Connys Welt … oder "higher than heaven" ;-)

Beiträge mit Schlagwort ‘Mobbing’

Rückschlag


Ich weiß, dass es hier etwas still geworden ist in letzter Zeit. Einige Male habe ich in den vergangenen Wochen versucht, meine Gedanken hier einzupflegen, euch von schönen Weihnachtsmarkt-Besuchen, Johnny Logan-Treffen und Neugestaltung zu erzählen, aber ich konnte die Texte nie fertigmachen. Sie liegen alle noch unfertig in meinen Entwürfen.

Grund dafür ist, dass die Depri mich wieder eingeholt hat. Schleichend kam sie, traf mich dann mit ganzer Wucht und hebelte mich völlig aus. Tränen, Schmerzen, Abgrund, Kraftlosigkeit u.a. – das volle Programm. Die ganzen Ereignisse der letzten Monate haben mich einfach wieder geschafft. Seit Juni der Ärger und tägliche Druck und Streß mit dem Vermieter wegen des Wasserschadens (der immer noch nicht beseitigt und geklärt ist und täglich mit dem Druck auf Handlung in mir ist).  Dazu kamen dann die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel mit den dazugehörigen Feiern, Besuchen und Besuchern. Auch hier gab es oftmals Abwertung und Dissen zuhauf, mit deren Folgen ich immer noch zu kämpfen habe und die ich erneut bearbeiten muss und werde. Dazu kommen finanzielle Probleme und Sorgen, kaputte Computer und andere teure Elektrogeräte. Heute morgen muckte natürlich auch noch mein Auto und meldete Anspruch auf eine neue Batterie, die im Moment aber leider nicht drin ist. Auch sonst sind noch viele – mit Kosten verbundene – Baustellen offen, bei denen ich keinen Plan habe, wie ich sie stopfen soll.

Außerdem bin ich seit des Wasserschadens auch an anderen Stellen und Bereichen heftig beim Ausmisten und befreie mich von Dingen, Gedanken und Kram, der bei mir und an mir verstaubt und mir im Weg steht.  Neues kommt in mein Leben – manchmal auch nicht und es bleibt FREI-Raum für Entfaltung.  Auch daran arbeite ich seit Monaten nachdrücklich und auch das kostet sehr viel Kraft.

Ich merke, dass ich ob der Verletzungen der letzten Monate wieder meine Mauern hochgezogen habe. Mir scheint, als wäre auch noch eine Menge Stacheldraht dazugekommen, der mich vor den Verletzungen von außen schützen soll. Natürlich merkt man mir das nicht an; ich bin weiterhin freundlich, zuvorkommend, aufmerksam. Aber ich spüre, dass mein Inneres momentan sehr verletzlich ist und ich besonders stark auf mich aufpassen muss, damit ich nicht komplett abstürze.  Ich sehne mich nach langer Zeit wieder nach Partnerschaft, hab aber dummerweise immer das Glück, mich in Männer zu verlieben, die entweder gebunden oder Arschlöcher sind.  Und so schwanke ich ständig zwischen Hoffnung und Rückschlägen und verstecke mich oft in meinem Schneckenhaus – aber so ist wohl das Leben und ich weiß ja auch, dass es vielen so geht.

Zum Glück habe ich eine wunderbare Tochter, zwei herzallerliebste Katzen, Freundinnen, bei denen ich jederzeit anklopfen darf (wenn auch nur per WhatsApp wegen der Entfernung) und einen extrem guten und kompetenten Therapeuten, der mich glücklicherweise so gut kennt, dass seine Worte es immer wieder schaffen, zu mir durchzudringen – sei die Watte in meinem Kopf durch die Ströme von Tränen auch noch so dicht.

Dafür bin ich unendlich dankbar!

Und ich vertraue trotz aller Rückschläge darauf, dass das alles Sinn macht und letztendlich für mein Wachstum und Gesundheit sorgt. Denn wenn ich es schaffe, das ganze WISSEN in TUN umzusetzen, dann werde ich fast so etwas wie unkaputtbar sein. Mein Verstand weiß das schon – ich muss es nur immer wieder umsetzen und üben, üben, üben.  Eigentlich dachte ich, ich könnte das schon und wäre schon einen großen Schritt weiter, aber dieser Rückschlag nordet mich wieder dahingehend ein, dass ich weiter an mir arbeite.

Und das werde ich jetzt auch machen …….. also …

alles Gute für uns alle … haltet die Ohren steif … und lasst bloß den Kopf nicht hängen, wenn ihr schon ganz tief im Mist sitzt.

