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Zeitumstellung März 2013


Zeitumstellung März 2013

Überall lese ich seit einigen Tagen, dass am Samstag wieder die Zeit umgestellt wird. Wir bekämen um 2 Uhr in der Nacht eine Stunde genommen und im Herbst wieder zurück.

Zum Thema ZEITUMSTELLUNG gibt es bei google ungefähr 978.000 Ergebnisse. Es gibt sogar eine Seite http://www.zeitumstellung.de/, die erklärt: „Hier präsentieren wir Ihnen eine kleine Informationsseite über die Zeitumstellung.“ Es gibt dort sogar Regeln für die Zeitumstellung, die in Deutschland durch Gesetze und Verordnungen festgeschrieben sind.

Wikipedia schreibt zum Thema Zeitumstellung (Weiterleitung auf Sommerzeit):

„Die mitteleuropäische Sommerzeit beginnt jeweils am letzten Sonntag im März um 02:00 Uhr MEZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 02:00 Uhr auf 03:00 Uhr vorgestellt wird. Sie endet jeweils am letzten Sonntag im Oktober um 03:00 Uhr MESZ, indem die Stundenzählung um eine Stunde von 03:00 Uhr auf 02:00 Uhr zurückgestellt wird. Die Stunde von 02:00 Uhr bis 03:00 Uhr erscheint im Herbst also zweimal. Die erste Stunde (von 02:00 Uhr bis 03:00 Uhr MESZ) wird mit „2A“ und die zweite Stunde (von 02:00 Uhr bis 03:00 Uhr MEZ) mit „2B“ bezeichnet.[2] Damit ist in der Nacht der Umstellung im Frühling beispielsweise der Zeitpunkt „06:00 Uhr“ schon fünf Stunden nach Mitternacht erreicht, in derjenigen im Herbst hingegen erst sieben Stunden nach Mitternacht. Es wird gewissermaßen die im Frühjahr „eingesparte“ Stunde im Herbst „zurückgegeben“.“

Quelle und weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Sommerzeit

Viele Jahre haben mir diese kleinen Nachrichten ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins an die Politiker, die diese Zeitumstellung mehrmals vor vielen Jahren eingeführt haben, vermittelt. Ich fand das immer schon ziemlich bescheuert, die „Zeit“ so zu verändern, war in den ersten Tagen nach der Umstellung immer völlig neben der Spur. Vielen Tieren soll diese „Zeitumstellung“ ja auch sehr zu schaffen machen.

Zeitumstellung.de schreibt dazu ganz aktuell: „24% der Befragten der Zeitumstellungs-Studie hatten schon einmal irgendwie geartete Probleme mit der Zeitumstellung. Dabei waren mehr Frauen (30%) als Männer (18%) betroffen. Die meisten die mit Problemen zu kämpfen hatten, klagten über Müdigkeit/ fühlten sich schlapp (79% der Betroffenen) oder hatten Einschlafprobleme bzw. Schlafstörungen (59%), manche konnten sich z.B. schlechter konzentrieren (36%). Quelle: Forsa-Studie im Auftrag der DAK-Gesundheit, März 2013″

Mir wird immer ein bisschen schlecht, wenn ich diese Sachen lesen – und deswegen:

Ab heute lasse ich dieses beklommene Gefühl nicht mehr zu und sage:  So ein BLÖDSINN!

