Connys Welt … oder "higher than heaven" ;-)

Beiträge mit Schlagwort ‘dumme Sprüche’

Connys neue Diät


Ich habe mich entschieden, eine neue Spezialdiät anzufangen: MEINE Diät.

 

Ab sofort  trenne mich von:

– dämlichen und niedermachenden Kommentaren, Mails, Antworten, Sprüchen,  wie z.B. das ist doch total besch… en da, wo du gerade bist (hinwillst); du bist so fett (doof, schlecht gekleidet, blöd geschminkt, furchtbare Frisur),  du träumst zuviel, bist zu naiv, zu gutgläubig, zu trottelig oder zu intelligent, allwissend, hast einen abartigen Wohngeschmack, deine Möbel sind Gelsenkirchener Spätbarock, wie kann man nur seine Möbel selbst streichen, kauf dir doch mal nen neuen Teppich, Auto, Küche, die Couch ist zu tief und zu rot, die Türen zu dunkel, der Kuchen ist hart/weich/trocken/saftig, blöde Ex-Raucherin – sowas von extrem, reiß dich zusammen und geh arbeiten, du bist nur faul und dick, Depressionen gibt es nicht, Burnout auch nicht, such dir nen Mann, der dich ernährt oder geh zur Tafel, nimm nicht immer deine Familie in Schutz, Psychotherapie ist für Idioten,  mach doch – tu doch – hör auf …. (alles mögliche wahlweise einzusetzen), wie läufst du wieder rum, kauf dir mal Klamotten, du magst Camping – würde ich niiie machen, …. also ICH hätte das alles ganz anders gemacht als du, du musst dies und das und den Leuten auf  den Nerv gehen, ausziehen, ich hab’s auch im Kreuz und in den Knien und mache trotzdem noch alles, nimm erst mal ab – du fette Kuh – dich will so keiner, so wie du will ich auch nicht aussehen, mir würde das nie passieren,  …. usw.

 

Bei solchen Sprüche bekomme ich ab sofort mentalen Durchfall und es flutscht durch mich durch bis ins imaginäre Klo.  Meine gute Erziehung und meine Rücksichtnahme stelle ich ab und lasse euch stehen bzw. nicht mehr so mit mir umgehen. Es gibt kein freundlich, verlegenes Lächeln mehr, damit ihr euch gut fühlt und keine sanften Nachfragen oder Unsichtbarkeit meinerseits.  Eure Probleme mit meinem Leben könnt ihr behalten und wer  meint, etwas ändern zu müssen/können, darf mir gerne Hilfe (keine Pseudo-Hilfe oder dumme Sprüche) anbieten –  wobei nur ich entscheide, ob ich sie annehme oder nicht.

Geht erst mal in meinen Mokkassins, bevor ihr mich verurteilt – und selbst dann steht euch das nicht zu!

Ich bin erwachsen – und alles ist gut! Das ist MEIN Leben! Ich lade dich ein, bei mir zu sein, mit zu gehen, mit zu träumen, mit zu lieben und mit zu lachen, verrückte Dinge zu tun, spontan zu sein, glücklich zu sein, mit dem, was ist. Dinge wertzuschätzen, die für viele alltäglich sind und kaum wahrgenommen werden, über den Tellerrand zu schauen und zu spüren, wenn sich etwas gut anfühlt. Das kann eine gute Tasse Tee oder Kaffee sein – oder der Sonnenaufgang – oder unsere Katzen, meine Tochter, meine  Freunde – frisch bezogene Betten – Gänseblümchen – Enten und Schwäne im Teich – Füsse in den See tauchen – Sterne schauen –  Pferde – Hunde und ihre Aufmerksamkeit – Schmetterlinge – Blätterdächer – ein Zelt, wenn es regnet – den Wind am Meer  – Urlaubsgefühle – Konzerte – die Stimme von Johnny Logan –  gutes Essen – und noch Millionen Dinge mehr. Da geht mein Herz auf 🙂

 

 

 

 

 

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Depressionen, Verzweiflung, dumme Sprüche und Hilfe