Fühlt euch ganz lieb gedrückt!

 

Die Anfänge der „organisierten Kriminalität“ – oder „Erinnerungen an Gestern“?


Nächste Woche habe ich Geburtstag. Natürlich muss die Wohnung vorher nochmal in Schuß gebracht werden. Das dauert erfahrungsgemäß immer länger als geplant. Natürlich soll dann auch kein Bügelkorb herumstehen. Das Wetter war herrlich, es war zwar eiskalt draußen, aber die Sonne schien wunderbar. Ich öffnete die Balkontür und richtete es mir gemütlich am Bügelbrett ein.

Durch die offene Balkontüre bekam ich mit, wie plötzlich 7 oder 8 Kinder im Alter von ca. 4 – 8/9 Jahren auf die durch hohe Büsche geschützte Wiese vor meiner Tür kamen. Als ich registrierte, dass sie einen von ihnen ärgerten und schikanierten, hörte ich genauer hin und konnte sie dann auch sehen. Da ich am anderen Ende des Wohnzimmers vor dem Bügelbrett gesessen habe, haben sie mich nicht wahrgenommen. Der Größte von Ihnen bot den anderen Kindern zuerst 1, dann 5 Euro an (er hielt dabei ein 2-Euro-Stück hoch), wenn sie den zweitkleinsten auf den Boden schubsen und dann auch noch richtig nachtreten würden. Ich hab‘ gedacht, ich hör‘ nicht richtig und bin sofort zur Balkontür gegangen und hab‘ ein spontanes Donnerwetter losgelassen. Völlig überrascht schauen alle mich an und hörten quasi just inmitten der Bewegung auf. Auf dem Boden lag der gemobbte Junge – über ihm stand einer mit einem dicken Knüppel, den er noch in der hoch erhobenen Hand hatte. Ich habe mir die Jungs dann der Reihe nach ziemlich wütend vorgenommen und sie gefragt, ob sie das in Ordnung finden, wenn alle sich auf einen stürzen, der dazu noch so klein ist? Der mit dem Knüppel blaffte mich an, dass der Kleine ihn beschimpft hätte. Ich hab ihn sofort angefunkelt und gefragt, ob das ein ausreichender Grund für Prügel wäre. Er bejahte und einer der kleineren stimmte zu. Die beiden hab ich mir nochmal vorgenommen und ihnen erzählt, ich würde ihre Mütter kennen und sie heute Abend mal fragen, ob die das auch so sehen würden. Die beiden wurden blass und spielten die Sache runter: „das war doch alles nur Spaß“. Den auf dem Boden liegenden fragte ich, ob er das auch so sehen würde. Er schaute auf den Boden und nuschelte irgendwas Unverständliches. Den zweiten Ja-Sager (einen kleinen Ausländer) habe ich dann direkt gefragt, was wohl sein Vater oder die anderen Männer in seiner Familie von seinem Verhalten halten würden, wenn sie erführen, dass er für Geld Kleinere auf den Boden schmeißen und noch nachtreten würde. Er wurde erst blass und dann knallrot und schaute verschämt zu Boden. Die anderen (Deutsche und Ausländer) wirkten plötzlich auch etwas stiller. Sie haben sich dann vom Platz zurückgezogen. Kaum waren sie außer Sichtweite, hörte ich, wie es weiterging. Pffffff ….. 😦

Das ist jetzt ein paar Stunden her und geht mir immer noch nicht aus dem Kopf. Vielleicht liegt es daran, dass ich – wie bereits berichtet – als Kind auch oft in der Situation des Kleinen war und immer verzweifelt gewesen bin, wenn alle (auch Erwachsene) weggesehen oder es für „nicht so schlimm“ gehalten haben. So hatten meine Märtyrer immer wieder leichtes Spiel. Selbst Vertrauenslehrer, die ich mal eingeschaltet hatte, haben nichts gemacht. Kaum waren wir aus der Tür raus, lag ich schon wieder im Dreck oder wurde die Schultreppe runtergeschubst – von der 3. Etage bis ins Erdgeschoss. Ich „sollte mich alleine wehren“, sagten alle aus der Familie. Das ist schön gesagt – aber WIE wehrt man sich als Kind gegen eine Gruppe anderer Kinder, die sich aufstacheln lassen?

So kann es doch nicht weitergehen! NEIN!