Die ZEIT wird doch gar nicht umgestellt. Es sind einfach nur die UHREN, die umgestellt werden.  Diese – eigentlich völlig banale – Erkenntnis nimmt dieser „Zeitumstellung“ von jetzt auf gleich ihren Schrecken.  Wenn ich genau nachdenke, ist es mir doch völlig egal, ob alle exakt die gleiche Uhrzeit haben. Meine Uhren ticken auch in jedem Zimmer anders:  die eine geht regelmäßig 10 – 15 Minuten vor, die andere irgendwann eine halbe Stunde nach. Auf einer anderen Uhr sind das nur Minuten. Und wie oft ist schon eine stehengeblieben? Na und? Macht mich das so verrückt wie die 1 Stunde „Zeitumstellung“? Nö! Das nehme ich zur Kenntnis, lebe damit oder ändere es und gut ist! Eine Armbanduhr habe ich schon seit Anfang 2006 nicht mehr. Am Tag vor meinem großen Zusammenbruch bin ich im Büro gegen den Schrank gefallen. Die Uhr hat das nicht überlebt. Ich habe nie wieder eine neue gekauft, obwohl ich vorher von Kind an nie ohne Armbanduhr gewesen bin.

Damit komme ich gut klar, denn in der Wohnung habe ich Uhren, im Auto ist eine Uhr, draußen sind fast an oder in jedem Geschäft Uhren, die Nachrichten im Radio kommen halbstündlich (inkl. Zeitansage). Überall werde ich auf die aktuelle Zeit hingewiesen.

Aber wozu sollte ich eine Sommer- und WinterZEIT brauchen? Und wenn, warum dann keine Herbst- oder FrühlingsZEIT? Ach ja, eine „fröhliche“ WeihnachtsZEIT und frohe“ OsterZEIT gibt es ja auch noch.

Wie praktisch, dass meine LEBENSZEIT in so viele für die Konsumwelt gewinnbringende ZEITEN eingeteilt wird. Da rutscht man fast übergangslos von einer Zeit in die nächste. Da wird eingekauft, dekoriert, Geschenke besorgt, für die „ÜbergangsZEIT“ gibt es „Übergangsmäntel“, usw.

ICH alleine bestimme darüber, wie ich meine LEBENSZEIT einsetze. Ich weiß nicht, wie lange sie sein wird, aber ich weiß und bestimme selbst, wie ich sie fülle und wahrnehme! Ob ich glücklich oder deprimiert bin – ob ich alleine oder mit Freunden oder Familie zusammen bin, ob ich in der Natur oder im Großstadttrubel bin – ich entscheide über meine Gefühle bezüglich LEBENSZEIT.

Alle anderen Zeiten kommen nur von draußen.

just my 2 cents

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Nächste Woche ist Weihnachten …


und ich habe das HEUTE erst irgendwie gemerkt. Zwar steht hier schon der Tannenbaum und natürlich auch der Adventskranz, aber erst beim Anzünden der DRITTEN Kerze ist es mir aufgefallen. Ich bin gar nicht darauf vorbereitet. Was werde ich kochen? Was werde ich wem geben können? Bisher habe ich das erfolgreich verdrängt und am liebsten würde ich mich jetzt sofort einfach verstecken und erst nach Weihnachten wieder herauskommen. Mir ist ganz schlecht, wenn ich daran denke, dabei liebe ich Weihnachten eigentlich sehr. Aber ich weiß bis auf ein paar Kleinigkeiten für meine Tochter nicht, was ich verschenken könnte. Für große Geschenke fehlt mir einfach das nötige Geld, für kleinere schäme ich mich irgendwie, weil die meisten meiner Freunde/Familie sich sowieso schon alles von sehr guter Qualität selbst kaufen können.  Daher fühle ich mich bei dem Gedanken an Geschenke eher schlecht gerade. Ich habe eigentlich im Hinterkopf, etwas selbst gemachtes und persönliches  zu verschenken, aber weder bin ich besonders handwerklich geschickt (naja, nähen kann ich ein bisschen und kochen und backen und stricken und so), aber wer will schon etwas selbst gemachtes, wo professionell hergestellte Sachen meist so viel schöner und gleichmäßiger sind? Ich bin nicht perfekt!

