. Dann setzen wir uns in den Lotussitz und meditieren „Om“ auf das Bild von Sri Chimnoy, Sri Mataji, Sri Babaji, Krishnamurti, Maharishi, Sai Baba, Ali Baba …“

Aura-Soma:
„Gehen Sie nach innen zu Ihrem inneren Heiler und suchen Sie sich ganz spontan eines der bunten Flascherl aus. Gut. Mit dem tun Sie jetzt gar nichts. Es gibt hier noch die Pomander, die Meisteressenzen, die Lehrlingsessenzen und die Gesellenessenzen, Flascherl zum Umhängen und eine Creme zum Einschmieren, und Sie können es auch als Sammelpackung ganz klein haben zum Mitnehmen auf Reisen. Sind sie nicht schön, diese funkelnden Farben? Ich poliere meine Flaschen jeden Tag liebevoll und rede mit ihnen. Möchten Sie, dass ich einmal zu Ihnen nach Hause komme und Ihnen und Ihren Freundinnen die ganze Kollektion zeige? Sie kriegen natürlich Prozente.“

Heilmasseur:
„Haben Sie gespürt, wie verkrampft Sie im Nacken und in den Schultern sind? Lauter Knoten, die man kaum rausbringt. Ich kenne da ein Gerät, das ich Ihnen empfehlen kann: kaufen Sie sich den Meistermasseur, der knetet jeden Tag Ihren Nacken wie ein Profi. Ich habe gerade noch ein letztes Exemplar dabei.“

Transpersonaler Atemtherapeut:
„Atmen … atmen! Tiefer! Schneller! Tiefer! Schneller! Tiefer! …“

Schamane:
„Sie sind von einem fremden Geist besessen. Jetzt rassle ich mal eine Runde, dann trommeln wir zusammen, beten zum Großen Geist Manitu und zur Mutter Erde, machen einen Trance-Tanz, und dann sind die Geister wieder versöhnt.“

Guter Freund:
„Mädel, besorg dir eine Putzhilfe und geh mal auf Urlaub!!!“

Quelle: leider unbekannt, dafür aber nicht weniger genial 😉

**********

Mir kommt das ALLES sehr vertraut vor. Die meisten Sachen davon habe ich wirklich im Laufe der letzten Jahre komplett durch. Es war ein weiter Weg vom Erkennen der Symptome bis zum Anerkennen der Krankeit, der über viele der oben genannten Stationen ging.

Meine eigene Erfahrung durch meine Depressionen und mein burn-out zeigten mir deutlich, dass es je nach aktueller  Stärke der Krankheit immer Wege gibt, aus diesem Kreislauf auszusteigen.  Manchmal reicht eine Haushaltshilfe, manchmal Tabletten oder eine Therapie. Ich finde es nicht verwerflich, diese Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen, wenn man alleine nicht mehr klarkommt. Das ist keine Schande! Burn-out trifft Menschen, die richtig heiß gebrannt haben (möglicherweise sogar an vielen Stellen gleichzeitig) und viel von sich gegeben haben. Meiner Erfahrung nach sind das Personen, die immer sehr gut waren, die Verantwortung getragen haben und auf die sich jeder verlassen konnte.  Wenn diesen Menschen dann plötzlich „das Licht ausgeht“ und sie „ausgeschaltet werden“, ist nichts mehr so, wie es vorher war. Dann heißt es, Lösungen zu finden, um wieder ins Leben zu kommen.  Und genauso, wie man ein paar Krücken benutzt, wenn man ein Bein gebrochen hat, kann und sollte man sich auch Hilfe holen, wenn man psychische Probleme hat und alleine nicht mehr laufen kann.

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