Ich bin damit noch nicht durch, muss mir da noch einige Male selbst vergeben. Heute lasse ich mir nichts mehr gefallen! Ich weiß, was ich will und habe auch genug Mut, das durch Arbeit an mir anzusehen, zu erkennen und entsprechend auszudrücken und durchzusetzen – auch gegen Widerstände. Das muss ich nicht ständig austesten und hab das zur Genüge geübt. Das geht auch heute noch nicht immer vollkommen schmerzlos ab, aber ich bin jetzt erwachsen.

Und nächste Woche bin ich 48! (sGw)

Mobbing am Arbeitsplatz – Teil 1


Wie es der Zufall will, habe ich gerade einen aktuellen Artikel mit dem Titel  „Mitarbeiter empfinden Jobs bei Amazon als „entwürdigend““ bei „derwesten.de“ gelesen, in dem „Ilka Meier“ erzählt, wie es bei „Amazon“ zugeht, wenn man da angestellt ist.
Sie schreibt z.B. „Und dann schildert sie von den morgendlichen Zusammenkünften, bei denen alle Kollegen vor einem Vorgesetzten stehen und Fragen beantworten müssen. Oder aus der Gruppe nach vorne kommen müssen, wenn sie gelacht oder auch nur „Hej!“ zu einem Kollegen gesagt haben. „Das hat etwas mit Vorführen zu tun“, sagt die 44-Jährige. „Und mit Schikane.““

mobbing gerd altmann pixelio

(Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de)

Und mir wird übel, wenn ich daran denke, dass es bei mir genauso war. Ich durfte auch nicht Lachen oder jemanden freundlich grüßen, wenn die 4. Person in der Nähe war, weil ich dann auch direkt zusammengepfiffen und gefragt wurde, ob ich „eigentlich nichts zu tun hätte“. Ein wenig Frieden hatte ich nur, wenn ich mit gesenktem Kopf und möglichst „klein und unsichtbar“ in ihrer Nähe war. Für jemanden wie mich, die gerne fröhlich ist und sich um ihre Mitmenschen kümmert, war das oft gar nicht so einfach und ich konnte und wollte das auch nicht immer durchziehen. Manchmal war es mir einfach egal, ob ich mir nach meiner Freundlichkeit mal wieder heftig eine eingefangen habe. Allerdings hatte es IMMER harte Konsequenzen, dessen war ich mir sehr schnell bewusst. Zur Strafe bekam ich immer unmögliche Aufgaben, die ich kaum bis gar nicht erfüllen konnte bzw. bei denen ich wieder vorgeführt wurde und die sehr unangenehm waren. Und ich empfand das ebenfalls nur als Schikane, aus der ich allerdings nicht entfliehen konnte.

„Ilka Meier beschreibt weiter:
„Hinzu kam das dreifache Schlangestehen und Passieren der Sicherheitsschleuse am Tag (morgens, zur Pause und beim Ausgang), die ständige Überwachung und Kontrolle bei der Arbeit selbst und immer wieder die Angst vor Abmahnungen: Wenn man im Treppenhaus nicht den Handlauf benutzt hat, wenn das Paket falsch gepackt wurde oder sich das Klebeband löste, wenn man vergaß, die Werbung hineinzulegen – oder auch , wenn man zu oft auf Toilette ging. „Innerhalb des ersten Tages habe ich so viel von Vorschriften und Verboten gehört, dass ich dachte, das ist Dreck, hier zu arbeiten. Und dann noch so eingepfercht. Das war einfach entwürdigend. So etwas habe ich vorher nie erlebt.“ Dabei, betont sie, „habe ich gar kein Problem damit, dass ich mich an Regeln halten muss. Aber hier bekommt man das Gefühl, dass man nicht mehr als Mensch wahrgenommen wird, sondern als Produktionsmaschine.““

Diese ständige Kontrolle und Überwachung meiner Arbeit kenne ich auch nur zu gut. Ganz besonders ist mir das bei meiner Tätigkeit im Schreibdienst und im Krankenhaus mit Person 4 aufgefallen. Sei es durch die Kontrolle der Toilettengänge (wobei die beiden Cheffinnen sich tatsächlich Notizen über die Dauer und Häufigkeit aller Mitarbeiter  gemacht haben und uns auch darauf angesprochen haben). Ebenso ging es um banale Sachen wie das akkurate Ausrichten von Papierstapeln oder der dezente Hinweis, dass eine Blumenvase nicht in ein Büro gehört. (Ach? Echt nicht? Also – ICH finde Blumen sehr schön und meinen Besuchern fielen sie auch immer positiv auf. Ich fürchte, GERADE DESHALB wollten meine Cheffinnen nicht, dass ich einen kleinen Blumenstrauß oder eine Topfpflanze auf dem Tisch oder der Fensterbank habe. Ich glaube ebenfalls, dass gerade deshalb die eine oder andere Blume daher zu Bruch ging, weil man ja GENAU AN DIESE Stelle ganz dringend einen großen Stapel Papiere ablegen musste). Mir dreht sich immer noch der Magen um, wenn ich daran denke. Wie arm und frustriert müssen diese Menschen gewesen sein, dass sie es nötig haben, jemanden ständig so zu drangsalieren? Ich habe ja einen seeeeehr langen Geduldfaden und sehe über viele Dinge einfach hinweg. Aber steter Tropfen höhlte auch meine Schale irgendwann aus und ich fühlte mich einfach nur noch ständig verletzt.