So geht ein Tag nach dem anderen vorbei und ich bin wie gelähmt, was die Geschenkefrage angeht. Gar nicht gut, aber ich bin relativ pleite und muss auch noch an die Woche NACH Weihnachten denken, in der wir leben müssen. Scheiß Konsumfest! Alle hetzen durch die Gegend auf der Suche nach dem ultimativ besten Geschenk, Hauptsache elektronisch oder teuer. Na gut, das trifft nicht auf alle zu, aber wenn ich lese, dass in den Großstädten an den Adventswochenenden die Parkplätze teilweise gesperrt wurden bzw. die Autos quasi bis auf die Autobahnausfahrten standen, um in die Innenstädte zum Shoppen zu fahren, packe ich mich an den Kopf. Es gab natürlich auch Zeiten, in denen ich genügend Geld zur Verfügung hatte, um schöne Geschenke zu kaufen. Aber da habe ich mich schon lange vorher auf den Weg gemacht, das zu besorgen, was meine Lieben irgendwann mal sehnsuchtsvoll erwähnt haben.  Und ich habe immer darauf geachtet, die Adventszeit ruhig und bewußt zu durchlaufen, die Weihnachtsmärkte mit den handgearbeiteten Gegenständen und die Düfte der Leckereien zu genießen. Vermutlich bin ich auch der einzige Mensch auf der Welt, der sich bei andern Tannenbäumen beim Aussuchen entschuldigt, sie nicht genommen zu haben. Die Bäume tun mir leid. Was sie alles an Kritik ertragen müssen, bis sie jemand mit nach Hause nimmt.  Ganz schön hart für einen gerade abgeschlagenen Baum, für den die Zeit jetzt abläuft. Ja, ich kann mir vorstellen, dass jetzt einige vor Lachen vor dem PC sitzen, aber das ist mir egal. Ich war schon immer so gestrickt und rede auch mit Pflanzen und Tieren und auch mit meinem Auto. So bin ich eben!

Aber WAS an Weihnachten liebe ich eigentlich? Ich genieße es, ein paar Tage WIRKLICH abschalten zu können und ganz ohne schlechtes Gewissen nichts zu tun (keine Wäsche waschen, keine Papiere erledigen, keine schwierigen Aufgaben erfüllen, usw.). Ich liebe das Licht in den Zimmern, dass von den Lichterketten ausgestrahlt wird. Und ich liebe das Licht und den Duft vom Tannenbaum. Darum steht er auch schon seit der 2. Adventswoche bei uns, obwohl das keine Tradition in unserer Familie  ist.  Den schönen Baum, die kleinen Geschenke und einen wunderbaren Tag in Düsseldorf verdanke ich einem Weihnachtsengel, der unverhofft in meine Grübeleien und Verzweiflung kam. Durch mein irgendwie verschobenes Zeitgefühl brauche ich aber diese Extrazeit vorher ganz besonders, sonst überrennt mich Weihnachten noch mehr. Wenn nicht vorher am 21. noch irgend etwas passiert. Und ich mag an der Weihnachtszeit das Plätzchenbacken (in diesem Jahr eher weniger durchs Studium), den Bummel über die Weihnachtsmärkte am Tag, wo es noch relativ leer ist, ich mag es, wenn der Schnee fällt und ich mag die Weihnachtslieder, die mich an schöne Zeiten erinnern. Viele antworten auf die Frage, was an Weihnachten wichtig ist, dass sie die Zeit mit der Familie verbringen und gut essen wollen. Ich habe noch das Glück, diese wundervollen Momente nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über zu haben, sofern es zeitlich passt.

Zum Tannenbaum möchte ich euch noch etwas ganz Kurioses erzählen, was ich gerade im Radio (1live) gehört habe. Das ging ungefähr so:

Frage: „Warum steht in den Zimmern ein Tannenbaum?“

Antwort: „Der Vater von Jesus war Holzfäller“

Frage: „Und dann soll uns der abgehauene Baum daran erinnern?“

Antwort: „Ja!“ (völlig selbstbewußt!)