„Reiß dich zusammen! Lass dich nicht so hängen! Jammere nicht immer soviel herum! Heul doch nicht schon wieder! Gib dir einen Tritt in den Arsch! Du musst dagegen ankämpfen! Wie lange willst du denn noch krank sein? Ich kann es nicht mehr hören! Depression ist doch keine Krankheit! Die Faulen brauchen nur eine Ausrede! Du bist zu sensibel! Schaff dir ein dickes Fell an! Hör doch nicht auf die anderen! Schalt doch einfach ab, wenn du aus der Firma kommst – mach ich auch so! Heulsuse! Memme! Weichei! Stell dich nicht so an, andere müssen da auch durch! Du suchst nur eine Ausrede! Du bist einfach faul und willst anderen auf der Tasche liegen! Mach dir nicht so viele Gedanken um so einen Mist! Hör auf, darüber nachzudenken!  Lass dich ablenken! Du kannst doch nicht den ganzen Tag liegenbleiben! Du musst mal wieder normal werden! Ich versteh nicht, warum du das so schwer nimmst! Geh mal an die Luft, dann geht das wieder!  Du musst dir mal ein bisschen Mühe geben, dann bist du bald wieder fit! Kapierst du nicht, dass du dich einfach anstrengen musst?  Versuch es doch wenigstens mal! Ich kann dir auch nicht helfen! Du gehörst in die Klappse! Du hast nen Knall! Wie lange dauert das denn noch?  Du bist verzweifelt? – so ein Quatsch! Anderen geht es auch mal schlecht! Du bemühst dich nicht genug!  Depression ist doch nur ein Modewort als Ausrede für Faulheit!“

Solche und andere Sprüche sind in Massen auf mich eingeknallt, als ich in die Depression gerutscht bin. Und manche davon höre ich auch heute noch, wenn es mir mal wieder schlecht geht. Als würde ich mich nicht genug anstrengen – vielleicht sogar nur billig um Mitleid heischen. Ich könnte kotzen! Aber selbst dafür fehlt mir dann die Kraft. Ich habe keine Kraft mehr, anderen vermitteln zu wollen, wie es mir geht. Bin dann einfach nur noch leer und abgrundtief müde. Die meiste Kraft brauchen meine Gedanken. Kein Wunder, wenn sie im Dauer-Marathon durch meinen Kopf rasen. Wäre da nicht jeder müde und kraftlos? Es ist dann, als würde ich vom Rest der Welt fallengelassen werden – ab in den Abgrund eines tiefen Brunnens, aus dem ich kein Licht mehr erkennen kann.

Jetzt – nach einigen Jahren mit zeitweiser Hilfe von unterstützenden Tabletten, einer Reha, die mich mit Leuten zusammenbrachte, denen es ebenso geht – und einem guten Therapeuten  schaffe ich es, nicht mehr so tief zu fallen und das Licht im Auge zu behalten. Mit professioneller Hilfe klettere ich immer wieder aus dem Brunnen heraus, der mich mit eisernen Händen umklammern und herunterziehen will. Ich erkenne meistens die Stellschrauben (nicht immer sofort, aber spätestens mit Hilfe), die mich glauben lassen, was ich über mich glaube und wie ich mich immer wieder abwerte –  und ich weiß mittlerweile eigentlich auch, wie lächerlich und unhaltbar sie sind, wenn ich mit einer anderen Perspektive daraufschaue.

Ja, ich kämpfe immer noch! Aber nicht mehr GEGEN die Depression. Nicht mehr GEGEN MICH. Ich kämpfe gegen die Wertvorstellungen über mich, die mir von irgendwelchen Leuten eingetrichtert worden sind und versuche, sie ans Licht zu bringen, zu beleuchten und aufzulösen. Immer gelingt mir das nicht und manchmal kommen sie ganz unverhofft aus Ecken, aus denen ich sie nicht erwartet habe.  Die Leute, die zu mir sagen, ich wäre begriffsstutzig, blöd, wertlos, schwach, eine Belastung, eine Zumutung, unerwünscht usw. können mich mal kreuzweise gern haben. Sie haben keine Ahnung, wie hart ich bereits an mir gearbeitet und immer wieder für mich gekämpft habe.  Für ihre Begriffe ist es nie genug, was ich mache. Aber sie sollen erstmal in meinen Schuhen laufen, bevor sie mich verurteilen. Und selbst dann lasse ich keine Verurteilung für mich mehr zu. Ich versuche, nicht mehr aufzugeben und ich versuche, mich nicht weiterhin zu verletzen.

Über den Weg dahin werde ich hier noch erzählen.

Bis dahin sage ich: Haltet durch und holt euch professionelle Hilfe! Das ist keine Schande, sondern eine Lösung

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