Quelle und vollständiger Text:
http://www.derwesten.de/staedte/kamen/mitarbeiter-empfinden-jobs-bei-amazon-als-entwuerdigend-id7360265.html

feuer und flamme_by_I.Friedrich_pixelio.de

(Quelle: I. Friedrich / pixelio.de)

Ich hatte auch wunderbare Arbeitstellen, z.B.  mit einem Chef, der sehr klug war und es nicht nötig hatte, auf  dieser mentalen, untersten Schiene zu arbeiten. Als ich seine sehr guten und logisch nachvollziehbaren, wenn auch sehr komplizierten Fachtexte im Schreibdienst abgetippt habe, kam in mir zum ersten Mal der Wunsch auf, eine Sekretärin sein zu wollen. Ja – ich stehe darauf, wenn sich jemand sehr gut und verständlich ausdrücken kann!  Er stellte hohe Ansprüche – an sich selbst und an andere – und er konnte sie auch meistens erfüllen. Mich reizte die Herausforderung, besonders anspruchsvolle und knifflige und auch außergewöhnliche Aufgaben in Angriff zu nehmen und ihm sehr gut zuarbeiten und ihn somit unterstützen zu können. Es war ziemlich hart – besonders am Anfang. Er hatte nie zuvor eine Sekretärin gehabt. Wir mussten uns in vielen Bereichen erstmal zusammenraufen. Aber er hat mir als Vorgesetzter von Anfang an die helfende Hand gereicht und mich auf sein Level mitgenommen. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, mit seinen enormen Ansprüchen zu wachsen und ich habe bei ihm so viel gelernt, wie nie zuvor. Wir haben uns beide gegenseitig immer weiter gebracht und viele neue Impulse gegeben. Ich habe sehr, sehr viel gearbeitet und hatte kaum Privatleben, aber ich habe es genossen, dass ich diejenige sein konnte, die das alles mitgetragen hat und nicht unter der Last der Arbeit, der Komplexität der Aufgaben, der unmöglichen Wege, der Erarbeitung neuer Programme und der besonderen Zusammenarbeit davongelaufen ist, sondern sehr viel Neues lernen konnte. Auch innerhalb der Firma sind wir sehr innovative Wege gegangen und haben neue Lösungen einführen können. Das war genau mein Ding und ich war Feuer und Flamme für diesen Job (passend zur Abteilung 😉 ! Ich hatte zwar ständig irgendwo tief in mir die Angst, dass ich den Ansprüchen nicht genügen würde oder dass auffällt, dass ich gar nicht viel weiß und in vielen Fällen inkompetent bin. Diese Angst kenne ich ja schon aus meiner Kindheit und sie ist bis heute geblieben.  Ganz oft konnte ich nicht schlafen, weil ich nicht wusste, ob ich die Aufgaben am nächsten Tag schaffen kann oder wie ich die Probleme lösen kann oder ob ich zu dumm dazu bin.  Aber irgendwie hat das immer geklappt. Wäre diese blöde Angst nicht da, wäre es wohl noch besser gelaufen.

Irgendwann wurde unsere Abteilung an eine andere Großfirma verkauft. Es wurde noch härter, wir mussten uns immer weiter verteidigen und rechtfertigen und noch mehr arbeiten. Ich stand immer zu dem, was ich gemacht habe bzw. war immer loyal meinem Chef gegenüber. Er hatte mein Vertrauen – und ich seines. Und wir waren wirklich gut als Team.

Dann wurde ich schwanger und zwei Tage später erfuhr ich, dass unsere Abteilung geschlossen wird. Ironie des Schicksals möglicherweise! Wir haben bis zum Schluss hart weitergearbeitet. Meine Wehen kamen durch diese harte Arbeit 8 Wochen zu früh. Vier Wochen vor dem Geburtstermin kam im September meine Tochter zur Welt.  Zu meiner Hochzeit im März kamen alle Kollegen und auch mein Chef. Zur Geburt bekam ich dann noch vereinzelt Glückwunschkarten und auch einen Besuch von meinem Chef und seinem ersten Mitarbeiter. Danach habe ich nichts mehr von ihnen gehört.