Frage:  „Und an was soll uns der Baum noch erinnern?“

Antwort: „Jesus ist am Kreuz gestorben – und das war aus Holz“

Frage: „Wann war das?“

Antwort: „An Weihnachten natürlich!“

*grins*

Wie ich zum burn-out kam …


Auf meinen letzten Artikel bekam ich viel Resonanz. Daher möchte ich jetzt meine Gedanken zusammenfassen und einen Teil der Geschichte meines Lebens loswerden, der u.a. dazu beigetragen hat, dass ich durch einen burn-out gegangen bin und Depressionen nun immer wieder mein Lebens begleiten. Vielleicht hilft mit das Aufschreiben hier, das alles aus meinem Kopf herauszubekommen und zu verarbeiten und meine innere Unruhe ein wenig zu glätten (am besten so, wie man einen Einkaufszettel schreibt und dann vergessen kann, was man kaufen muss, weil alles aufgeschrieben ist).

„Sich zu Verausgaben bis zum Umfallen“ – das war eines der Antworten auf meinen Artikel …. oft erkennt man das nicht nur selbst zu spät, sondern wird durch die „Erziehung“ in der Familie, in der Lehre oder im Job mehr oder weniger professionell hingeleitet. Und wenn man jung ist, glaub man vieles, weil man es „richtig und gut“ machen will, um Anerkennug zu finden. (Ich denke da auch z.B. an meine ersten  Berufsjahre nach der Lehre, die ich im Schreibdienst einer großen Stahlfirma verbracht habe, wo ich und die anderen auch über Jahre ziemlich gepushed worden sind. Das empfinde ich zumindest rückblickend bei dem Gedanken daran. Schon alleine durch die ausliegenden Listen, in die wir unsere Aufträge eintragen mussten und jeder offen sehen konnte, wieviel wir gearbeitet haben.Und es wurde bei Arbeitsbeginn und -ende genau auf die Minute geschaut – ebenso wie bei den Pausenzeiten. Heute würde ich sagen: Das ist Sklavenhaltung und purer Streß gewesen. Damals hielt ich das für normal.)

Danach kamen einige Arbeitsstellen innerhalb dieses Betriebs, bei denen nicht weniger geleistet werden musste. Unsere Abteilung wurde sogar verkauft (und wieder hatte ich das Gefühl von Sklavenhandel). Während ich gearbeitet und gearbeitet habe, habe mich immer gefragt, wie die anderen Sekretärinnen es schaffen, sich während der Arbeitszeit die Nägel zu lackieren, Urlaubsprospekte zu lesen, stundenlang zu telefonieren, einkaufen zu gehen usw., während ich oft nicht einmal Zeit hatte, mein Pausenbrot zu essen oder einen Kaffee zu trinken. Heute würde mir das wahrscheinlich auch nicht mehr passieren (Jedoch ist bei der heutigen Arbeitsmarktsituation auch kein anderes Verhalten möglich, wenn man seinen Job behalten will).  Damals fand ich es „normal“, über meine Grenzen zu gehen. Ich fand es „normal“, bis mitten in der Nacht im Büro zu bleiben, weil noch Präsentationen oder Vorlagen für Japan oder Amerika vorbereitet werden mussten, die ich natürlich immer erst auf den letzten Drücker bekam. Ich fand es normal, tipptop gestyled und als Vorzeigesekretärin eines innovativen Büros in einem aufsteigenden Bereich direkt unterhalb der Geschäftsführung morgens um halb 7 als Erste im Büro zu sein, alles vorzubereiten und die ersten Anrufe wichtiger Leute entgegenzunehmen. Ebenso normal war es für mich, die nicht mehr zu schaffende Mehrarbeit mit nach Hause zu nehmen, sie dort abzuarbeiten, Programme und Listen zu erstellen, die mir und dem Chef die Arbeit erleichtern sollten und mir damit so manche Nacht und Wochenenden um die Ohren zu schlagen. Eine wirkliche Partnerschaft war damals nicht drin, obwohl mein Haushalt damals blitzblank war.  Mein Partner und späterer Ehemann konnte damit aber sehr gut umgehen, da er durch seine Wechselschicht und eigene Hobbies selbst ziemlich ausgelastet war. Um 5 Uhr morgens waren von mir schon die Kartoffeln für den Abend geschält und das Essen vorbereitet – und oft auch schon die Bügelwäsche erledigt oder die Fenster geputzt. (Heute brauche ich für solche Tätigkeiten mehrere Tage, weil mir Ausdauer und Kraft fehlen und der Körper nicht mehr mitmacht).  Ich schaffte es sogar oft, 2 x in der Woche zu den aktiven Proben im Fanfanencorps zu gehen, den ich so geliebt habe. Und auch die Auftritte mit diesem an den Wochenenden habe ich irgendwie geschafft. Ich musste meine Pflicht tun – oder das, was ich dafür gehalten habe.  Ich war eine Leistungsträgerin – in jedem Bereich meines Lebens!