Bei meiner Tätigkeit in einer Klinik hatte ich ebenfalls Vertrauensstellungen. Ich war auch hier direkt unterhalb der Geschäftsführung tätig, hatte mehrere Bereiche zu versorgen, die vorher noch nie zusammengefasst waren. Als ich mit meiner Arbeit angefangen habe, verriet man mir, dass man viel Hoffnung auf mich setzen würde, z.T. zerstrittene Bereiche wieder zentral zusammenzuführen. In gewisser Weise gelang mir das auch, da alles Geschäftliche in irgendeiner Form bei mir ankam und von mir bearbeitet bzw. weitergeleitet wurde. Ich war Schnittstelle zwischen Ärzten und Leitung, Vertrauensperson für Schüler und Lehrer, Anlaufstelle, Telefonjoker, Chefsekretärin der leitenden Stellen, Ansprechpartnerin für Schulungen, Raumreservierung, Umräumen von Räumen, Besprechungszimmer-Vorbereiterin, Rezeptionistin einer Schule und …. blöde Tippse ohne Beachtung für Nr. 4 und bearbeitete nebenbei noch ca. 7000 Bewerbungen pro Jahr. Und das alles als Halbtagsjob (zumindest offiziell). Ich hatte Zugang zu vertraulichen Informationen und Räumen und ich war immer zuverlässig und loyal. Auch hier habe ich sehr viel gearbeitet, Unmengen an Überstunden geleistet, Arbeit mit nach Hause genommen und mir dafür extra einen neuen Computer angeschafft, weil mein alter mit den Programmen nicht mehr klargekommen ist. Diese Arbeitsstelle war meine zweite Wunschstelle in meinem Leben. Auch hier war ich sehr engagiert, Feuer und Flamme, habe geleuchtet und geführt und sehr viel erreicht, auch wenn es sehr schwer war. Und leider hat u.a. das Mobbing von Nr. 4  dazu geführt, dass  mir irgendwann die Kraft und das Licht ausging und ich letztendlich in Frührente gehen musste.

burnout by Petra Bork pixelio

(Quelle: Petra Bork  / pixelio.de)

Fortsetzung folgt …

Wie ich zum burn-out kam …


Auf meinen letzten Artikel bekam ich viel Resonanz. Daher möchte ich jetzt meine Gedanken zusammenfassen und einen Teil der Geschichte meines Lebens loswerden, der u.a. dazu beigetragen hat, dass ich durch einen burn-out gegangen bin und Depressionen nun immer wieder mein Lebens begleiten. Vielleicht hilft mit das Aufschreiben hier, das alles aus meinem Kopf herauszubekommen und zu verarbeiten und meine innere Unruhe ein wenig zu glätten (am besten so, wie man einen Einkaufszettel schreibt und dann vergessen kann, was man kaufen muss, weil alles aufgeschrieben ist).

„Sich zu Verausgaben bis zum Umfallen“ – das war eines der Antworten auf meinen Artikel …. oft erkennt man das nicht nur selbst zu spät, sondern wird durch die „Erziehung“ in der Familie, in der Lehre oder im Job mehr oder weniger professionell hingeleitet. Und wenn man jung ist, glaub man vieles, weil man es „richtig und gut“ machen will, um Anerkennug zu finden. (Ich denke da auch z.B. an meine ersten  Berufsjahre nach der Lehre, die ich im Schreibdienst einer großen Stahlfirma verbracht habe, wo ich und die anderen auch über Jahre ziemlich gepushed worden sind. Das empfinde ich zumindest rückblickend bei dem Gedanken daran. Schon alleine durch die ausliegenden Listen, in die wir unsere Aufträge eintragen mussten und jeder offen sehen konnte, wieviel wir gearbeitet haben.Und es wurde bei Arbeitsbeginn und -ende genau auf die Minute geschaut – ebenso wie bei den Pausenzeiten. Heute würde ich sagen: Das ist Sklavenhaltung und purer Streß gewesen. Damals hielt ich das für normal.)

Danach kamen einige Arbeitsstellen innerhalb dieses Betriebs, bei denen nicht weniger geleistet werden musste. Unsere Abteilung wurde sogar verkauft (und wieder hatte ich das Gefühl von Sklavenhandel). Während ich gearbeitet und gearbeitet habe, habe mich immer gefragt, wie die anderen Sekretärinnen es schaffen, sich während der Arbeitszeit die Nägel zu lackieren, Urlaubsprospekte zu lesen, stundenlang zu telefonieren, einkaufen zu gehen usw., während ich oft nicht einmal Zeit hatte, mein Pausenbrot zu essen oder einen Kaffee zu trinken. Heute würde mir das wahrscheinlich auch nicht mehr passieren (Jedoch ist bei der heutigen Arbeitsmarktsituation auch kein anderes Verhalten möglich, wenn man seinen Job behalten will).  Damals fand ich es „normal“, über meine Grenzen zu gehen. Ich fand es „normal“, bis mitten in der Nacht im Büro zu bleiben, weil noch Präsentationen oder Vorlagen für Japan oder Amerika vorbereitet werden mussten, die ich natürlich immer erst auf den letzten Drücker bekam. Ich fand es normal, tipptop gestyled und als Vorzeigesekretärin eines innovativen Büros in einem aufsteigenden Bereich direkt unterhalb der Geschäftsführung morgens um halb 7 als Erste im Büro zu sein, alles vorzubereiten und die ersten Anrufe wichtiger Leute entgegenzunehmen. Ebenso normal war es für mich, die nicht mehr zu schaffende Mehrarbeit mit nach Hause zu nehmen, sie dort abzuarbeiten, Programme und Listen zu erstellen, die mir und dem Chef die Arbeit erleichtern sollten und mir damit so manche Nacht und Wochenenden um die Ohren zu schlagen. Eine wirkliche Partnerschaft war damals nicht drin, obwohl mein Haushalt damals blitzblank war.  Mein Partner und späterer Ehemann konnte damit aber sehr gut umgehen, da er durch seine Wechselschicht und eigene Hobbies selbst ziemlich ausgelastet war. Um 5 Uhr morgens waren von mir schon die Kartoffeln für den Abend geschält und das Essen vorbereitet – und oft auch schon die Bügelwäsche erledigt oder die Fenster geputzt. (Heute brauche ich für solche Tätigkeiten mehrere Tage, weil mir Ausdauer und Kraft fehlen und der Körper nicht mehr mitmacht).  Ich schaffte es sogar oft, 2 x in der Woche zu den aktiven Proben im Fanfanencorps zu gehen, den ich so geliebt habe. Und auch die Auftritte mit diesem an den Wochenenden habe ich irgendwie geschafft. Ich musste meine Pflicht tun – oder das, was ich dafür gehalten habe.  Ich war eine Leistungsträgerin – in jedem Bereich meines Lebens!

Eine Pause aus diesem Hamsterrad der Leistungssteigerungen gab es, als ich schwanger wurde (das Beste, was mir je passiert ist). Ich heiratete, bekam eine ganz wundervolle Tochter, zog mich ins Familienleben zurück, versorgte nebenbei noch die schwerkranke Schwiegermutter und den Kleingarten (inkl  Übernahme eines Vorstandspostens). Ich habe mich ganz bewußt FÜR die Familie und FÜR meine Tochter entschieden und das war goldrichtig so. Ich blieb zuhause, kümmerte mich um alles und war glücklich.  Ich würde es immer wieder tun.

Nach meiner Scheidung war ich gezwungen, mich wieder ins Arbeitsleben zu stürzen, obwohl meine Tochter noch relativ klein war. Es gab einige kurzzeitige Stellen, bei denen ich wieder alles gegeben habe – oft ohne Anerkennung und vereinbarten Lohn.  Bei manchen gab es Übergriffe, die ich hätte anzeigen sollen. Ausnutzen lassen habe ich mich überall, allerdings nicht immer, ohne mich zu wehren. Bei einem Job in einer Holzverarbeitung habe ich z.B. eine Pause vom Dauerdienst eingefordert,  weil mir schon schlecht war nach stundenlanger Arbeit. Daraufhin wurde mir eine Woche später gekündigt, weil ich nicht leistungsfähig genug war. (Da hatte ich eine richtig gemeine Mandelentzündung mit hohem Fieber und konnte und durfte nicht arbeiten gehen. Die Konsequenz war die fristlose Kündigung) Das hat mich damals sehr getroffen, weil ich immer ein Arbeitspferd war, gut, loyal und fleißig und nie irgendetwas ausgenutzt habe, sondern immer meine eigenen Bedürfnisse zurückgesteckt habe (selbst Toilettengänge). Ich habe Überstunden gemacht, tätigkeitsfremde Aufgaben erfüllt, Privatwünsche erledigt, Arbeit mit nach Hause genommen usw.