Eine Pause aus diesem Hamsterrad der Leistungssteigerungen gab es, als ich schwanger wurde (das Beste, was mir je passiert ist). Ich heiratete, bekam eine ganz wundervolle Tochter, zog mich ins Familienleben zurück, versorgte nebenbei noch die schwerkranke Schwiegermutter und den Kleingarten (inkl  Übernahme eines Vorstandspostens). Ich habe mich ganz bewußt FÜR die Familie und FÜR meine Tochter entschieden und das war goldrichtig so. Ich blieb zuhause, kümmerte mich um alles und war glücklich.  Ich würde es immer wieder tun.

Nach meiner Scheidung war ich gezwungen, mich wieder ins Arbeitsleben zu stürzen, obwohl meine Tochter noch relativ klein war. Es gab einige kurzzeitige Stellen, bei denen ich wieder alles gegeben habe – oft ohne Anerkennung und vereinbarten Lohn.  Bei manchen gab es Übergriffe, die ich hätte anzeigen sollen. Ausnutzen lassen habe ich mich überall, allerdings nicht immer, ohne mich zu wehren. Bei einem Job in einer Holzverarbeitung habe ich z.B. eine Pause vom Dauerdienst eingefordert,  weil mir schon schlecht war nach stundenlanger Arbeit. Daraufhin wurde mir eine Woche später gekündigt, weil ich nicht leistungsfähig genug war. (Da hatte ich eine richtig gemeine Mandelentzündung mit hohem Fieber und konnte und durfte nicht arbeiten gehen. Die Konsequenz war die fristlose Kündigung) Das hat mich damals sehr getroffen, weil ich immer ein Arbeitspferd war, gut, loyal und fleißig und nie irgendetwas ausgenutzt habe, sondern immer meine eigenen Bedürfnisse zurückgesteckt habe (selbst Toilettengänge). Ich habe Überstunden gemacht, tätigkeitsfremde Aufgaben erfüllt, Privatwünsche erledigt, Arbeit mit nach Hause genommen usw.