Auch bei meiner so sehr geliebten Tätigkeit als Sekretärin im Krankenhaus habe ich mich wieder einmal ausnutzen lassen. Es war nur eine Halbtagsstelle – aber ich war gut – richtig gut und ich habe meine Arbeit geliebt. Der Umgang meinen 4  Chefs/Cheffinnen, mit den Auszubildenden  im Haus sowie mit Ärzten, anderen Sekretärinnen, Pflegepersonal, Patienten und Angehörigen hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich liebte die Verantwortung und die Möglichkeit, nach meinen Fähigkeiten helfen zu können. Von 3 von 4 Chefs bekam ich eine Menge Verantwortung und Vertrauen.  Das Mobbing, welches ich durch die 4., mir überstellte Person erleben musste, war schrecklich. Aber ich versuchte, die Schäden gering zu halten und arbeitete noch mehr. Und mehr – und mehr – und mehr, damit das System weiterlaufen konnte. Ich habe meinen ranghöchsten Vorgesetzten darüber informiert, schon nach kurzer Zeit, wir mir Lügen unterstellt wurden. Er vertröstete mich immer mit dem Hinweis, dass sich „das Problem“ bald von selbst erledigen würde und ich noch „ein bisschen“ durchhalten sollte. Nach 3 Jahren konnte ich aber nicht mehr. Das Mobbingproblem war riesig geworden und nicht mehr zu bewältigen. Nicht nur ich war davon betroffen, sondern unser ganzer Bereich hat darunter gelitten. Aber es änderte sich nichts. Zuletzt kam die betreffende Person sogar zu mir auf die Toilette, um mich laut anzufahren, ob ich das nicht zuhause erledigen könnte und ich sollte gefälligst weiterarbeiten. Ich wurde sogar im Büro eingeschlossen – mit der anschließenden Begründung „man hätte das nicht bemerkt“. Oh – war ich schon so unsichtbar? Ich weiß nicht, warum ich so viel ertragen habe. (jetzt weiß ich es, weil ich einen sehr guten Therapeuten habe, der mich zur Lösung geführt hat). Ich fing an, Fehler zu machen, unkonzentriert zu sein, konnte mich nicht mehr an Termine erinnern, musste alles aufschreiben. Meine Notizen und fertigen Arbeiten verschwanden, selbst mein Tagesstempel wurde immer wieder umgestellt, meine Dateien im PC verschwanden spurlos, ebenso wie die Post. Irgendwann war es nicht mehr zu ertragen und mein Körper gab einfach auf. Nach ein paar Monaten mit kleinen Aussetzern mit Kreislaufproblemen, unklaren und dauernden Schmerzen, Schlaflosigkeit usw. konnte ich eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr laufen und nicht mehr sprechen. Ich bin einfach zusammengeklappt. Das war das Ende meiner beruflichen Laufbahn. Anfangs dachte ich noch, das würde nach zwei Wochen Krankenschein, Tabletten, Spritzen und Erholung wieder gut werden. Das wurde es aber nie. Jetzt bin ich in Frührente, weil ich überhaupt nicht mehr belastbar bin. Nach jeder Überforderung bremst mein Körper mich sofort wieder aus und fährt auf Null runter. Und auch hier schließt  ein Kreis und führt mich wieder zu meiner Mitte zurück, weil das das Einzige ist, was dann übrig bleibt.

Jemand fragte:  „Sind wir in Wirklichkeit nicht fast alle jemand anderer (siehe: Konsumwelt/Angebote – Entscheidungen/freie Willenssache). Eine Verstrickung im persönlichen Umfeld ist da nicht weit. Oft bleibt keine Wahl (Verselbständigung der Dinge)“ .

Darauf möchte ich ein klares JA geben. Da ich während meiner Therapie gelernt habe, ICH anstelle von MAN zu benutzen, möchte ich auch hier in der Ich-Form antworten. Aus heutiger Sicht empfinde ich die Konsumwelt mit ihren vielfäligen Angeboten wie einen verlockenden, großen Bazar mit vielen glitzernden und nur kurzfristig zu erhaltenden Angeboten. Natürlich steckt System dahinter und ich erkenne das auch als solches. Heute weiß ich, dass nichts dieser ach so wichtigen Teile mich glücklich machen kann, so wie es die Werbung immer wieder verspricht. Entweder BIN ich glücklich – oder nicht. Die Entscheidung liegt bei mir – und nicht im Besitzen von IN-Dingen. Aber ich möchte dazusagen, dass ich trotzdem immer noch gerne einkaufe. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind nicht viel hatte bzw. es immer sehr stark rationalisiert wurde. Diese Mangelgefühl versuche ich heute noch auszugleichen, wenn es mich wieder überkommt. Und ich lasse es auch zu, ab und an einen Kaufrausch zu haben und mir besondere Dinge zu kaufen (zu „gönnen“). Hätte ich mehr Geld, würde ich mir noch mehr kaufen. Das ist durch die Frührente natürlich nicht möglich. Jetzt bleibt oft nur noch das Gefühl der Armut, schlimmer als es zu Kinderzeiten war. Das ist besonders hart, weil ich während meiner Arbeitszeit sehr viel Geld verdient habe. Jetzt fühle ich mich manchmal nur noch „arm“ – und die Gesellschaft macht es nicht besser. Der Monat ist oft länger, als die Rente hält. Der einzige Weg, um da immer wieder herauszukommen, liegt wie immer bei mir und meiner Einstellung zum jetzigen Zustand. Wenn ich mich nicht abwerte, geht es mir besser und ich stehe das irgendwie durch.

Die „Verstrickung im persönlichen Umfeld“, um den normalen Status und Stolz zu bewahren, habe ich auch durchgemacht. Habe nach außen hin weitergemacht wie bisher, obwohl alles längst den Bach runterging und ich längst hätte offen damit umgehen sollen. Aber Scham und falsch verständene Rücksichtnahme auf andere habe ich mich ein Bild zeigen lassen, welches nicht mehr exisierte. Ich habe mich ausnutzen lassen – wie so oft. Privat und beruflich. Habe nicht auf meine innere Stimme gehört und gedacht, das wäre nur ein vorübergehender Zustand und alles würde wieder besser werden. Wurde es aber nicht. Irgendwann bricht jeder Turm mal ein. Und wieder einmal schließt sich der Kreis und führt mich zu meiner Mitte zurück, weil das alles ist, was bleibt.

Und so versuche ich jetzt ständig, dauerhaft zu lernen, mit mir selber klarzukommen und mich zu akzeptieren, wie ich bin bzw. mich in den Arm zu nehmen und mir zu sagen, dass ich „völlig okay“ bin und somit resistent gegen die Angriffe von außen (sei es in einer Partnerschaft oder im Alltag). Ich kenne mittlerweile viele Ursachen für mein Verhalten und weiß, wie ich damit umgehen muss/kann,wenn mal wieder so ein „down“ kommt. Und ich weiß, dass ich nicht immer – so wie früher – 150 % geben muss, um gut zu sein und akzeptiert zu werden. Wenn ich nur 50 % von mir gebe, ist das oft noch mehr, als andere geben. Und das reicht völlig. MIR reicht das auf jeden Fall, denn 50 % zu geben ist heute soviel wie früher 150 %. Manchmal kann ich auch nur 20 % geben, wenn es hoch kommt. Diese Phasen kommen immer wieder. Jetzt kann ich das ohne Abwertung zur Kenntnis nehmen und auf Besserung warten. Dann muss ich eben an manchen Tagen viel schlafen oder einfach in die Luft schauen, weil die Gedanken und Sorgen sich im Kreis drehen. Das ist Teil meiner Krankheit und kein Makel an mir.

Mein Leben hat sich komplett verändert. Es gab Zeiten, da war ich darüber abgrundtief verzweifelt. Jetzt kann ich es einfach hinnehmen, denn ich weiß, wozu das alles gut ist. Es führte mich zu meinem Kern. In meinen tiefsten Zeiten saß ich gefühlsmäßig in einem tiefen Brunnen, ohne einen winzigen Lichtstrahl, ohne Hoffnung, ohne Richtung und Ziel und komplett ohne Kraft und klärende Gedanken. Durch meinen wirklich guten Therpeuten und mit großer Hilfe meiner wunderbaren Tochter und meiner echten Freundinnen kam ich aus diesem Loch wieder heraus. Ich danke euch von Herzen dafür!  Manchmal passiert es mir noch und ich rutsche auch heute noch über die Kante, aber zum Glück verliere ich nicht mehr das Licht aus den Augen und sehe auch die hilfreichen Hände, die sich mir entgegenstrecken, um mich zu halten. Und ich kann sie endlich auch annehmen. Das war ein weiter und sehr harter Weg. Und wieder schließt sich der Kreis und führt mich in meine Mitte. 😉

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