Auch bei meiner so sehr geliebten Tätigkeit als Sekretärin im Krankenhaus habe ich mich wieder einmal ausnutzen lassen. Es war nur eine Halbtagsstelle – aber ich war gut – richtig gut und ich habe meine Arbeit geliebt. Der Umgang meinen 4  Chefs/Cheffinnen, mit den Auszubildenden  im Haus sowie mit Ärzten, anderen Sekretärinnen, Pflegepersonal, Patienten und Angehörigen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich liebte die Verantwortung und die Möglichkeit, nach meinen Fähigkeiten helfen zu können. Von 3 von 4 Chefs bekam ich eine Menge Verantwortung und Vertrauen.  Das Mobbing, welches ich durch die 4., mir überstellte Person erleben musste, war schrecklich. Aber ich versuchte, die Schäden gering zu halten und arbeitete noch mehr. Und mehr – und mehr – und mehr, damit das System weiterlaufen konnte. Ich habe meinen ranghöchsten Vorgesetzten darüber informiert, schon nach kurzer Zeit, wir mir Lügen unterstellt wurden. Er vertröstete mich immer mit dem Hinweis, dass sich „das Problem“ bald von selbst erledigen würde und ich noch „ein bisschen“ durchhalten sollte. Nach 3 Jahren konnte ich aber nicht mehr. Das Mobbingproblem war riesig geworden und nicht mehr zu bewältigen. Nicht nur ich war davon betroffen, sondern unser ganzer Bereich hat darunter gelitten. Aber es änderte sich nichts. Zuletzt kam die betreffende Person sogar zu mir auf die Toilette, um mich laut anzufahren, ob ich das nicht zuhause erledigen könnte und ich sollte gefälligst weiterarbeiten. Ich wurde sogar im Büro eingeschlossen – mit der anschließenden Begründung „man hätte das nicht bemerkt“. Oh – war ich schon so unsichtbar? Ich weiß nicht, warum ich so viel ertragen habe. (jetzt weiß ich es, weil ich einen sehr guten Therapeuten habe, der mich zur Lösung geführt hat). Ich fing an, Fehler zu machen, unkonzentriert zu sein, konnte mich nicht mehr an Termine erinnern, musste alles aufschreiben. Meine Notizen und fertigen Arbeiten verschwanden, selbst mein Tagesstempel wurde immer wieder umgestellt, meine Dateien im PC verschwanden spurlos, ebenso wie die Post. Irgendwann war es nicht mehr zu ertragen und mein Körper gab einfach auf. Nach ein paar Monaten mit kleinen Aussetzern mit Kreislaufproblemen, unklaren und dauernden Schmerzen, Schlaflosigkeit usw. konnte ich eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr laufen und nicht mehr sprechen. Ich bin einfach zusammengeklappt. Das war das Ende meiner beruflichen Laufbahn. Anfangs dachte ich noch, das würde nach zwei Wochen Krankenschein, Tabletten, Spritzen und Erholung wieder gut werden. Das wurde es aber nie. Jetzt bin ich in Frührente, weil ich überhaupt nicht mehr belastbar bin. Nach jeder Überforderung bremst mein Körper mich sofort wieder aus und fährt auf Null runter. Und auch hier schließt  ein Kreis und führt mich wieder zu meiner Mitte zurück, weil das das Einzige ist, was dann übrig bleibt.

Jemand fragte:  „Sind wir in Wirklichkeit nicht fast alle jemand anderer (siehe: Konsumwelt/Angebote – Entscheidungen/freie Willenssache). Eine Verstrickung im persönlichen Umfeld ist da nicht weit. Oft bleibt keine Wahl (Verselbständigung der Dinge)“ .

Darauf möchte ich ein klares JA geben. Da ich während meiner Therapie gelernt habe, ICH anstelle von MAN zu benutzen, möchte ich auch hier in der Ich-Form antworten. Aus heutiger Sicht empfinde ich die Konsumwelt mit ihren vielfäligen Angeboten wie einen verlockenden, großen Bazar mit vielen glitzernden und nur kurzfristig zu erhaltenden Angeboten. Natürlich steckt System dahinter und ich erkenne das auch als solches. Heute weiß ich, dass nichts dieser ach so wichtigen Teile mich glücklich machen kann, so wie es die Werbung immer wieder verspricht. Entweder BIN ich glücklich – oder nicht. Die Entscheidung liegt bei mir – und nicht im Besitzen von IN-Dingen. Aber ich möchte dazusagen, dass ich trotzdem immer noch gerne einkaufe. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind nicht viel hatte bzw. es immer sehr stark rationalisiert wurde. Diese Mangelgefühl versuche ich heute noch auszugleichen, wenn es mich wieder überkommt. Und ich lasse es auch zu, ab und an einen Kaufrausch zu haben und mir besondere Dinge zu kaufen (zu „gönnen“). Hätte ich mehr Geld, würde ich mir noch mehr kaufen. Das ist durch die Frührente natürlich nicht möglich. Jetzt bleibt oft nur noch das Gefühl der Armut, schlimmer als es zu Kinderzeiten war. Das ist besonders hart, weil ich während meiner Arbeitszeit sehr viel Geld verdient habe. Jetzt fühle ich mich manchmal nur noch „arm“ – und die Gesellschaft macht es nicht besser. Der Monat ist oft länger, als die Rente hält. Der einzige Weg, um da immer wieder herauszukommen, liegt wie immer bei mir und meiner Einstellung zum jetzigen Zustand. Wenn ich mich nicht abwerte, geht es mir besser und ich stehe das irgendwie durch.

Die „Verstrickung im persönlichen Umfeld“, um den normalen Status und Stolz zu bewahren, habe ich auch durchgemacht. Habe nach außen hin weitergemacht wie bisher, obwohl alles längst den Bach runterging und ich längst hätte offen damit umgehen sollen. Aber Scham und falsch verständene Rücksichtnahme auf andere habe ich mich ein Bild zeigen lassen, welches nicht mehr exisierte. Ich habe mich ausnutzen lassen – wie so oft. Privat und beruflich. Habe nicht auf meine innere Stimme gehört und gedacht, das wäre nur ein vorübergehender Zustand und alles würde wieder besser werden. Wurde es aber nicht. Irgendwann bricht jeder Turm mal ein. Und wieder einmal schließt sich der Kreis und führt mich zu meiner Mitte zurück, weil das alles ist, was bleibt.

Und so versuche ich jetzt ständig, dauerhaft zu lernen, mit mir selber klarzukommen und mich zu akzeptieren, wie ich bin bzw. mich in den Arm zu nehmen und mir zu sagen, dass ich „völlig okay“ bin und somit resistent gegen die Angriffe von außen (sei es in einer Partnerschaft oder im Alltag). Ich kenne mittlerweile viele Ursachen für mein Verhalten und weiß, wie ich damit umgehen muss/kann,wenn mal wieder so ein „down“ kommt. Und ich weiß, dass ich nicht immer – so wie früher – 150 % geben muss, um gut zu sein und akzeptiert zu werden. Wenn ich nur 50 % von mir gebe, ist das oft noch mehr, als andere geben. Und das reicht völlig. MIR reicht das auf jeden Fall, denn 50 % zu geben ist heute soviel wie früher 150 %. Manchmal kann ich auch nur 20 % geben, wenn es hoch kommt. Diese Phasen kommen immer wieder. Jetzt kann ich das ohne Abwertung zur Kenntnis nehmen und auf Besserung warten. Dann muss ich eben an manchen Tagen viel schlafen oder einfach in die Luft schauen, weil die Gedanken und Sorgen sich im Kreis drehen. Das ist Teil meiner Krankheit und kein Makel an mir.

Mein Leben hat sich komplett verändert. Es gab Zeiten, da war ich darüber abgrundtief verzweifelt. Jetzt kann ich es einfach hinnehmen, denn ich weiß, wozu das alles gut ist. Es führte mich zu meinem Kern. In meinen tiefsten Zeiten saß ich gefühlsmäßig in einem tiefen Brunnen, ohne einen winzigen Lichtstrahl, ohne Hoffnung, ohne Richtung und Ziel und komplett ohne Kraft und klärende Gedanken. Durch meinen wirklich guten Therpeuten und mit großer Hilfe meiner wunderbaren Tochter und meiner echten Freundinnen kam ich aus diesem Loch wieder heraus. Ich danke euch von Herzen dafür!  Manchmal passiert es mir noch und ich rutsche auch heute noch über die Kante, aber zum Glück verliere ich nicht mehr das Licht aus den Augen und sehe auch die hilfreichen Hände, die sich mir entgegenstrecken, um mich zu halten. Und ich kann sie endlich auch annehmen. Das war ein weiter und sehr harter Weg. Und wieder schließt sich der Kreis und führt mich in meine Mitte. 😉

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